Ein Letztes zur Haute Couture: Margiela

Ich weiß, ich weiß. In New York laufen lĂ€ngst die Schauen und ich komme hier noch mal mit der öden Haute Couture an. Aber Margiela muss noch sein, denn das ist die erste Artisanal ohne den Meister und das muss nun mal genauer angeschaut werden.
Die Artisanal Kollektion ist immer ein Highlight der Haute Couture Schauen, auch wenn sie streng genommen gar keine Haute Couture ist, weil es mehr als ein Exemplar von  den StĂŒcken gibt. Aber die Ideen rund um Material-Recycling von Maison Martin Margiela ĂŒbertraf oft alles an kunstreicher Mode. Und nun? Die Inszenierung war wie immer: pur. Ein weißer Vorhang, dahinter stellt ein Mannequin nach dem anderen die Mode vor. Keine Musik, sondern ein Margiela-Mitarbeiter erklĂ€rt das Model. Soweit alles wie immer. Nur die Mode war diesmal tragbarer als sonst. Warum? Es gab diesmal ein Thema, das sich durch die Kollektion zog: Cabaret-Spirit, das "Golden Age der Haute Couture", wie es in der Pressemappe bezeichnet wird.
Die wie immer auf 11 Modelle begrenzte Linie spielte aber in meinen Augen zu sehr mit der Idee des "Garment-Morphing", also aus alten Kleider neue zu machen. Vintage-Abendkleider von annodunnemal umgearbeitet zu neuen - das kennt man bereits von Margiela.
Z.B..: Hier wurde eine BH-Struktur umgedreht (KörbchengrĂ¶ĂŸe F???) und die gibt die Form vor.
Aber der Clou der bisherigen, frĂŒheren Kollektionen war vor allem die Verwendung von mode-fremden Materialien, wie Papier, PlastiktĂŒten, Heftklammern etc. Und das fehlte mir diesmal.
Deswegen begrenze ich hier mich weitgehend auf die wirklich spektakulĂ€ren StĂŒcke: Dieses Kleid, die um eine Metallstruktur herumgebaut ist.
Das hier: Hunderte von Metallquadraten halten die Struktur fĂŒr die Federn. Arbeitszeit: 53 Stunden. 1700 Metal Tubes, 8 Boas.
Hier gefÀllt mir die Hose: Die Löcher sind handgestanzt und manche Löcher sind mit Vintage-Leder unterlegt. Arbeitszeit: 34 Stunden.
Das ist noch ganz nett, aber darin stecken nur 28 Stunden.
Fazit: Man merkt, dass der Meister weg ist. Und irgendwie finde ich das auch fast schon gut, denn es zeigt, dass eben nicht jeder ersetzbar ist. Die Kollektion ist definitiv nicht so elaboriert und kreativ wie sonst. Das Designteam muss sich eben auch erst einfinden.
P.S.: Es war auch die einzige Haute Couture Schau, die ich diese Saison gesehen habe. Denn: Ich konnte babyoffice mitbringen. Daher großen Dank an Frank und sein Team.
Fotos: Parisoffice/modepilot, catwalkpictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • auchmilan sagt:

    ooooohhh.... babyoffice schon auf seiner ersten schau!!! 🙂
  • jela sagt:

    Also von mir aus könnte es mehr von hoher schneiderkunst geben.

    Es gibt nichts schöneres.

    Öde? Nicht haute couture!