Generation Option

So viele Möglichkeiten! In seinem Buch "Das Ende der Liebe: Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit" von 2009 benutzt Autor Sven Hillenkamp den Begriff "Möglichkeiten" in so ziemlich jedem Absatz. Tatsächlich prägen Möglichkeiten unsere Generation – bei der Partnerwahl, im Berufsleben, in Lebensstil, Freizeit und im Konsumverhalten.
Taschenvergleich via Mode-Suchmaschine Shopstyle
Wir kaufen dort, wo wir das beste Angebot finden: Wo gibt es die Tasche in Orange? Wann hat schon mit dem Sale begonnen? Läuft bei Net-a-porter noch Free Shipping? Wir kaufen nicht mehr bei der Boutique, wo uns die Verkäuferin so gut beim Kauf der ersten Handtasche beraten hat oder, wo uns Papi das erste Kostüm fürs Vorstellungsgespräch schenkte.
?  Ja, ich komme gern
Für Samstagabend sagen wir bei drei Party-Einladungen zu. Theoretisch könnte man ja ein Party-Hopping machen. Praktisch bleibt der eine Gastgeber auf seiner Lasagne sitzen und der andere hat zu wenig Eiswürfel, weil er nicht damit gerechnet hat, dass alle kommen und es sich im Laufe des Abends rumsprach, dass man noch jemanden spontan dazu bitten kann – z.B. jemanden, der sich auf einer anderen Party langweilt und Alternativen abtelefoniert. Geistreiche Gastgeschenke kennt man eigentlich nur noch von der Eltern-Generation.
Lieber ne Rolex als eine Dienstjubiläums-Uhr
Beim Headhunter hinterlegt man heute seine Kontaktdaten noch bevor der neue Job angetreten wird. Wer zehn Jahre lang bei einem Arbeitgeber bleibt, macht heute einen entwicklungsscheuen und antriebslosen Eindruck, wenn er nicht mindestens das Land (innerhalb des Betriebs) wechselte. Ältere sind stolz auf ihre goldene Uhr zum 25-jährigen Dienstjubiläum.
Papierlampe von Vitra
Wer macht sich heute noch die Mühe, Deckenleuchten zu montieren? Der nächste Umzug kommt bestimmt! Auch die rollbaren Küchencontainer (von Ikea bis Bulthaup) sollen sich großer Beliebtheit erfreuen.
Notizbuch "Blondes – Brunettes – Redheads" von Smythson
Auch, wenn Prinz William und Catherine Mountbatten-Windsor keines (mehr) haben, Prinz Harry füllt das Notizbuch 'Blondes – Brunettes – Redheads' der britischen Traditionsmarke Smythson bestimmt gern mit Handynummern und Notizen. Das ist nichts Generationstypisches. Dafür ist man heute aber mit fast jedem potentiellen Partner über Facebook 'connected', was ganz neue Möglichkeiten bietet und immer häufiger ein Scheidungsgrund ist (wenn der Partner sich Zugang zum Account des Möglichkeiten-ausschöpfenden Partners verschafft hat).
Fotos: Shopstyle.com, Rolex.com, connox.de, cabinet206.com
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Kommentare

  • Tina sagt:

    Um zu sehen, was der Partner auf Facebook so treibt, muss man sich nicht mal Zugang zu seinem Account verschaffen, sondern einfach nur mit ihm befreundet sein. Ich finde Paare gut, die nicht auf Facebook befreundet sind. Nicht etwa, weil man vielleicht etwas zu verbergen hätte, sondern weil man einander seine Privatsphäre lässt.
  • Kathrin Bierling sagt:

    @Tina Warum sollte man nicht mit seinem Partner auf Facebook befreundet sein?! Mit Privatsphäre hat Facebook, meines Erachtens, nichts zu tun.
  • Generation Option | Placedelamode sagt:

    [...] Generation Option  » http:// http://www.modepilot.de [...]
  • dafo sagt:

    Die 2 Handtaschen sind aber nicht wirklich eine Option ....
  • Barbara Markert sagt:

    @dafo: Das sehe ich genauso. Die sind - Bottega Veneta hin oder her -hässlich.
    • Kathrin Bierling sagt:

      Hey, darum geht es doch gar nicht!
  • Barbara Markert sagt:

    MJ, nur die Ruhe, ich diskutiere hier ganz angenehm mit Deiner Mutter. 😉
  • Tina sagt:

    @MJ: Ich schrieb doch, warum.
  • dafo sagt:

    MJ: Ist schon klar! Man wird doch noch ein bissele schwätze dürfe in Eurem Blog, oder?