Dior: eine gute Interims-Kollektion

Ein Designer-Star geht, ein anderer Designer-Star soll angeblich kommen und der, der dazwischen das Haus bestellen muss, ist deshalb nicht zu beneiden. Bill Gaytten, einst rechte Hand von Galliano, kennt das Haus und seine DNA. So ist ihm bei Dior das gelungen, was er bei Galliano nicht schaffte, eine ordentlich Übergangskollektion abzuliefern. Die Sommerkollektion Dior 2012 liefert keinerlei Überraschungen, aber gutes Handwerk. Diors Markenzeichen, voluminöse Röcke sind manigfaltig in steifen und doch zart wirkenden Organza umgesetzt. Die Kleider gehen bis zum Knie und liefern schöne feminine Silhouetten.
Das Bar-Jacket ist mit von der Partie, enge und kleine Westen ergÀnzen das Outfit.
Die ganze Kollektion wirkt schlichter, reduzierter, auf Dior Kennzeichen runtergebrochen. Gallianos genialen Firlefanz entledigt.
Die Abendkleider sind Revivals alter Galliano-Modelle, leicht abgewandelt.
Gayten geht auf Nummer sicher und das ist die richtige Politik. Von ihm erwartet nun keiner, dass er eine neue Richtung einschlĂ€gt. Zu sehr warten alle darauf, dass Dior endlich den Nachfolger verkĂŒndet, und dass sich das solange hinzieht ist nicht von Vorteil. Denn es tut der Marke nicht gut. Dior ist eine Leitmarke, diese Position darf sie nicht verlieren. Dass aber das Haus weiter so Stillschweigen ĂŒber den neuen Designer walten lĂ€sst, könnte natĂŒrlich auch daran liegen, dass komplizierte und ausfĂŒhrliche VertrĂ€ge gerade geschlossen werden, die eben ihre Zeit brauchen. Was wieder fĂŒr die Personalie Marc Jacobs sprechen wĂŒrde.
Es bleibt die Frage: Wir lange wird Bill Gayton noch am Ende des Laufstegs salutieren?
Fotos: Catwalkpictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • Marie sagt:

    Stimmt, die sind echt toll!
  • Ali sagt:

    oh wow ich liebe die kleider ! <3