Cacharel trennt sich von Cédric Charlier

Da geht Cèdric Charlier dahin. So wie alle seine Vorgänger bei Cacharel. Wieder mal trennt sich das Pariser Modehaus von ihrem Designer. Quelle: Madame Figaro. Das ist inzwischen Alltag bei Cacharel - sozusagen kaum einen Post wert. Aber für alle, die gerne mitschreiben: Charlier kam im September 2009 und geht dann im Oktober 2011. Die Pre-Kollektion macht der noch, dann ist Schluss. Danach suche man einen neuen Tausendsassa, der dann auch wieder zwei Saison oder sogar drei bleiben darf. Eigentümer Jean Bousquet vergrault eben jeden auf seine alten Tage. Ob nun erfolgreich oder nicht.
Dabei machte Charlier einen guten Job als Designer, vielleicht aber nicht unbedingt für das Haus Cacharel. Wie ich hier gleich am Anfang, also bei seiner ersten Kollektion (Der einzigen, die ich live gesehen habe, danach wurde ich nie wieder zugelassen zur dieser Highfly-Präsentation.) schrieb, hat Charlier wunderschöne Sachen gemacht - ohne Frage - aber das war nicht die DNA des Hauses. Die Cacharel Frau ist nicht die Jil Sander Frau. Cacharel steht für junge, leicht, bunte Mode mit feminin schwingenden Röcken und Spaß an der Mode. Auch wenn wohl im Haus weit weniger lustig zugehen muss. Charlier wollte aber Purismus machen.
Verkauft hat sich das trotzdem. Die Firma, die längst in die Miesen gewirtschaftet wurde, hatte wieder Aufwind, die Kollektion wurde geordert. Alte Kunden kamen zurück. Diejenigen, die in dem neuen Designer einen Neustart für das Haus sahen und die alte Cacharel-Frau einfach vergaßen. Doch die hat Bousquet nicht vergessen und so muss selbst der erfolgreiche Charlier gehen. Der neue Lizenznehmer Aeffe ist nach Informationen von Madame Figaro genauso schockiert, wie alle anderen. Haben die doch unter dieser Designer-Pämisse den Vertrag unterschrieben. Eh oui, mit Bousquet ist eben nicht in die Zukunft zu planen.
Und in der Zukunft wird es auch nicht besser werden. Nachdem alle Designer nie die Chance bekommen, länger als 2 Saisons zu designen, kann sich bei Cacharel auch niemand in die DNA des Hauses einarbeiten. Weil vorher schon wieder die Kündigung ausgesprochen wird. Angeblich soll nun ein Kreativpol geschaffen werden. Ja, auch eine Idee. Keine gute, aber ein Idee. Somit haben wir mal wieder einen neuen Designer, der sich auf dem Markt tummelt. An alle die suchen: Niemals anheuern bei Cacharel und auch nicht bei Ungaro. Das sind Schleudersitze!
Fotos: Catwalkpictures
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Kommentare

  • katja sagt:

    das finde ich jetzt wirklich schade. ich finde er hat einen guten job gemacht.
  • Ina sagt:

    Oh wie schade! Cédric Charlier war das Beste, was Cacharel passieren konnte. Die letzten Kollektionen waren großartig.

    Ich bin aber gespannt auf den weiteren Karriereweg von Cédric!


  • Cacharels neue Creative Directors: Sun und Liu > -Mode-, Designer > Modepilot sagt:

    [...] ist es nun her, als Parisoffice die Entscheidung Cacharels, Designer Cédric Charlier zu kündigen, ausführlich kritisierte. Seit heute ist nun ein Nachfolger benannt. Eher gesagt: Ein Duo. Dawei Sun und Ling [...]