Lese-Tipp: Das Welthemd

Rechenexempel. Autor Wolfgang Uchatius verfolgt für Die Zeit ein Billig-T-Shirt von H&M (4,95 Euro): Vom Baumwollfeld zu den Spinn- und Nähfabriken in Bangladesh und mit dem Container-Schiff nach Europa. Uchatius rechnet mit. Das ist hoch interessant für alle, die nach Argumenten gegen H&M suchen. Und für alle, die wissen möchten, wie H&M sein Geld verdient...
T-Shirt bei H&M, 4,95 Euro
Dass das 5-Euro-Hemd nicht zu europäischen Arbeitsbedingungen produziert wurde, dürfte jedem klar sein. Dass sich H&M an die örtlichen Mindestlöhne hält, ist weiter nicht rühmlich: Näherin Nazma hat einen Monatslohn von 53 Euro und teilt sich das Bett mit fünf anderen Näherinnen. Ob man mit dem Tragen eines D&G-T-Shirts ein besseres Gewissen haben darf, ist nicht geklärt, aber es gibt Hinweise:
- FWF, Fair Wear Foundation. Hier lassen sich Unternehmen freiwillig prüfen. Dabei sind z.B. Acne, Filippa K und Hessnatur (20 Euro/T-Shirt).
Journalist Uchatius: "Wofür braucht man überhaupt ein T-Shirt, das kaum mehr kostet als der Kaffee um die Ecke? Würde es so sehr schmerzen, den Preis von zwei oder drei Kaffees zu bezahlen – wenn dafür allen genug Geld zum Leben bliebe?"
Foto: screenshot von shop.hm.com/de
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Kommentare

  • H-C sagt:

    Recht hat er. Sehr guter Artikel. Und auch der in vorigen Einträgen so hochgelobte H&M-Parka wird unter den gleichen Bedingungen hergestellt. Bitte darüber nachdenken!
  • londonviennacologne.blogspot.com sagt:

    Danke, dass ihr den Artikel noch mal erwähnt. Man ist ja immer wieder geneigt sein eigenes Gewissen duch die aufgehübschten Nachhaltigkeitsberichte zu beruhigen. Gut fand ich auch den Hinweis, dass teurer kaufen nicht gleich besser ist!
  • n sagt:

    sehr guter artikel, danke für den link!
  • julie sagt:

    Ja, Danke für den Link. Gut geschrieben. Nach der Lektüre ist manches klarer....

    Und: von mir aus muss kein T-Shirt bei H&M 4,95€ kosten!


  • jonas sagt:

    naja, im grunde lässt sich h&m durch jedes andere global agierende unternehmen ersetzen und das t-shirt durch jedes andere beliebige produkt.
    don't hate the player, hate the game.
  • Nona Mills sagt:

    Ja, Danke für den Link. Gut geschrieben. Nach der Lektüre ist manches klarer.... Und: von mir aus muss kein T-Shirt bei H&M 4,95€ kosten!
  • Edita sagt:

    In welche Länder reist der Journalist für den Artikel ?
    • Kathrin Bierling sagt:

      USA (um zu erfahren, dass die 19.000 Baumwolle-Bauern dort vor allem vom Staat leben; der amerikanische Steuerzahler subventioniert also nicht nur die Bauern, sondern auch das 5-Euro-T-Shirt. Die meisten Baumwollebauern (10 Millionen) befinden sich aber in Indien), Bangladesh und Malaysia – alles in dem verlinkten Artikel (ZEIT Online) nachlesbar. Liebe Grüße, Kathrin