Wolfgang Joop darf zu Schiesser

Seit über einem Jahr wartete Wolfgang Joop darauf, sich an Pleite-Schiesser "beteiligen" zu dürfen. Seit Montag steht fest: er darf. Man spricht von ihm als "Investor", sucht aber weitere. Über die Höhe seiner Beteiligung ist nichts bekannt. Wahrscheinlich investiert er einfach sein Know-how, seinen Namen: Feinripp by Wolfgang Joop. Ich finde das nach der Stützstrumpfhosen-Nummer nur konsequent.
Escada: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin S/S 2010
Modedesigner Wolfgang Joop
Im Ernst: Ich mag Schiesser und ich mag Wolfgang Joop. Tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass der Kreative Schiessers Kult auch für Modeliebhaber wieder beleben kann. Insgesamt sind die Zahlen wieder ordentlich - soll an den kalten Monaten liegen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Kunden in Krisenzeiten keine Experimente mit ihrer Unterwäsche eingehen möchten und Klassisches wie Langlebiges bevorzugen.
Die Süddeutsche zitiert gestern den Insolvenzverwalter von Schiesser so: "Wir erwarten von Wolfgang Joop einen wesentlichen Beitrag, die Marke Schiesser in ihrer Attraktivität zu stärken und zu profilieren. Wolfgang Joop kann darüber hinaus wichtige Impulse für das Design und den Marktauftritt von Schiesser geben." Da stellt sich mir die Frage, wie viel Beteiligung dieser Input den Schiessers wohl wert war.
Ergänzung: Am 3. Juni wurde bekannt, dass Wolfgang Joop die Geschäftsführung von Wunderkind wieder abgibt. So könne er sich wieder aufs Kreative konzentrieren. Und natürlich auch auf seine neuen Aufgaben bei Schiesser.
Foto: Sorry, hatte gerade kein besseres von Wolfgang Joop - die Escada-Tapete irritiert hoffentlich nicht.
Photo Credit:
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Kommentare

  • deike sagt:

    Vor längerer Zeit kam auch von Schiesser mal die Schiesser Revival-Linie raus. Ich bin damals darauf aufmerksam geworden, weil ich immer so läsig fand wie Carrie von SATC diese Männerunterhosen zuhause anhatte. Ich mags schon seit längerem gerne, muss aber sagen, dass ich die Preise für Feinripp manchmal etwas hoch finde.
  • Zebulon sagt:

    Da die Qualität der Schiesser-Produkte kaum der Grund für die Pleite war, sondern eher das völlig verstaubte Image, dürfte man sich von diesem Schachzug ein interessantes Revival erhoffen.
  • Kathrin Bierling sagt:

    Ja, die Retro-Päckchen waren toll, aber floppten aufgrund des hohen Preisniveaus (die Qualität rechtfertigte eigentlich den Preis!). Ich sah sie irgendwann zu Schleuderpreisen in Berliner Boutiquen.
  • Wolfgang Joop for Kaufhof > Designer, Lese-Tipp, Und sonst > Modepilot sagt:

    [...] erst agiert er werbewirksam für einen Stützstrumpf-Hersteller, dann engagiert er sich für Feinripp. Was spricht also dagegen, als Kaufhaus-Berater Faschingsabteilungen und  Günstig-Kaschmir neu zu [...]