Luxus-Konsum: sehr unwahrscheinlich

Ich habe gerade an einer Studie der TU Berlin zum Thema Luxus und Markenpersönlichkeit teilgenommen.
Deren Theorie, die auf einen amerikanischen Forscher fusst, lautet: Luxusgüterkonsumenten streben deutlich stärker nach Macht und Leistung. Darüber hinaus sind sie deutlich genussorientierter und tendenziell offener für Neues.
So, ich nun strebe überhaupt nicht nach Macht und Leistung, bin aber sehr offen für Neues. Also habe ich am Ende der Studie meine Werte sortiert und das ist das Ergebnis:
Fazit: Sie gehören zum Werte-Typ Individualistisch-Mildtätig (A.d.R.: Ich bin am Umweltschutz interessiert - daher das "mildtätig")
Ihre statistische Prädisposition für eine ordentliche Luxus-Sucht: sehr unwahrscheinlich - Computer sagt nein! (1-10%)
Na, da sieht man doch mal wieder, was solche Studien taugen. Hey, Ihr Nasen in Berlin und was ist mit einem neuen Lanvin Trench und meinen Margiela Schuhen? Was ist das?
Doch es wird noch besser: Auf Basis der Dimensionen der Luxusmarkenpersönlichkeit haben wir ein Profil Ihrer Markenpräferenzen erstellt. Von 5 Kriterien hat diese tolle Studie nur eines bei mir sicher feststellen können, nämlich, dass ich Modernität mag. Die Kriterien Exzentrik, Opulenz, Elitismus und Stärke konnten nicht eindeutig festgestellt werden. Papperlapapp, kann ich nur sagen. Diese Studie ist in meinen Augen nicht ausgereift. Doch nein, noch ist kein Ende absehbar.
Das ist das zweite Fazit, das ich aus Berlin bekomme. Einen Shopping-Ratschlag:
Nun kennen Sie Ihre Präferenzen für Werte und Markenpersönlichkeiten auch schwarz auf weiß und können Ihre Shopping-Gewohnheiten vielleicht besser durchschauen. Vielleicht können Sie beim nächsten Einkaufsbummel auch Marken besser einordnen und schneller herausfinden, welcher Stil am besten zu Ihnen passt. Wenn Sie Marken auch als fast reale Personen wahrnehmen können, gehen Sie sich doch ein paar neue Freunde kaufen.
Nach diesem Typ sollten Sie Ausschau halten: hochmütiger Bohème mit Schirm, Charme & Chichi.
Wie bitte? Ich soll nach hochmütigen Bohème mit Schirm, Charme und Chichi Ausschau halten. Das ist nicht deren Ernst!
Naja, wer von Euch an dieser komischen Studie teilnehmen will, der kann hier mitmachen.
Die Bilder sind übrigens das Bildmaterial zur Werbung der Studie, wenn man Sie weiter empfiehlt. Ich frage mich da gerade, ob die Dame unter der Dusche die Studentin ist.
Fotos: Clarissa Schwarz und Klaus www.pixelio.de
Photo Credit:
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Kommentare

  • Kathrin Bierling sagt:

    Mein Ergebnis: "Individualistisch-Leistungsorientiert mit hedonistischer Ader", aber auch eine "sehr unwahrscheinliche Luxus-Sucht"

    Was nicht so ganz zu dem passt, wonach ich Ausschau halte solle: "aristokratischer Paradiesvogel auf Speed" – Hahaha, den suche ich mal...


  • Tina sagt:

    Man meint, ich wäre: "Individualistisch-Mildtätig mit hedonistischer Ader", Luxussuchtwahrscheinlichkeit 1-10%, und ich soll Ausschau halten nach: "leidenschaftlichem Paradiesvogel auf Speed". Letzteres ist das exakte Gegenteil meines Mannes, mit dem ich sehr glücklich verheiratet bin, hihi...
  • kumquats sagt:

    tja, wenn diese Art Umfragen nebst "launiger" Auswertung als Spaß gemeint wären und nicht bierernst gar als "wissenschaftlich" verkauft werden würden - so ein Quatschkram geht als Semester- wenn nicht Diplomarbeit durch - wirklich erschreckend hohl, diese Bachelor-= Schmalspur- Studiengänge...ist aber so gewollt, warum auch immer.
    PS: unter der Dusche, das ist ein TYP, oder?!
  • san sagt:

    @kumquats: haha...dass das ein Typ ist, wollte ich auch schreiben...aber ich bin so sprachlos ob so viel Idotie.
  • Anya sagt:

    katastrophal. und das sage ich als sozialwissenschaftlerin. immerhin: den paradiesvogel auf speed habe ich zuhause.