Interview mit Jürgen Teller

Während der Fashion Week in Paris hat Jürgen Teller sein Buch Marc Jacobs Advertising 1998-2009 vorgestellt. Im Marc Jacobs Laden im Palais Royal. Eingeladen waren Fashion-People und auch ein paar Blogger.
Ich nutzte die Chance zu einem Interview mit einem sichtlich nicht daran interessierten Jürgen Teller, der nur brummte: "Ich bin hier zum Signieren, nicht um Interviews zu geben."
Sehr schön finde ich auch immer Deutsche, die ihre eigene Sprache wohl nicht mehr cool finden und dann auf deutsche Fragen Englisch antworten. Kommt gut.
Modepilot: Herr Teller, wieviele dieser Werbeanzeigen, die in dem Buch zu sehen sind, sind veröffentlicht?
Teller: Alle!
Haben Sie eine Carte Blanche für die Arbeit mit Marc Jacobs?
Nein!
Was mögen Sie an der Zusammenarbeit mit ihm?
Es ist sehr familiar. Ich habe fun mit Marc.
Was schätzen Sie an ihm besonders?
His openess and his creativity. Er ist nicht afraid - vor nothing. We have a complete trust.
Nach ein paar Antworten dieser Art, signierte er ungelogen 10 Minuten mehrere Leute und ließ mich stehen. Und das mir, mit meinem klar ersichtlichen Babybauch. Herr Teller, Schwangere sollten nicht so lange stehen. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, als ihre Frau schwanger war.
Irgendwann riss dann bei mir der Geduldsfaden und ich sagte: OK, noch zwei Fragen und dann störe sie nicht weiter, weil sie sind ja nicht hier, um Interviews zu geben!
Scheinbar wirkte das, denn Herr Teller ließ nun andere Leute warten und widmete sich endlich auch mal mir. Und erinnerte sich auch plötzlich wieder an seine deutsche Sprache.
Haben Sie eine Lieblingsanzeige?
Nein, ich habe keine Lieblingsanzeige. Obwohl die Arbeit mit Charlotte Rampling mir sehr viel Spaß gemacht hat. Sie ist eine tolle Frau.
Wer sucht denn die Promis aus - Sie oder Marc Jacobs?
Das ist immer abwechselnd. Meistens sind es Freunde von mir oder Marc. Wir lieben die Zusammenarbeit mit Freunden. Wir kennen die meisten Leute sehr gut und das macht bei der Zusammenarbeit auch Sinn.
Wie lange wollen Sie die Zusammenarbeit noch fortführen?
Die Frage stellt sich gar nicht. Wir machen eine Kampagne und dann wird es Frühling und Marc macht seine Show und dann fragt er mich, was wir machen sollen mit der Werbung. So geht das von Saison zu Saison und irgendwie denken wir beide nicht mehr darüber nach, dass das mal enden könnte.
Schauen Sie seine Fashionshows an?
Ja klar. Ich gucke alle Shows an. Das habe ich sogar getan, als meine Tochter noch ganz klein war. Die haben ich dann einfach mitgenommen zur Show. Meine Frau arbeitet ja auch als Stylistin für Marc. Ich habe nur ganz wenige Shows verpasst, als meine Tochter 5 Jahre alt war und dann zur Schule musste. Heute gehe ich alleine zu den Shows. Meine Tochter ist nun alt genug, dass sie alleine zu Hause bleiben kann.
Die PR-Frau, die mich eingeladen hatte, meinte nur: "Ein Brummbär." Sie hat Recht. Gutes Benehmen ist was anderes.
Wer war übrigens noch da von der Blogger-Szene? Hier haben wir Susie Bubble und Bryan Boy.
Und hier Géraldine von Cafe Mode.
Das Buch ist übrigens bei Steidl erschienen und kostet rund 100 Euro. Ich habe mir keines gekauft, auch wenn man bedrohte Tierarten wie Bären unterstützen sollte.
Fotos: Modepilot/parisoffice, Balistikart
Photo Credit: false

Kommentare

  • Twitter Trackbacks for Interview mit Jürgen Teller > Mode & Kunst, Mode & Promis, Modebücher, Modewerbung > Modepilot [modepilot.de] on Topsy.com sagt:

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  • horst sagt:

    irgendwie gefällt er mir.
    (ps: im bild is nicht susie)
  • Vanessa sagt:

    Ach, das verdirbt mir jetzt mein ganzes Bild, das ich mir aufgebaut habe.

    Ich hab immer gedacht, er ist ein netter Brummbär...


  • modejournalistin sagt:

    Raucht Teller im Laden?
  • modejournalistin sagt:

    "Raucht Teller im Laden" – habe ich das jetzt wirklich geschrieben? Ein schöner, deutscher Satz! 😉
  • kelleroffice sagt:

    er erinnert mich einbischen an gary oldman.
  • julia sagt:

    88 Euro bei Onkel und Onkel in good old Kreuzberg...Wie schön dass es die unverbindliche Preisempfehlung so im klassischen Sinne auch nicht mehr zu geben scheint. Juergen ist aber natürlich top! As always!
  • milanoffice sagt:

    einer hat doch hier nicht mehr alle tassen im schrank (von wegen jürgen TELLER, hahaha) - entweder die pr, die ihn vorher nicht brieft, dass interviews anstehen, oder er, der sich wie ein stoffel verhält.
  • nele sagt:

    Hm nach Erzählungen befreundeter Models hielt ich ihn nur für pervers, jetzt ist er also auch noch unverschämt und unhöflich. Wenigstens hat er Dir keine Zigarette angeboten... oder ??
  • parisoffice sagt:

    Ne, das dann nicht. Das wäre ja fast schon nett gewesen 😉 Nein, MJ, Teller raucht nicht im Laden, aber hält sich an seiner Zigarette fest.
  • claudia sagt:

    ..ich finde Du hast das Beste aus der Situation gemacht!

    Chapeau für Deinen Einsatz..

    Er ist ein Star und hat sicherlich für diesen Status einiges durchlaufen!....


  • dejan sagt:

    ...er ging sogar durch die hölle....traf ihn zu genau dem zeitpunkt.das war bevor er mit venetia zusammen kam...und es wieder nach oben ging,und rein zu marc jacobs...trotzdem.bzw gerad darum sollte man auf dem boden bleiben,und sich nicht so wichtig nehmen...fotografisch total überbewerten.die wirklich großen geister wissen das,und benehmen sich auch so..grüße aus der hauptstadt

    ps;

    ...und warum muß ma eigentlich ein fotobuch machen ...das voll ist mit werbeanzeige???


  • claudia sagt:

    ...kenne diese Geister nicht....
  • Andrea sagt:

    Klasse Artikel, vielen Dank! Gruss Andera