Hermès, der Krokodilzüchter

Endlich wissen wir es, warum es solange (bis zu 7 Jahre) von der Bestellung einer Kelly-Bag von Hermès in Kroko bis zur ihrer Auslieferung dauert. Die Krokodile müssen erst noch ein bisschen reifen. Auf dem Luxus-Summit, der von Reuters initiiert wurde, erklärte Hermès-Chef Patrick Thomas, dass man für eine Kelly zwischen drei und vier ganze Krokodile bräuchte, um den hohen Anforderungen des Hauses an die Lederqualität gerecht zu werden. Weil es aber weltweit gar nicht so viele Krokodile gäbe, habe Hermès seine eigenen Krokodilsfarmen in Australien.
Eine verzwickte Zucht, denn Krokodile habe eine hohe Sterberate, bevor sie erwachsen sind und dann beißen Sie sich auch mal, was sich unschön auf das Leder auswirkt.
Rund 3000 Kroko-Kellys verkauft Hermés pro Jahr, zum Preis von rund 35000 Euro. Tendez keineswegs sinkend. Thomas weiß warum: "Der Luxus ist ein Verlangen, das stärker als die Vernunft ist.
Fotos: Catwalkpictures, Hermes Sommer 2009
Photo Credit: false

Kommentare

  • Jen sagt:

    Oh lecker, da möchte man sofort wieder alle Ledersachen wegwerfen, die man hat, und nur noch Stella McCartney kaufen.

    Schlimm sowas.


  • Rallie Dallie sagt:

    Wie sch.... ist das denn?? Ohne Worte...
  • milanoffice sagt:

    Auch in Fernost gibt es diese Krokodilfarmen - hatte da mal eine Einladung hin (die ich aber nicht angenommen habe). da kann man wohl von Becken zu Becken laufen und sich aussuchen, welche Farbe oder Größe man jeweils für welches Produkt braucht.
  • Mia sagt:

    Jetzt kommt sicher wieder dieses Argument von jemandem, dass wir auch Fleisch essen. Ist mir aber egal... es ist einfach unnötig!
  • auchmilan sagt:

    Tja, hatte eigentlich das Argument mit dem Fleisch essen im Sinn... aber nicht nur das, sondern auch das Kalbs-, Rinds-, Ziegen- usw. Leder-Argument.

    Was ist bitte an einem, wohlgemerkt gezüchteten, Krokodil anders?

    Wenn eine neue It-Tasche oder ein neues Super-Schläppchen präsentiert wird finden das alle geil, aber wenn's darum geht wie die hergestellt werden finden es plötzlich viele ganz ganz schrecklich.

    ...wenn wir's mal ganz auf die Spitze treiben wollten dann wäre ja auch die Mode überhaupt überflüssig. Brauchen würden wir ja eigentlich bloß Bekleidung ohne das ganze drumherum.


  • anne sagt:

    wieder so ein heikles thema. "auchmilan" hat irgendwo recht, trotzdem ist die tatsache schockierend. verhindern kann man solche sachen nie, es gibt immer mehr menschen, mit immer mehr geld und luxus muss immer wieder getoppt werden durch noch teureren luxus. ich frage mich nur wo das hinführen soll... eine zarte clutch aus menschenhaut? was kostet die welt..
  • Jen sagt:

    Hm ja, aber beim Fleisch kann man wenigstens auf den Ökobauern zurückgreifen und öfter einfach mal verzichten, wenn man nicht weiss, wie es produziert wurde.
    Bei einer so derbe teuren und edlen (…) Marke wie Hermes erwarte ich irgendwie auch mehr. Nachhaltigkeit, wirkliche Qualität – und dazu gehört einfach auch die gesamte Herstellung, sowohl die artgerechte Tierhaltung als auch die ordentliche Bezahlung der Näher und Schuster. Ich meine, man zahlt die 1000de von Euro doch nicht einfach nur für das Logo?! Reden nicht alle immer vom tollen Leder und der guten Verarbeitung?
    Ich weiss, dass Bottega Veneta und Chanel da wohl Maßstäbe haben. Komplett rechtfertigen kann man den Kauf von Leder-Schuhen und -Taschen so zwar nicht wirklich. Trotzdem muss es ja möglich sein.
    Oder eben Stella.
  • parisoffice sagt:

    Liebe Jen,

    das alles ist auch bei Hermès geregelt. Die Taschen werden sogar in den Ateliers, die direkt über dem Laden liegen, hergestellt. Die Handwerker werden im Haus ausgebildet. Tatsächlich muss ich sagen, dass es mir lieber ist, dass die die Tiere züchten, als dass die irgendwo abgeknallt werden. Und ich halte es wie Du: Wie beim Fleisch kann man auch auf diese Taschen verzichten, wenn man das nicht in Ordnung findet. Stella ist für mich nicht unbedingt eine Alternative, weil sie zuviel Plastik benutzt und das mit meinem Umweltverständnis nicht konform geht.


  • auchmilan sagt:

    Ich verstehe ehrlich nicht ganz was an diesem Post so "schockierend" ist.

    Egal wie teuer, ich glaube nicht dass eine Krokotasche mehr oder weniger öko ist als z.B. Jeans oder Baumwolle aus Massenanbau, die unter den umweltschädlichsten Modeprodukten überhaupt sind, über die sich ja selten jemand mokiert.

    Kunstleder ist letzendlich auch Plastik.

    Dass Mode und in diesem Fall Leder so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich produziert werden und Tiere artgerecht gezüchtet werden erhoffe ich mir natürlich auch und je mehr Designer und Marken in der Hinsicht Transparenz und guten Willen beweisen desto besser.


  • Jen sagt:

    Stella war auch mehr ein Beispiel. Ich kann auch nicht sagen, dass es eine echte Alternative ist, denn ich finde sie sehr teuer für – wie du richtig sagst – zuviel Plastik. Abgesehen davon kann ich bei keinem der genannten Modehäuser einkaufen aus finanziellen Gründen.
    Ist halt ein Kreuz. Ich befürchte, man kann nicht viel richtig machen, wenn man Mode liebt.
  • OCC sagt:

    Auf solche Accessoires sollte man verzichten , sie sollten lieber Bio taschen tragen.
  • Fab sagt:

    Auf dem oberen Bild ist aber eine Birkin und keine Kelly.
  • parisoffice sagt:

    Der Text bezieht sich nicht auf das Bild, Fab, sondern ganz allgemein auf das Thema Krokoleder. Meiner Meinung nach ist es aber dennoch eine Kelly.
  • Fab sagt:

    Ja das stimmt. Ich muss dir aber unbedingt Recht geben. Es ist viel besser wenn die Tiere gezüchtet werden und nicht abgeknallt. Und das mit Stella ist sowieso Unsinn, denn das viele Plastik ist auch nicht besser. Ich finde sowieso, dass das Thema Krokodilleder längst durchgekaut ist, denn solange sie ja legal und unter fairen Lebensbedingungen gehalten werden ist (meiner Meinung nach) alles "ok". Denn manche Kühe (für Kalbsleder) werden unter richtig schlimmen Lebensbedingungen gehalten z.B. wenig oder kaum nahrhaftes Futter ein kleiner Raum und diese Argumentationen wie "äh das ist ja voll grausam" oder "da möchte man ja alle Ledersachen wegschmeißen" gehen mir echt auf den Geist. Was glauben diese Leute eigentlich welche Materialien für ihre Gucci Lederstiefel, Louis Vuitton Taschen oder Chanel Portemonnaies verwendet werden. Ok, das waren jetzt Extrembeispiele aber mich regt es einfach auf wenn die Leute, dann so rummeckern dann aber nicht nein sagen würden wenn man ihnen eine Kroko-Birkin oder einen Fuchspelzmantel gratis anbieten würde. Wie auch immer. Ich stehe hinter deiner Meinung Parisoffice. Gute Nacht.