Louis Vuitton: Wer ein bisschen wagt, gewinnt

Gleich mal vorweg: Mir hat die Wintershow von Louis Vuitton viel besser gefallen als die Sommer-Show. Ihr braucht nun nicht bei uns im Archiv schauen, denn ich habe mir damals die Kritik geschenkt und mich auf Einzelteile beschrĂ€nkt. Kurz also zurĂŒck zu Sommer: Da gab es als Show bzw. gibt es ab Januar im Laden klassisch-elegante Sportswear mit dem Touch Louis Vuitton. Sprich wunderschöne Stoffe, Eins A Accessoires, gute Farbwahl, sehr schöne Taschen ... Aber der fehlte der Pfiff.
Kommen wir zum Winter: Designer Paul Helbers, der unter der Direktion von Marc Jacobs, fĂŒr LV Homme verantwortlich ist, hat sich im Vergleich zum Sommer ein bisschen mehr  aus dem Fenster gewagt. Das Sportswearige ist weg, die Kollektion noch immer casual, doch vor allem stecken in ihr diesmal mehr Ideen. Meine Lieblingsinnovation nennt sich Travel Tail Shearling. Das sind Jacken, MĂ€ntel, Jacket, die im Baukastensystem eine andere Jacke oder ein Hemd integriert haben, das man umgestĂŒlpt wie bei einem Cut als Schwalbenschwanz mit sich trĂ€gt.
Wem das zu komisch ist, der knöpft oder zippt es einfach ab. Zum Reisen, und darum geht es ja immer bei LV, ist das schon praktisch, weil man eine Regenjacke oder eine Daunenjacke ganz einfach dabei hat und nicht ĂŒber den Arm mit sich rumtragen muss. Die Materialien sind so leicht, dass die Kleidung durch die multifunktionale Nutzung nicht erschwert wird.
Dazu gibt es die Kragen mit Löchern (siehe Bild oben) und im ansonsten Einheitsschwarz die wagemutige Farbe namens Motel Rot, die aber irgendwie in allen Kollektionen in Paris zu sehen war. In der Coleur gibt es dann auch einiges an Accessoires.
Man beachte auch die Herrenhandtasche, so wie man sie in den 80ern hatte. Hm. meine Herren, was meint Ihr? WĂŒrdet ihr das wieder mit Euch rumtragen?
Übrigens als Grundidee der Kollektion wurde postuliert: Amish-Style trifft auf David Lynch. Ah ja. Das klingt komisch, wird aber so erklĂ€rt, dass die Modelle sich schildhaft um den Körper legen, Strick wird konfektioniert wie bei AnzĂŒgen und Schals haben eine Amish-MakramĂ© Anmutung. Die Lynch-Seite ist wohl realisiert in metallisierenden Phytonleder und Schuhe, deren Inneres nach außen gestĂŒlpt ist. Und das Motel-Rot.
Ich finde, dieser MakramĂ©-Schal schaut aus wie von Oma gestrickt und das macht ihn mir sympathisch. Und das ist doch eine gute Nachricht an alle, die noch eine Oma zu Hause haben und kein Geld fĂŒr einen LV Schal. Do it yourself by Oma.
Fotos: Catwalkpictures, Parisoffice / Modepilot
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Kommentare

  • Blackcowboy sagt:

    das rot wird wirklich in sein!