Nachtrag zu Chanels Paris-Shanghai

Dass Karl Lagerfeld anlässlich der Präsentation der Chanel Paris Shanghai Kollektion wieder unter die Filmemacher ging, hatten wir ja schon gemeldet. Nun habe ich auch das Bildmaterial bekommen von Chanel und kann noch mehr berichten. Zum Beispiel, dass die Show auf einem 85-Meter langen Frachtkahn von mehr als 30 Models gezeigt wurde. Der Kahn machte am Huandong-Fluss fest, vor der Wolkenkratzer-Kulisse der Stadt. Also, das stelle ich mir ja mal super toll vor. Mit im Zuschauerraum (800 Gäste) saßen übrigens Vanessa Paradies und Anna Mouglalis.
Und die Kollektion? Laut Pressemitteilung war es eine Neuinterpretation des Reichs der Mitte mit Inspirationen
von den Terracotta-Soldaten (eindeutig dieser Mantel)
der urbanen  Romantik  des chinesischen Kinos (dieses Abendkleid)
dem mondänen Chic der 30er Jahre
und der Pracht der kaiserlichen Residenzen.
Eng geschnittene Armel erinnern an die Architektur von Pagoden, die Silhouette ist schmal und strukturiert, Volants übereinander geschichtet.  Viele Stehkragen, Redingotes, Relief-Strick und Tuniken und viel Schwarz, Rot, Khaki und Nachtblau.
Für mich war es auch ein Ritt durch die Epochen. Schaut das nicht aus, wie aus den 50ern?
Und das nicht wie aus den 60ern/70ern entsprungen (Swinging London)?
Schaut das nicht aus wie ein Mao-Militär-Anzug mit kugelsicherer Weste?
Und das ist einfach von der Kopfbedeckung ein Hingucker, der zum Schmunzeln einlädt.
Man muss bei dieser Kollektion ja auch immer bedenken, dass es die Metiers d'Art Linie ist und dass hier die Details ausschlaggebend sind. Der Schmuck kommt von Desrues, die Federn von Lemarié, die Stickereien von Lesage, die Schuhe von Massaro, die Hüte von Michel, die Juwelen von Goossens und der Blumenschmuck von Guillet. Also alles alte Handwerksbetriebe, die Lagerfeld mit dieser Kollektion beschäftigt und deren Savoir Faire er damit am Leben erhält.
Die Mode an sich bekommt damit einen ganz Stellenwert und ich würde weiß der Himmel was dafür geben, mir das alles mal ganz nah anschauen zu können.
Fotos: Chanel
Photo Credit:
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare