Nachwirkung

Es gibt keine Zufälle, würde meine Mutter sagen. Am Samstag sitze ich beim Abendessen (der Abend mit der roten Hose) neben einem Fotografen. "Für wen fotografierst Du?", frage ich ihn. "Für die Madame beispielsweise," sagt er. "Mit Natalie Manchot (Madame-Redakteurin)?", frage ich weiter. "Ja, wir waren in Litauen". Ha, der Macher der eindrucksvollsten Modestrecke in letzter Zeit! Thomas Mailer.
Ich bin nicht die typische Modestrecken-Verschlingerin unseres Berufsstands. Da muss schon viel um die Mode herum passieren (Kulisse, Licht, Stimmung), damit mich eine Fotostrecke fesselt und mir in Erinnerung bleibt. Bei der Dezember-Strecke 2010 in der Madame ging es mir seit langem wieder so. Der Stylistin Natalie Manchot teilte ich dies auch gleich mit. Nur bis ich es dem Fotografen-Team aus Angie Gassner und Thomas Mailer sagen konnte, vergingen drei Monate.
Madame-Modestrecke am Berg der Kreuze (kein Friedhof!) in Litauen
– die Kreuze wurden und werden, nach Legenden, aus Hoffnung und Dankbarkeit aufgestellt.
Einen Tag hatte das Team für die Modestrecke. Und die Bedingungen waren nicht leicht: Wolken (kein Photoshop), Kälte, Nebel und ständig Besucher im Bild, erzählte Thomas.
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Kommentare

  • Barbara Markert sagt:

    Das ist einer der tollsten Orte, wo ich je war. Vor der Unabhängigkeit machten die Russen immer einmal im Jahr den Hügel (mehr ist es nicht) platt. Doch am nächsten Tag standen da wieder Kreuze. Es sind vor allem Dankes-Kreuze für Genesungen, für erfüllte Wünsche, etcetera. Der Himmel ist dort immer so. Und in den Feldern drumherum stolzieren die Störche. Völlig irrell.
    Ein bisschen entfernt ist so eine etwas größere Imbissbude (die einzige Möglichkeit, Essen zu finden) und auf dem Weg zu den Kreuzen verkaufen die Einwohner religiösen Nippes und Kreuze. Ich habe zwei gekauft, eines verschenkt, das andere im "Berg der Kreuze" gelassen.
    Danke, MJ, das ruft sehr schöne und lustige Erinnerungen wach an eine 4000 km lange Osteuropa-Reise im Mini-Cooper vor sehr vielen Jahren. Das Auto war damals DIE Attraktion an der russischen Grenze zu Kaliningrad.