Vionnet ist ziemlich italienisch geworden

Es gibt ja neben den Modeschauen auf der Fashion Week auch anderes. PrĂ€sentationen, Messen, Neuvorstellungen - und so zeigte auch Vionnet seine erste Kollektion nach der Übernahme durch Matteo Marzotto, Ex-Valentino-Manager, Ex-Naomie-Campbell-Boyfriend, Erbe von Marzotto und ein typisch italienischer Schönling (wir berichteten im Februar davon), der schöne Frauen und schnelle Autos liebt.
Ihm zur Seite steht bei Vionnet ĂŒbrigens Marni-CEO Gianni Castiglioni. Nun ist also die erste Kollektion da. Designed vom Italiener Rodolfo Paglialunga, vorher 15 Jahre Assistent von Miuccia Prada. 200 Modelle umfasst die Kollektion, die SEHR stark an Vionnets Originiale orientiert sind und ihren SchrĂ€gschnitt sowie die lockeren, aber voluminösen Stoffdrapierungen wiederaufleben lĂ€sst. Seide und Seidentoile sind die bevorzugten Materialien dieser Kollektion, die mit einfachen grafischen und geometrischen Mustern spielt und die das sogenannte Madras-Karo von Vionnet wiederaufgreift.
Es gibt weitgehend Röcke und Kleider. Ein paar Bermudas ergĂ€nzen die Linie fĂŒr die Tagesoutfits. Die Preise sind, wie die PR-Dame mir sagte, total normal. Ich so: "Was bedeutet das konkret?" Antwort: "Na, zwischen 1200 und 1500 Euro." OK, das ist das also total normal.
Sehr schön finde ich ĂŒbrigens die Schuhe im 20er Jahre Stil. Es gibt auch Schals, Handtaschen - sprich das ganze Programm. FĂŒr die nĂ€chste Saison ist vielleicht dann auch eine Modenschau geplant.
Geordert haben die Kollektion auch schon ein paar: Bei Selfridges und Le Bon MarchĂ© sind die Sachen dann ab FrĂŒhjahr zu haben. Erste eigene Boutiquen sind erst fĂŒr 2011-12 geplant.
Ich stelle hier noch mal zum Vergleich ein paar alte Vionnet-Bilder dazu...
... und diese Zitate von Marzotto: "Vionnet ist eine alte Dame mit großen Potenzial. Ein Haus, mit großer Vergangenheit, die lange vergangen ist und die man komplett wiedererwecken muss."
FĂŒr ihn ist Vionnet ein Start-Up - huch, dieses Wort in Zusammenhang mit dieser Modehistorie, da wird mir ganz anders. Aber Matteo will angeblich langsam machen, wenig kommunizieren und das Label mit RĂŒcksicht auf die Geschichte wieder aufbauen. Na, dann. Den Start des Start-Ups finde ich auf alle FĂ€lle mal nicht ĂŒbel.
Fotos: Catwalkictures, Musee du Louvre Arts decoratifs, Modepilot/parisoffice
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