Nasenplattdrücker

Als ob das Parisoffice es geahnt hätte und mir meine anstehende Paris-Einkaufstour noch schmackhafter machen will, schickt sie mir doch ein paar hübsche Schaufensterbilder, die unsere liebste Fotografin Claudia Fessler in der Stadt der Liebe für uns geschossen hat. Und Mensch, da haben sich die Dekorateusen bei Lanvin und Chanel aber ordentlich ins Zeug gelegt:
Eigentlich ist es aber so, dass ich die posten musste, weil Parisoffice Milch über ihren Mac gekippt hat und da nun Sense mit ist (das könnte der Modejournalistin niemals passieren. Bei der wäre es Wodka Tonic. Ha! Hahaha!)
Fotos: Claudia Fessler
Photo Credit:
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare

  • FashionMaster sagt:

    Göttlich, absolut göttlich....sowohl Lanvin als auch Chanel! Danke für die Fotos! 🙂
  • Zebulon sagt:

    Die grauen Kulissen mit vorgeklebter Farbfolie erschließen sich mir nicht, und in den Heuschobern dieser Welt wird nach meiner Kenntnis anderes getragen. Zu den rustikal-bukolischen Installationen scheinen die eher urbanen Kleidchen nicht recht zu passen, hier evoziert unsere Phantasie sofort die absolut umwerfende Oktoberfestmode des Jahres 2005 von Escada Sport, die zurückerinnert an eine Zeit, als nicht nur Megah Mittal, sondern selbst die Brüder Herz noch nichts von ihrer Modekarriere ahnten.
  • FashionMaster sagt:

    @ Zebulon: Sei mir nicht böse, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass du schon sehr gerne sehr viel nieder machst. Kann mich aber auch irren...
  • auchmilan sagt:

    sehr schön! lanvin that is.... gefällt ja immer.
    die chanel'sche heustadel-atmosphäre ist zwar aufwendig gestaltet, liegt mir aber auch nicht besonders...
  • Zebulon sagt:

    Warum sollte ich Dir böse sein, Modemeister. Ebenso könnte ich das Gefühl haben, dass viele Kommentatoren mich nicht mögen und niedermachen wollen, nur weil ich Kritik übe, also eine klare Meinung äußere, die entschieden mal in die eine, mal in die andere Richtung geht. Ich habe dieses Gefühl aber nicht. Der große Vorteil solcher Internetplatformen besteht doch darin, dass man anonym und angstfrei seine Meinung sagen und -- wenn es gut läuft -- mit anderen darüber diskutieren kann. Wenn bei dem einen oder der anderen die Tendenz dahin geht, nicht alles gut zu finden, ja und? Dann KÖNNTE man ja darüber diskutieren, anstatt sich exklamatorisch in theokratischer Apologie zu ergehen. Wenn man das täte, würde am Ende vielleicht selbst ein verbohrter Knochen wie ich sagen: Stimmt, in diesen Schaufenstern gibt es etwas Schönes, was mir zuvor verborgen war. So aber verbringe ich lieber den Abend mit wehmütigen Gedanken an die total irren pinkfarbenen und türkisen Damenlederhöschen aus der Escada-Sport-Kollektion des Jahres 2005. Und dass MOs Artikel und Fotos diese Gedanken angeregt haben, allein das war doch schon die Lektüre wert.
  • FashionMaster sagt:

    Ich verstehe....! Klare Meinung -> find ich immer gut - das merkst du ja auch an meinen Kommentaren. Schließlich gibt es mehr als genug "ich finde alles gut was gerade hip ist"-Leute.
    Zurück zum Schaufenster: Mag ja sein dass der normale Bauer an sich etwas anders gekleidet ist, dennoch finde ich das Fenster genial. Nicht nur, weil es die Idee der Show von Karl Lagerfeld wieder aufgreift, sondern weil es absolut genial-dekadent ist absoluten Luxus auf Strohballen zu präsentieren.
  • Zebulon sagt:

    So, jetzt kommen wir ins Gespräch.
    Gegen Genie und Dekadenz hätte ich wenig einzuwenden. Ich sehe beides hier indessen nicht. Ich sehe auch den absoluten Luxus nicht. Abgesehen davon, dass mich Luxus als solcher wenig interessiert, kann ich ihn beim besten Willen nicht erkennen. Das mag jetzt an der Auflösung der Fotos liegen. Kann sein, dass die ausgestellten Kleidchen völlig luxuriös verarbeitet sind. Sehen kann ich das aber nicht. Vom Design her ist das ganze, dominiert durch die (fehlenden) Farben, sehr schlicht. Aber nicht auf eine sachliche Art, sondern einfach so, dass es für meinen Geschmack nicht ins Heu passt. Nirgendwo wird das deutlicher als an den Täschchen. Die setzen einen Farbakzent, der aber ebenfalls völlig gewollt und szenisch unmotiviert ist. Da liegt ein rot/orangefarbenes Täschchen im Wert von vielleicht 1000 Tacken im Stroh, aha. Festgehalten wird es von einer Dame (=Puppe), die sich gerade ihr ebenfalls vierstelliges helles Kleidchen im Stroh ruiniert hat. Egal, das Täschchen ist sehr wichtig (für den Hersteller), deshalb wird es nochmal prominent auf der Leiter präsentiert, das wirkt wie aus dem Leben gegriffen (na fast...). Wie verrückt der Hersteller darauf ist, seine Täschchen zu verkaufen, sehen wir dann noch bei den Beweismitteln mit blauem Täschchen (einmal völlig beknackt im Einkaufskorb, dann präsentiert wie eine Trophäe). Wer Luxus jetzt einfach mit "sehr teuer" übersetzt, mag seine Freude daran haben. Aber mal ehrlich, Modemeister: Wolltest Du mit so unterkühlten Chanel-Damen im Heu sitzen und auf ihr Handtäschchen aufpassen? Der böse alte Mann schweift jetzt in Gedanken wieder schleunigst zu... weißt schon, und brüht sich dazu noch einen Jagatee, dabei murmelnd: Was hätte man aus dieser Heuschoberkulisse alles machen können.
  • FashionMaster sagt:

    Jesus christ, du nimmst es aber genau...

    Natürlich pass ich auf die Handtaschen auf, wenn ich mit nem Mädel im Stroh sitze...sonst kommt vielleicht ne Kuh vorbei und glaubt ihr Kälbchen wieder zuerkennen und schwup die wup ist das Täschen weg und damit das Mädel wohl auch. Tja, auch Fashion ist Business. Wenn die die Taschen nicht verkaufen gibt's auch den KL und Chanel nicht mehr lange und was bitte machen dann Milan und Paris?


    Was ich nicht verstehe: Was bitte hat schlichtes Design mit fehlender Farbe zu tun. Also ich bin der Meinung, dass derade diese Nicht-Farben auf dem Stroh extrem gut zur Geltung kommen. Schlicht sind vielleicht die Grundschnitte, die Verarbeitung allerdings ist super aufwändig. Hätte er Knallfarben genommen, käme das Ganze der Sommer-Kollektion 2007 (? glaub ich!) von Dolce&Gabbana schon sehr nahe.
  • Zebulon sagt:

    Guck mal, Modemeister. Solche Inszenierungen haben normalerweise den Zweck, das beworbene Produkt in einer Verwendungssituation zu zeigen, die für die Zielgruppe irgendwie ansprechend ist. Die Situation als solche, das Lebensgefühl, die gezeigte Spannung oder Entspannung, wer weiß. Auch und gerade Mode wird ja nicht wegen ihres Gebrauchswertes gekauft und getragen, der dann irgendwo in Material und Verarbeitung zum Ausdruck kommt, sondern vorwiegend zum Selbstausdruck und Selbsterleben. Und jetzt wieder zu den Fensterln, was sagen uns die. Stell Dir mal vor, es wäre ein Autohaus, und anstatt Kleidchen und Täschchen im Heu stünden da jetzt Maseratis und Ferraris im Wald. Das wären jetzt immer noch luxuriöse und hochwertig verarbeitete Fahrzeuge, aber was sollen die da im Wald. Würde man da drin sitzen, hätte man vermutlich keinen Spaß daran. Ebenso wenig hätte ich Spaß, im Heu mit einer Dame zu sitzen, die so gekleidet ist wie abgebildet. Das Schlimmste ist, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit hätte vermutlich auch die Dame selbst keinen Spaß daran (nicht wegen mir, der wohl in Krachlederner erscheinen würde, sondern wegen dem teuren Kleidchen und der grünen Flecken). Und das bringt uns zu des Pudels kern. Für Luxusprodukte wird heute oft in einer Weise geworben, die den Luxus als selbstverständlich begehrenswert voraussetzt. Egal ob im New Yorker Sternerestaurant oder im Heuschober: So ein Chanel-Kleidchen und Täschchen muss man doch einfach toll finden. Muss man? Nö.
  • Kathrin Bierling sagt:

    Ne, milanoffice: Hugo! Also Holunderblütensirup mit Weißwein und Mineralwasser aufgegossen und ordentlich angemörster Minze drin
  • mainlandoffice sagt:

    irgendwas mit alkohol eben
  • auchmilan sagt:

    was, du bist auch ein hugo-addict, MJ?
  • Kathrin Bierling sagt:

    Ja, Aperol Sprizz kann ich nicht mehr sehen...
  • FashionMaster sagt:

    @ Zebulon:

    1. Was ist schon normal in dieser Branche?

    Das Produkt in der Verwendungssituation: Ahja, darum haben die Models in der Kampagne von Tom Ford keinen einzigen Faden, aber eine Sonnenbrille. Und so könnte ich noch einige aufzählen, in denen das absolut nicht zutrifft.

    2. Maseratis im Wald? Wäre ne klasse Werbung...finde ich. Du sollst dir ja nicht gleich vorstellen mit dem Auto durch den Schlamm zu fahren! Diese Art Werbung erregt Aufmerksamkeit-> also Ziel erreicht, denn damit wird auch dem Produkt Aufmerksamkeit geschenkt.

    3. Sind sowohl Schaufenster als auch Anzeigenkampagnen für mich -zumindest bis zu einem bistimmten Punkt- auch eine Art von Kunst.


    Ich denke man muss auch unterscheiden zwischen kommerzieller Werbung (z.B. Esprit, Marc o Polo oder für n Rasierer) und High End (z.B. Chanel).
  • beatrix sagt:

    um die Franzosen, Ihre Schaufenster und Moral besser zu verstehen...

    beginne ich mit der Konjugation des Verbes râler...Ähnlickeiten mit bestehenden EU-Ländern sind rein zufällig und vom Autor frei erfunden...on commence:

    -Présent

    je râle

    -Passé composé

    j'ai râlé

    -Imparfait

    je râlais

    -Plus-que-parfait

    j'avais râlé

    und die beste Variante:

    Futur antérieur

    -j'aurai râlé


    nix ist normal und Alles möglich...Und Maseratis im Wald génial!