Lese-Tipp: Designermode in Onlineshops

In der aktuellen Brand Eins (Heft 09 September 2010) steht ein sechsseitiger Artikel über den Erfolg von Onlineshops für Designermode. Der Artikel heißt "Glamour ohne Glanz", womit wohl die abgebildeten, kargen Lagerhallen gemeint sind, in denen nun die Luxuskleider zum Verkauf hängen. Autor Markus Albers fragt nach dem Glas Champagner bei der Anprobe...
Seite 29: Fotoproduktion bei Stylebop
Antworten zum Service-Gedanken liegen auf der Hand: "... online kann ich Gucci auch in Gera kaufen und Prada in Plön.", "Die Auswahl ist online (alle Modelle, alle Größen) also viel größer". Als deutscher Vorreiter für aktuelle Designermode im Internet gibt Mario Eimuth vom Onlineshop Stylebop Auskunft. Er erklärt seinen Erfolg (zweistelliger Millionen-Umsatz) damit, dass er zehn Jahre im Einzelhandel gearbeitet hat (sein Münchner Geschäft hieß "Sarajo"): "Er wusste, was die Leute tragen und welche Fragen sie beantwortet haben wollen, bevor sie online den Kaufen-Button klicken."
Diese Fragen scheint Eimuth mit seinen detaillierten Produktbeschreibungen und Kombinationsvorschlägen zufriedenstellend zu beantworten. Heute verschickt Stylebop, so steht es in dem Artikel, 300 bis 500 Pakete täglich.
"Ein Kleid von Roberto Cavalli? Minus 70 Prozent." Noch erfolgreicher ist Brands4friends, der Onlineshop mit Outlet- und Clubgefühl, mit einem dreistelligen Millionenumsatz. Gründer Christian Heitmeyer wird zitiert mit: "Der Preis ist bei 70 Prozent der Käufer das entscheidende Kriterium."
Viel interessanter sind die Zahlen, die der Autor zusammenträgt: So hat sich die Summe (13,4 Milliarden Euro), die Deutsche 2009 für Mode per Post ausgaben im Vergleich zum Jahr 2008 nicht erhöht, aber der Anteil des Onlinegeschäfts daran um 11,7 Prozent. Bedeutet, wenn ich das richtig verstehe, dass der Versandhandel verliert, der Einzelhandel aber nicht. Das wiederum gibt mir zu denken: Kann man wirklich, zumindest im Zeitraum 2008/2009 von einem Wachstum des Luxus-Onlinegeschäfts sprechen? Chloé & Co. gibt es doch nicht per Katalog.
Das mit dem Luxus-Onlinegeschäft in Deutschland kommt erst noch: "Mittelfristig sieht er (Mario Eimuth) den Online-Handel von Luxusmode bei acht bis zehn Prozent des gesamten Branchenumsatzes, so wie in angelsächsischen Ländern schon heute."
Foto: abfotografiert von Seite 29/Brand Eins Heft 09 September 2010, Julian Baumann
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