Idee gegen die Krise: Dolce&Gabbana senkt Preise

Na, das ist mal eine Idee. Das italienische Designer-Duo Dolce&Gabbana will ab der neuen Frühjahrssaison die Preise um 10 bis 20% reduzieren. Sagt die WWD. Hier geht es zum Artikel.
Dieses Modell ist also noch nicht runtergesetzt, denn es ist noch die Winterkollektion. Doch angeblich soll Kreativität und auch Qualität unter der neuen Preispolitik nicht leiden. Um das mal etwas deuticher werden zu lassen: Ein paar Jeans gibt es dann schon für rund 320 statt 500 Euro. Und ein Kleid, wie das da oben, für 1000 statt 1600 Euro. Mann, das lohnt sich ja. Echte Schnäppchen würde ich sagen. Perfekt für Milanoffice. Aber die seht ja eher auf Prada.
Ich darf hier mal Stefano Gabbana zitieren aus der WWD: In this moment of uncertainty, people spend more willingly on travel or spas rather than on a new dress.
Recht hat der Mann. Und vor allem hat der Mann Recht, wenn er feststellt und moniert, dass die Mode-Zyklen total außer Rand und Band geraten sind. Schafwolle-Pullis kommen im Hochsommer in die Läden, Sommerkleidchen bei Minusgraden im Januar. Das habe ich schon immer doof gefunden. Deswegen gibt es ja nun die Cruise und Precollections, weil diesen Irrsinn niemand mehr versteht.
Wie die beiden das mit den neuen Preisen hinkriegen wollen, ist allerdings tricky: Weniger Stoffe, die anfangs geordert werden, weniger Schischi an den Kleidern, einfachere Schnitte, klarere Linien, bessere Supply chain. Domenico Dolce fasst alles noch mal zusammen: The idea is to peel off the superfluous because there are too many clothes, too many seasons, too much advertising — too much of everything that is tacked onto the final price. We want to go back to how things were 20 years ago. It’s about drawing the line.
Hm, klingt ja alles vernünftig, kleinere, fokussierte Kollektionen ok, weniger Stoffe, naja, aber zu viel Werbung, nö. Vergesst nicht, dass weniger Werbung auch weniger Zeitschriften bedeutet und in der neuen D&G-Politik lese ich eben noch nichts über neue Marketingwege und neue Medien. Wer an allen Ecken spart, enttäuscht am Ende den Konsumenten oder erreicht ihn nicht mehr. Ehrlich gesagt: Wer 1000 Euro übrig hat, ein Dolce&Gabbana-Kleid zu kaufen, der hat auch noch die anderen 600 Euro und die gibt er gerne aus für Schischi und Image, oder?
Foto: Catwalkpictures, Winter 2009/10
Photo Credit: false

Kommentare

  • Nahna sagt:

    Na das nenn ich mal gute Neuigkeiten <3
    http://www.nahnalovesfashion.blogspot.com
  • auchmilan sagt:

    Klingt ja wirklich sehr vernünftig, aber irgendwie passt das Statement nicht so ganz zum opulenten Glamour-Image von Dolce & Gabbana...
  • Brunhilde sagt:

    So großzügig finde ich das Duo nicht. Ein italienischer Fernsehesender hat es bewiesen, daß die D&G Taschen (aber auch viele andere Klamotten von anderen Designers) aus China nach Italien importiert werden. Dort wird das alte Etikett durch ein "Made in Italy" ersetzt. Aber in der Tat sind die Taschen keine 40€ wert. .