Lese-Tipp: André Leon Talley in der Qvest

Als "Contributing Editor" (ehemals "Editor-at-Large") der US-Vogue, hat André Leon Talley Zeit bei Gloria von Thurn und Taxis im Schloss am Starnberger See zu verweilen. Er besuchte mit der Fürstin die Salzburger Festspiele und gab der Tochter, Elisabeth von Thurn und Taxis, ein Interview fürs Qvest-Magazin. Auf drei Seiten wurde seinen Antworten viel Platz eingeräumt. Das mag ich.
Das Interview der 28-jährigen Journalistin von Thurn und Taxis beginnt mit der Frage: "Wie gefällt es Ihnen am Starnberger See?"
Wer das für einen banalen Einstieg hält, wird sich wundern, zu was diese Einleitung führt. André Leon Talley liebt diese Gegend, holt aus: Er vergleicht sie mit der Malerei Casper David Friedrichs, interessiert sich für König Ludwig II., für Sissi und deren Garderobe. Und Lederhosen wolle er sich in München kaufen. In Kombination zu einem weißen Hemd bezeichnet er sie als "elegant".
Im weiteren Verlauf erklärt er Anna Wintours Errungenschaften für die US-amerikanische Vogue: "1988 kam dann Anna, und sie kreierte schlichtweg ihre eigene Vogue. Sie hatte einen viel avantgardistischeren Begriff von Mode (im Vergleich zu Diana Vreeland)." Als Beispiel nennt er eines der ersten Titelbilder, für das sie ein Samtjackett von Christian Lacroix zu einer Jeans kombinierte und nicht den dazu gehörigen weiten Rock. So etwas war damals umstritten. (Heute wäre das umstritten, weil Anzeigenkunden oft darauf bestehen, nicht mit anderen Marken kombiniert zu werden, aber das ist eine andere Geschichte und nicht die des großen Modemannes.)
Talley sagt: "Die Vogue von heute steht für Gesundheit, Schönheit, Stil – und nicht nur für schicke Kleider" und er spricht auch über die Modekritikerin Suzy Menkes von der Zeitung Herald Tribune, die er dafür bewundert, sich alle Shows anzusehen. Wenn man hingegen bei einem Magazin arbeitet, könne man sich die Shows untereinander aufteilen: "Ich sehe mir längst nicht mehr alle an."
Wen zählt Talley zu seinen Lieblingsdesignern? Wer prägt seiner Meinung nach den heutigen Stil und, wer darf als Stilikone bezeichnet werden? All das und seine Meinung über Amerikas Next Top Model (er ist Juror) steht in der aktuellen Qvest (No.42/Herbst 2010).
Foto: abfotografiert von Qvest No. 42, Seite 286
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