Grazia in Frankreich gestartet

Am Samstag war es soweit: Grazia ist in Frankreich gestartet. Groß angekündigt seit einer Woche an allen Kiosken. Startpreis: 1 Euro. Und wer sich jetzt das Jahresabo sichert, der zahlt pro Heft auch nur das - ein ganzes Jahr lang.
Ich habe sie mir natürlich gekauft und es gibt nun keinen sooooo großen Unterschied zur englischen Ausgabe. Dennoch habe ich mich fest gelesen. Der Mix aus Politik, Promi-Gossip und Mode funktioniert gut. Richtig viel Neues stand nicht drin, außer dass Kate Moss eine Rocker-Karrriere starten will und dass Annie Leibowitz bankrott ist. Ein Bildchen gab es von der Hochzeit von Milla Jovovich mit Paul W.S. Anderson und dann noch ein bisschen Beckham Gossip. Eine uralte Fotostory mit Chloé Sevigny aus ihrer Wohnung hat mich ein bisschen enttäuscht, aber ansonsten bietet das Heft eine nette Mischung. In der Mode? Ein Bericht über den neuen Preppy-Look, das Gegenteil vom Rock-Schick, dass Agyness nun immer High Heel trägt und eben die üblichen Fotostrecken inklusive Streetstyle-Bildern.
Der Heft wird funktionieren in Frankreich -  da bin ich mir sicher. Und das bringt mich nun zur deutschen Frage: Denn die Gerüchte rissen ja nicht ab, dass Grazia auch in Deutschland kommen würde. Irgendwann mal. Ein wöchentliches Hochglanz-Magazin, finde ich, fehlt noch immer in Deutschland. Zielgruppe: Für alle Frauen, die nicht nur Bunte und Gala lesen wollen.
Die Heftmischung von Grazia Frankreich erinnert in Teilen ein bisschen an die von Woman, falls sich da noch einer entsinnt. Ein wahrhaft nicht schlecht gemachtes Blatt von einer guten Blattmacherin, Christine Ellinghaus, das  - in meinen Augen – durch Managementfehler das Zeitliche segnete. Man müsste nur das alte Konzept aus der Schublade holen, den Psychokram, Sex, Liebe, Partnerschaft und das Reiseressort weglassen, ein paar gute Reportagen und mehr Gossip hinzufügen, die Lizenz von Grazia einkaufen und dann auch mal Geld ausgeben für den Start.
Mal ein kleiner Hinweis an die verehrten Verlagsmanager: Grazia ist hier seit einer Woche an allen Kiosken und in den Bushaltestellen angekündigt worden. In den coolen Vierteln, wie Marais, Canal St. Martin und Montorugueil wurden am Samstag Hinweise aufgestellt auf eine Modenschau, die am gleichen Tag abends im Palais Royal statt fand. Ich habe die mir Show geschenkt, denn ich war anderweitig für Modepilot unterwegs.
Die Website geht gleich mal in die Vollen und im Heft gibt es hinten eine Gucci-Tasche mit Creme de la Mer und jede Menge Gucci Accessoires für 1500 Euro zu gewinnen. Nicht so Firlefanz-Zeugs, das man sonst in deutschen Magazinen oft gewinnen kann. Sprich: Mondadori, sprich Berlusconi (das ist auch der Grund, warum ich kein Abo von Grazia haben möchte), nimmt da echt Geld in die Hand. Daran sollte man sich in Deutschland vielleicht mal erinnern, dass gute Werbung und Investitionen sich eventuell auszahlen.
Foto: Grazia Frankreich
Photo Credit: false

Kommentare

  • brini sagt:

    Oh ja, die woman vermisse ich immer noch schmerzlich. Genau wie die allegra...
  • mausimaus sagt:

    Jaa, die Allegra war meine Bibel, ich vermiss auch die Woman und die Amica... Das warn noch Zeiten
  • Julia sagt:

    War im UK eine begeisterte Leserin, hier gibt es sie ja leider (noch) nicht.

    Die Haptik ist besonders cool, irgendwie verwenden die anderes Papier oder eine andere Drucktechnik- hat sich jedenfalls gut angefühlt.


  • Lieblingsbilder Fashion Week Paris > -Mode-, Fashion-Week > Modepilot sagt:

    [...] gelegt weg trägt. Das Pappmodel war eigentlich eine Werbung für die Wochenzeitschrift Grazia (Wir berichteten über den Start Ende August). Doch scheinbar ist Werbung in den Tuileries verboten, denn sofort kamen Securité-Männer und [...]