London Fashionweek: diese und jene

Lasst uns mal nicht nur immer auf die Gro├čen schauen, auch andere interessante Designer zeigen in London. Hier ein paar, die nicht unbedingt auf der Muss-ich-anschauen-Liste stehen:
Louise Goldin: Naja, ├╝ber diese Ich-bin-gerade-aus-dem-Bett gestiegen-Frisur schaue ich mal gn├Ądig dr├╝ber hinweg, jedoch finde ich das Kleid sehr gelungen. Schaut aus wie Neopren-Stoff. Eine interessante, futuristische anmutende Konstruktion und die rote Short drunter, die hervorblitzt, ist eine gute Detailidee der sehr h├╝bschen Central-St-Martin-Absolventin.
Hannah Marshall: Dieses Outfit schaut aus wie aus den 80ern entsprungen. Mugler l├Ąsst gr├╝├čen. Meine Mode war das noch nie, aber mal abgesehen von eigenen Vorlieben, finde ich die Schnittf├╝hrung ansprechend streng und hart. Hannahs Mode ist architektonisch beeinflusst und gibt den K├Ârpern eine Form. Dass sie eine Vorliebe f├╝r Schwarz hat, hat den┬áThe Independent dazu beeinflusst, ┬ásie die "new queen of darkness" zu nennen. Zu einem Interview mit ihr in der Vogue geht es hier.
Ann-Sophie Back: Elfen wandeln ├╝ber den Laufsteg. Entsprungen aus einem fernen Feenreich, in dem es auch ruhig mal etwas d├╝ster zugehen kann. So eine fantasievolle Mode zeigte die Schwedin Ann-Sophie Back, sie sich im Gegensatz zu ihren au├čergew├Âhnlichen Entw├╝rfen am Ende selbst in einer schlichten Latzhose zeigte. Die hier ausgesuchten Bilder beweisen, wie ausgesprochen handwerklich Backs Mode ist: Komplizierte Ausbrenner-Techniken und elaborierte Finishings in den Waschungen oder F├Ąrbungen machen diese Kollektion zu einem k├╝nstlerischen Highlight der Londoner Fashionweek.
David Koma: David k├╝rte ich im Juni letzten Jahres zu meinem absoluten Newcomer-Liebling (hier gehts zum Artikel). Der aus Georgien stammende Designer hat seine technik, Stoffapplikationen auf klassische Modelle wie Kost├╝me oder Hosenanz├╝ge weiter verfeinert und auch noch mehr auf die Spitze getrieben. Das Modell oben ist sicherlich das Show-St├╝ck schlechthin, doch andere "gem├Ą├čigtere" St├╝cke sind durchaus tragbar. Spitze Enden und Zick-Zack-Ausschnitte waren sein Thema in diesem Jahr. So interessant die Kollektion ist, muss ich sagen, dass mir seine letzte Saison besser gefallen hat.
Todd Lynn: Ihn hat Milanoffice im September vorgestellt. Diese Saison ist einer meiner Favoriten. Zwar sehe ich nicht in den Kollektion den Anklang an das Thema der Klimaerw├Ąrmung, statt dessen sehe ich aber die Schule von Roland Mouret, seinen ehemaligen Chef. Lassen wir also mal die ganze Klima-Inspiration beiseite, dann zeigt sich f├╝r mich eine sehr tragbare Kollektion, die wie aktuell gew├╝nscht die Schultern betont und deren warme Erdton-Kleider und -Hosen Allzeitklassiker werden k├Ânnten. Eine sch├Âne Arbeit, die genau die perfekte Mitte trifft zwischen k├╝nstlerischer Arbeit und Konsum-Tauglichkeit.
Fotos: Catwalkpictures
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