Dirty Laundry 2: Greenpeace's neue Giftanalyse

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat eingekauft. In 18 Ländern und 78 Produkte von 15 namhaften Modeunternehmen. Vor allem Sportswear Firmen. Danach kamen die Kleider und Schuhe zu unabhängigen Testlaboren und die stellten den Firmen ein schlechtes Zeugnis aus: von den 78 Produkten waren 52 giftig belastet Vor allem mit der Chemikaliengruppe Nonylphenolethoxylate (NPE). Die Giftstoffe sind für Menschen zwar weitgehend unschädlich, verursachen aber hormonelle Veränderungen bei Wasserlebewesen. Außerdem belastet es das Trinkwasser von Millionen Menschen in den Herstellungsländern und auch bei uns würde das Gift durch Waschen freigesetzt.
Hier geht es zum vollständigen Bericht, bzw. dem Download-Link von Greenpeace. Ich habe Euch mal die wichtigste Tabelle zur Untersuchung gescannt. Dort seht ihr, welche Firmen am meisten belastete Artikel im Angebot hatten. Nur Gap hat gut abgeschnitten.
Puma und Nike hätten auf die Aufforderung, die Giftstoffe zu elminieren, sofort reagiert. Adidas ließ sich ein paar Tage Zeit. H&M hatte erst vor wenigen Wochen einen ähnlichen Skandal zu bewältigen, als man chinesischen Firmen, die für sie die Waren herstellen, dabei ertappte, in großem Umfang die Gewässer zu verseuchen. Die müssen auch inzwischen eine Krisen-PR eingerichtet haben. Vor allem, weil sich H&M auf den Strategieplan geschrieben hat, in wenigen Jahren vor allem Bio-Baumwolle- und schadstoffreie Produkte anzubieten.
Für Mütter wie mich bleibt es also bei der alten Regel: Immer jede Kinderklamotten dreimal waschen, bevor das Kind es anzieht.
Fotos: Greenpeace
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Kommentare

  • H-C sagt:

    Entschuldigung, aber was soll denn dieser scheinheilige letzte Satz?

    1. die NPE und die Abfallprodukte haben keine unmittelbar gesundheitsschädigende Auswirkung auf den Menschen.

    2. 3 mal waschen hilft auch nicht gegen die Umweltverschmutzung in den Herstellungsländern.

    Gar nicht erst das Zeug kaufen wäre eine Lösung!

    Weiß jemand, warum das NPE in den Waren ist? Welchen Vorteil bringt es bei der Herstellung? Sind es Reinigungsmittel?


  • modezarin sagt:

    Ich muß ja leider zugeben, dass ich zu denen gehöre, die, wenn es sich nicht gerade um Unterwäsche handelt, die Sachen NICHT vor der ersten "Benutzung" waschen. Ich hatte bis dato auch nie Probleme. Bis vor ein paar Wochen. Ein schwarzes Viskose-Shirt von Weekday. Nach ca. einer halben Stunde Tragen, hatte ich einen mega Juckreiz am Arm und im Laufe des Tages (leider hatte ich nichts zum Wechseln dabei, ich mußte also den ganzen Arbeitsag in dem Teil ausharren) überall kleine Pusteln. Der Juckreiz blieb über weitere zwei Tage. Ich hab dann bei Weekday angerufen, weniger um für mich etwas aus der Sache "Rauszuholen", sondern mehr um sie dort zu infomieren und eventuell die Herstellerwege Zurückzuverfolgen o.ä.. Der Verkäufer war sehr interessiert, auf einen versprochenen Rückruf warte ich allerdings bis heute.

    Fazit: Ich werde in Zukunft wirklich ALLES waschen, was mit meiner Haut in Berührung kommen wird. Die Tatsache, dass mit dem Waschen die freigesetzten Giftstoffe letztendlich in unser Trinkwasser gelangen, habe ich allerdings bis jetzt verdrängt... Danke für den Post.


  • Barbara Markert sagt:

    Lieber H-C: das ist überhaupt keine "scheinheilige" Aussage. Denn in allen Klamotten sind Weichmacher und auch andere Mittel, nicht nur NPE. Mit Waschen löst Du nicht das Problem der Umweltverschmutzung, aber du schützt Deine Kinder vor den schädlichen Stoffen in den Klamotten.
    Und Dein Vorschlag: Das Zeug erst nicht kaufen. Ja, schön. Aber wie willste denn wissen, was drinnen ist? Oder trägst Du nur die Sachen von Deinen Eltern oder Großeeltern und kaufst Dir nie was Neues?
  • ille* sagt:

    Ich unterschreibe hiermit H-Cs Aussage. Die Antworten aus die Fragen würden mich auch interessieren... :-/
  • H-C sagt:

    Liebes parisoffice: es ging mir um die Kombination aus der Problematik im Text und Deinem Verhaltenstipp. "Scheinheilig" finde ich an Deiner Aussage, das sie nichts mit dem Problem der NPEs zu tun hat. Vom Waschen vor dem Tragen wird die Belastung der Gewässer in den Herstellungsländern nicht besser. Natürlich ist waschen vor dem Tragen immer von Vorteil (auch für Erwachsene). Aber wenn es Dir so wichtig für Dein Kind ist, dann kauf doch die Baby-Kleidung bei ökologisch einwandfreien Labels. Da steht drauf, was drin, bzw nicht drin ist. Nicht bloß Sachen kaufen, die "süüüß" sind und in der Vogue enfants angepriesen werden... Dazu der Tipp: http://www.kirstenbrodde.de/?p=425 Sie hat auch Labels mit Babysachen in der Liste.
  • Barbara Markert sagt:

    @H-C: Mag sein, dass Waschen vor dem Tragen nichts mit dem Problem des NPE zu tun hat, aber die Problematik von Giften in den Klamotten jenseits NPE bleibt die Gleiche und Waschen ist dort eine gute Lösung.

    Aber: Scheinheiligkeit ist aber etwas anderes. Scheinheiligkeit wäre, wenn ich auf öko machen würde und daheim Burger von McDo essen würde. Daher störe ich mich an Deiner Wortwahl.


    Und sei versichert: ich kenne die meisten Firmen, die Öko-Mode für Kinder herstellen und ich weiß auch, dass auf der ganzen Welt gar nicht soviel Bio-Baumwolle angebaut wird, wie angeblich Bio-Baumwoll-Klamotten verkauft werden. Das ist wie beim Kaschmir. So viele Kaschmirziegen gibt es gar nicht, wie Kaschmir-Klamotten verkauft werden. Das Label Bio und Öko verkauft sich gut, auch in der Kosmetik, aber eine vollständige Kontrolle des Rohstoff-Einkaufs ist in den meisten Fällen nicht möglich. Ich habe jahrelang mit dem statistischen Bundesamt über den passiven Veredelungsverkehr in der Mode- und Textilbranche zusammen gearbeitet. Das ist nicht so einfach zu verfolgen.