Wer kauft 45% an Jean-Paul Gaultier?

In den Pariser Luxush√§usern geht es rund, wie man sieht. Decarnin nimmt den Abschied bei Balmain und am vergangenen Freitag schon hatte Herm√®s bekannt gegeben, seine Anteile an Jean Paul Gaultier ver√§u√üern zu wollen. Die Ger√ľchte besagen, dass durch den Tod durch Jean-Louis Dumas das Verh√§ltnis zwischen Jean-Paul Gaultier und Herm√®s nicht mehr das Beste war. Wie berichtet endete die Zusammenarbeit zwischen den beiden f√ľr die Kollektion Herm√®s auch mit der Sommerkollektion 2011. Kaum kann sich Gaultier wieder voll und ganz auf seine eigene Kollektion konzentrieren, ist die auch endlich wieder gut.
Die vorher gegangen Klamauk-Pr√™t-√†-Porter-Schauen mit Punk-Outfits und Nena-Frisuren waren ja schon etwas gew√∂hnungsbed√ľrftig. Doch f√ľr den kommenden Winter hat Gaultier Eins-A-Mode abgeliefert. Gut so, denn es gilt nun die Investoren an Land zu ziehen.
Im Gespräch sind:
1. Der spanische Puig-Konzern, dem schon Nina Ricci und Paco Rabanne gehören und der eifrig dabei ist, sein Modebusiness auszubauen.
2. Die Schweizer Richmont-Gruppe, spezialisiert eher auf Schmuck mit Cartier und Piaget, aber bei Mode auch nicht schlecht aufgestellt mit Chloé, Lancel und neu Net-à-Porter
3. Die Familie Fung, die wir hier auch schon mal vorgestellt hatten und bei der ich schon ank√ľndigte, dass die weiter auf Einkaufstour ist. Die haben auch vor kurzem erst Robert Clergerie aufgekauft.
3. Ganz neuer Kandidat, der erst in den letzten Tagen dazu kam: Interparfums, die Duft-Lizenzen haben f√ľr Burberry, Jimmy Choo, Burberry, Lanvin und Paul Smith.
Laut der Wirtschaftszeitung Les Echos sollen angeblich Prada und PPR sich kurz interessiert, aber dann abgewunken haben.
45% stehen von Hermès zum Verkauf, angeblich soll auch Gaultier eigene Anteile abgeben. Ziel ist ein Expansion im asiatischen Raum. So gesehen hat die Fung-Familie keine so schlechten Karten.
Und wenn Gaultier in diesem Stil weiter machen w√ľrde, k√∂nnte das vielleicht eine gute Investition sein.
Fotos: Catwalkpictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • Ralph Toledano geht zu Puig « Modepilot sagt:

    [...] dem spanischen Beauty-Konzern, der so ganz langsam und behende Modemarken aufkauft. Toledano wird dort Chef von Jean-Paul Gaultier und später auch von Nina Ricci. Damit hat sich PUIG das via einer Personalie eingekauft, was ihnen [...]
  • Jimmy Choo wird deutsch > Schuhe > Modepilot sagt:

    [...] mehr steigen also die Beauty-Firmen in die Mode ein. Erst vor kurzem sicherte sich Puig aus Spanien die Mehrheit an Gaultier. Scheinbar wollen die Firmen den Luxusmarkt nicht mehr allein den beiden Riesen PPR und LVMH [...]
  • Galliano auch ohne Galliano > Und sonst > Modepilot sagt:

    [...] hält an dem defizitäre Modelabel fest, schlägt die zahlreichen Übernahmeangebote aus China (wahrscheinlich mal wieder Li&Fung), Italien und dem Nahen Osten aus und macht wohl mit Galliano weiter Рaber eben ohne den [...]
  • modejournalistin sagt:

    Ich w√ľrde auch kaufen, aber vorher muss ich noch daran arbeiten, Herm√®s ne Tasche abkaufen zu k√∂nnen.