Gala Kids - die Mama-Kritik

Zuallererst mal ein ganz großes Dankeschön an Nama alias Nadine, die so lieb war, Babyoffice und mir die Gala Kids zuzusenden. Ich habe das Heft nun durch. Und muss was loswerden. Gala ist ein Promiheft.  Das ist in Ordnung und das findet jede Woche seiner Leser. Wenn in der normalen Gala Paparazzi-Bilder drinnen sind, dann stört mich das rein gar nicht. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, dass wenn man als Schauspieler so viele Kohle für sehr angenehme Arbeit einstreicht, dass man auch die Kehrseite der Medaille akzeptieren muss und als mehr oder minder öffentliche Person überall fotografiert werden kann. Das gilt in meinen Augen KEINESWEGS für die Kinder der Stars. Diese Kinder haben solange sie noch nicht das Teenie-Alter erreicht haben und sich nicht für einen Nebenjob als Kinderschauspielerin entschieden haben, eine Privatsphäre, die es zu schützen gilt. Gala Kids steht da wohl auf einem anderen Standpunkt. Die ersten 16 Seiten sind gespickt mit Paparazzi-Bildern von Promi-Kids oder Promis mit ihren Kids (siehe Scan oben). Unter "Guck mal, wie die aussehen..." werden die Streetstyle des Star-Nachwuchses auseinander genommen. Auch im restlichen Heft gibt es nur sehr wenige Seiten, wo ich kein Kind von Brad Pitt, Liv Tyler, Dana Schweiger, Julia Roberts etcetera entdecke. Ich finde das ganz schrecklich.
Zur Mode: Im Heft sind 2 Modestrecken, alles andere sind Lege-Strecken, also Seiten, wo die Klamotten einfach auf einem Tisch fotografiert wurden. Eine der beiden Modestrecken ist gekauft aus einer der letzten Roitfeld-Vogues. Das ist eine sehr billige und einfache Variante, das Heft modisch zu füllen. Ich hätte echte Kindershootings bevorzugt. Die schaue ich mir immer  sehr gerne an. Weil man dann sieht, wie die Sachen an den kleinen Körpern aussehen. Und meist sind die Kinder in diesen Shootings so hübsch, dass die Bilder einfach eine Augenweide sind.
Dort wo die Sachen ausgeschnitten oder wo es um Kinderkosmetik geht, könnt ihr davon ausgehen, dass wieder Promi-Kinder abgelichtet sind. Im Lifestyle geht es um bizarre Trend aus den USA, bzw. Hollywood, wo man Party feiert um Ungeborene. Wie furchtbar ist das denn?
Die besten Artikel sind die Essenseiten mit Tim Mälzer (Den kenn sogar ich, weil der Opa von Babyoffice ständig Kochsendungen liebt), das wirklich niedliche Interview der 10-Jähriugen Mia mit Fritz Fuchs aus Löwenzahn, das Pro-Contra zu schick angezogenen Kids im Vorschulalter und das Protokoll von Rebecca, 9, wohnhaft in New York. In viel zu vielen Artikel steht die Mutter mehr im Vordergrund als das Kind.
So, wenn ich nun dort Chefredakteurin wäre, dann hätte ich es anders gemacht. Mich hätten  - wenn schon Promis - mal diese Filmkids interessiert. Die Kleine aus Little Miss Sunshine, die nun ein echter Hollywoodstar ist und die ich ständig in anderen Filmen entdecke, oder eben Ex-Kinderstars bei uns, die nun selbst Kinder haben und es einschätzen können, ob sie ihr Kind fotografieren lassen oder nicht. Außerdem ist Gala in meinen Augen ein opulentes Modeheft. Warum sind dann da keine schönen Kids-Shootings, so wie ich sie aus Vogue France Enfants oder L'officiel Enfants oder Milk kenne?
Fazit: Ich bin nicht der Meinung von Kress, dass dieses Heft perfekt gemacht ist und völlig dekadent ist, sondern ich denke, dass man das Konzept noch mal tüchtig überdenken muss und man vor allem die Privatsphäre von Kinder achten sollte.
Foto: Scan aus Gala Kids
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Kommentare

  • Nama sagt:

    Ich teile deine Kritik völlig.

    Ich frage mich aber, warum lassen die Stars das überhaupt zu, dass ihre Kinder zum Abschuss freigegeben werden? Eine interessante Antwort habe ich hier gefunden: http://www.news.de/medien/855120929/zum-abschuss-freigegeben/1/

    Da steht, dass die Pressefreiheit in den USA schwerer wiegt als die Persönlichkeitsrechte der Promi-Kinder. Die Eltern können es nur schwer durchsetzen, ihre Kinder wenigstens verpixeln zu lassen.

    In Deutschland sind die Gesetze schärfer, aber den deutschen Promi-Klatsch-Redakteuren scheint das ziemlich egal zu sein, wenn man nicht dagegen vor geht, wie z.B. Heidi Klum.


    Mir tun die Kinder leid, sie können sich ihre Eltern ja nicht aussuchen.
    Das Heft selbst fand ich ziemlich banal, um nicht zu sagen langweilig. Ideal zum Durchblättern beim Arzt oder auf dem Klo. Aber es ist ja ein Gala-Heft, da erwarte ich eigentlich auch nicht mehr.
  • phil sagt:

    "Und meist sind die Kinder in diesen Shootings so hübsch, dass die Bilder einfach eine Augenweide sind."

    Zum Glück bist du kein allein stehender Mann mitte vierzig, der hier die Seiten füllt 😀


  • Barbara Markert sagt:

    @Phil: Stimmt. Jung-Mamas haben total eine rosarote Brille auf, wenn sie kleine Kinder sehen. ich könnte auch Babyoffice stundenlang beim Schlafen zugucken. So hübsch ist er dann.