Winter 2012: Hermès

Paris Fashion Week. Christophe Lemaire (zuvor Lacoste) zeigte gestern seine erste Kollektion für Hermès. Macht er die Modelinie sportlicher? Nein, komfortabler. Mit seinem ausgrägten Sinn für langlebigen Luxus passt der 45-jährige Franzose perfekt zum Traditionshaus, das für Dauerlieblinge (Seiden-Carré) bekannt ist. Auffallend: Lemaire entwarf, anders als sein Vorgänger Gaultier, keine neuen Kellys und Birkins – klug! ...

Es war klug von Lemaire, nicht die x-te Kelly-bag-Variante (für den Sommer gab es sie aus Korb und transparentem Plastik) zu präsentieren. Sich an den Icons eines Modehauses zu verkünsteln, wirkt besonders hilflos bei dem Versuch, Verständnis für die Marken-DNA zu demonstrieren. Lemaire hat das auch gar nicht nötig. ...
Er versteht die Marken-DNA sehr gut, wenn er Kaschmir verschwenderisch einsetzt, feinstes Lammnappa verwendet und die geliebten Carré-Muster in Kleider und Mäntel übersetzt.
Steppungen und Qulit-ähnliche Umhänge sah man vorhin auch bei Chloé. Lemaire gestaltet diese noch etwas raffinierter als die Kollegin.
Wo hört der Stiefel auf, wo fängt die Hose an?
- Stiefel und Hose aus einem Guss: Stiefelhosen.
Lammnappa-Beinkleider in Gold zu gleichfarbigen Peeptoe-Slingbacks? Lemaire denkt an Frauen, die sich maximal finanziell krumm machen, um modisch zu sein. Zu Silvester kann die Hermès-Frau jedenfalls auf die New Yorker Dachterrasse – ohne Bibbern und Krankwerden.
Fotos: catwalkpictures
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