Die schwangere Wahrheit: Drama um Mama Jeans

Ich weile gerade in Bayern und habe schon wieder einen Grund gefunden, warum ich meinen Aufenthalt hier toll finde. Denn: Bei H&M in Bayern gibt es in der Schwangerenabteilung tatsächlich … Ware. OK, Ihr wisst nicht, von was ich rede. Deswegen erzähle ich Euch mal was. Vor einigen Monaten, passierte das da:

Meine Hosen passten nicht mehr. Auch die Boyfriend Variante, die echte, also Jeans vom Freund, ging nicht mehr. Eine Schwangerenhose musste her. Eine, die ich bis zum Ende tragen kann und die nicht sch…, na, Ihr wisst schon, aussieht. Nach ausgiebiger Marktrecherche stellte ich fest. Die besten und modischsten Schwangerenjeans gibt es bei H&M. Das ist allerdings eine theoretische Feststellung, die ich tätigte, bevor ich bei diesem Kauf in medias res ging.

Auf der Suche nach der perfekten Mama-Jeans

Wir kommen nun zum praktischen, bzw. zum realistischen Teil bei dieser Geschichte: Gut gelaunt ging ich in den H&M Les Halles (Die von meinem Wohnort aus gesehen nächstgelegene Filiale) und kam, sah und suchte. Die Jeans waren geil, aber alle in Größe 46. Trotz Wasser-, Fett-, Baby-, Plazenta-Einlagerungen bin von dieser Konfektionsgröße weit entfernt. OK, dachte ich. Schaue ich eben die nächsten Tage wieder vorbei. Versuch 2: Ich kam, sah und suchte meine Größe. Versuch 3: Ich kam, sah und suchte. Versuch 4: Ich kam, sah, suchte und wurde langsam genervt. Versuch 5: Ich kam, sah, suchte und überlegte mir, eine Größe 46 mitzunehmen. Inzwischen kneiften meine normalen Hosen so dermaßen, dass es nicht mehr zum aushalten war. Versuch 6: Ich kam, sah, suchte und verzweifelte. Versuch 7: Ich kam, sah, suchte und beschloss, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Ich suchte nun nicht nur eine Hose in meiner Größe, sondern auch einen Verkäufer. Der meinte nur: „Ja, sie sind nicht die Erste, die sich beschwert. Die kleinen Größen sind immer in einer halben Stunde ausverkauft. Aber just heute hat ein neuer H&M bei der Oper aufgemacht und die haben auch die Mama-Kollektion. Versuchen Sie es doch da mal. Am ersten Tag nach der Öffnung haben Sie vielleicht noch Glück!“

Der Verkäufer hatte den Satz noch nicht mal ausgesprochen, da flog ich schon auf meinem Fahrrad in Richtung Oper. Und ab ins Untergeschoß. Juhuhhhh! Massenhaft Mama-Jeans – in 46, 44, 42, 44, 46, 40. Sagte ich gerade 40? Ja genau, die nahm ich dann gleich mal mit. Und eine blaue in 38 auch. Leider war die im Destroyed Look nur noch in  – ja, muss ich es noch sagen – 46 vorhanden. Um mich herum jede Menge Frauen, die wie ich hoch konzentriert Jeans rafften. Wenige Minuten später stehe an der Umkleide mit allen kleineren Größen, die ich noch abstauben konnte. Als ich an die Reihe komme, sagte der H&M-Mitarbeiter zu mir: „Oh, sie sind schwanger! Warum haben Sie denn nichts gesagt, ich hätte sie vorgelassen. Sie sollen doch nicht warten!“ Ich nur: „Aber da waren doch ganz viele andere Schwangere vor mir!“ Und er: „Nö, die waren nicht schwanger, die waren dick.“

So, das ist also des Rätsels Lösung: Die Schwangerenjeans bei H&M sind ständig ausverkauft, weil die so bequem sind, dass eben nicht nur Schwangere die anziehen.  Nur, das hilft mir wenig. Denn nachdem ich dieses Anziehproblem gelöst hatte, passierte mir das gleiche Drama mit den Schwangeren-Strumpfhosen. Bei Versuch Nr. 10 gab ich in Paris auf und begab mich auf Kur nach Bayern. Gerade komme ich vom PEP (Perlacher Einkaufs…. öhm, ja, für was steht das letzte P???), also das ist auf alle Fälle ein ganz schreckliches Einkaufszentrum, in das ich unschwanger wohl nie einen Fuß setzen würde, aber wenn man Babyphones, Babyfieberthermometer und Baby-, nein Parisoffice-Zweitdrucker braucht und dabei wenig laufen möchte, ist das echt praktisch. Als ich den Drucker und den ganzen anderen Kram hatte, sah ich auf dem Weg zum Parkplatz einen H&M. Ich rein, Verkäuferin gefragt: „Haben sie die Mama-Kollektion?“ Die nickte und ich schnurstracks zu den Ständern. Dort: Strümpfe in Schwarz, in Blau, in dünn, in dick, in Wolle – und alle in meiner Größe. Schlaraffenland Bayern!

Fazit: Ihr wisst es gar nicht, wie gut Ihr es in Deutschland habt und wie hart das Leben in Paris ist.

Photo By: Sandra Lajain exklusiv für Modepilot
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