Ist Mode kein ernst zunehmendes Thema?

Das frage ich mich gerade angesichts der Nominierungen des Grimme Online-Awards. Nicht nur Modepilot, auch viele andere Kolleginnen und Kollegen wie z.B. Les Mads, Stylekingdom und Frauenzimmer, wenn ich mich recht erinnere, hatten sich beworben. Die Liste der 1700 sich um den Preis bewerbenden Website ist leider nicht mehr auf der Seite zu finden. Aber es waren einige von uns Fashionblogger dabei, die hervorragende Arbeit leisten -  im Text, Foto und Layout. Sites, die nicht andere Artikel zusammenfassen, sondern selbst Content generieren.
Nominiert wurden nun 24 Websites. Teilweise große Anbieter mit einem starken Verlag im Background und  - Achtung! - gleich drei Sites, die sich mit Fußball in allen seinen normalen und weniger normalen Facetten beschäftigen. Die Themen Mode, Lifestyle und Beauty waren der Jury keine Nominierungen wert.
Das bringt mich mal wieder zu der Frage: Warum wird in Deutschland Mode und Lifestyle nicht ernst genommen?  Warum wird Mode hier immer nur belächelt? In Frankreich ist es Teil des Kulturguts. Es hätte mich gefreut, wenn einer aus diesem Themenbereich auch es in die Endauswahl geschafft hätte.
Foto: Screenshot Grimme Online
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Kommentare

  • michaela sagt:

    same in Österreich. aber hier liegt es teilweise auch daran, dass die Modeberichterstattung offline wie online praktisch nur im Boulevard und Gossip zu finden ist.
  • Hans sagt:

    Offensichtlich ist Deine/Eure Lobbyarbeit verbesserungswĂźrdig.

    Ich lese Deine/Eure Seite gerne.

    Gibt zwar von mir keinen Grimme-Online-Award, dafĂźr aber der ersten HansPreis!

    Gratulation!


  • parisoffice sagt:

    Hans, das ist sehr lieb und der Preis ist mir auch lieber 🙂
  • amanda james sagt:

    Ich glaube, es liegt teilweise daran, daß Mode nicht so ernst genommen, nicht als so seriös und wichtig erachtet wird. Hat wohl auch was mit der deutschen Mentalität zu tun. Hier muss alles Sinn machen und auf ein Ziel ausgerichtet sein. Und Geld auszugeben für etwas, daß in ca. 3 Monaten wieder "out" ist macht für die meisten Leute einfach keinen Sinn.

    ich kann nur sagen: Weiter so!!!


  • kathrynsky sagt:

    chanel steht fĂźr frankreich, karl fĂźr deutschland, doch der ist in frankreich.

    es ist somit viel etablierter frankreich mit mode zu verbinden,

    weil die franzĂśsischen damen als elegant und modisch in erinnerung sind.

    die deutschen frauen sind arbeiterinnen,

    die deutschen männer auch und arbeiter verbindet man eben eher mit fußball.


    vielleicht ändert sich das irgendwann,

    es wird ja auch viel dafĂźr getan,

    deutsche modedesigner,

    deutsche modelle,

    es wurde viel gepusht in den letzten jahren

    und doch brauch es noch,

    denn, ich glaub deutschland ist zu groß und somit gibt es

    kein zentrum das man mit mode im kopf hat.

    fßr die die sich damit beschäftigen schon,

    doch nicht fĂźr jedermann

    und das dauert eben...

    und dann kann man auch so einen jedermanns preis an modedinge verleihen...


  • Mary sagt:

    wenn man sich mal die liste so durchschaut, ist das nicht nur ein modeproblem - die meisten seiten werden dort von männern verantwortet - das die mädchenmannschaft dabei ist, freut mich natßrlich - aber offensichtlich sind von frauen geschaffene online-inhalte nicht sonderlich grimmepreiswert.
  • JR sagt:

    Naja, bevor der Modejournalismus für seriöse journalistische Preise in Betracht gezogen werden kann, muß er erst einmal kritisch werden. Wer sich nur zum Lautsprecher der Mode- und Beautyindustrie macht und ihre Produkte allein nach dem Kriterium in/out anpreist, der hat die Basics des Journalismus noch nicht ganz verstanden. Das Abarbeiten an so aufsehenerregenden Themen wie GNTM und die belanglose Hofberichterstattung à la Brigitte (siehe aktueller Blogeintrag bei modepilot "Gerüchte: Carlo und Sarko kaufen YSL’s Wohnung" -- wen soll so etwas interessieren?) werden in naher Zukunft jedenfalls nicht zur Reputation des Modejournalismus beitragen.
    JR
  • parisoffice sagt:

    @JR, stimmt, denn Videos von Toren auf Boltzplätzen sind Beispiele fßr kritischen Journalismus, sie kommen sogar ohne Texte aus.
  • Jen sagt:

    ich find's auch schwierig zu beantworten. Wichtig ist so vieles nicht, aber dann fragt man sich auch, wer entscheidet eigentlich, was wichtig ist?

    Ich denke, viele Modeblogs werden einfach von einem eher jüngeren Zielpublikum verfolgt (LesMads) – und das wird ja bekanntlich gerne nicht ernst genommen. Ich muss allerdings auch zugeben, die Halbwertszeit ist bei Modeblogs sehr sehr gering… Lange, gut recherchierte Artikel sind die Seltenheit. Meist sind es nur Momentaufnahmen, die zwar unterhaltsam sind, aber mehr auch nicht.


    Nur ob die nominierten Seiten da alle tiefgründiger sind, wage ich zu bezweifeln…
  • arg sagt:

    Les Mads... Grimme online... das ist nicht euer Ernst, oder?
  • frauenzimmer sagt:

    oh verwechselt uns bloss nicht mit diesem furchtbaren deutschen frauenzimmer-portal 🙂 wir haben damit nix zu tun - da wir auch nicht wirklich fashionblogger sind, sondern eher queer gossip und style-anhängerinnen.
    ich muss dazu sagen, dass ich nach meinen erfahrungen im beauty- und modeprint die arbeitsweise in den redaktionen nicht ernsthaft mit zb tagesjournalismus im nachrichtenbereich/politik/kultur vergleichen wĂźrde OBWOHL wir das natĂźrlich alle professionell gemacht haben und 100% stellen hatten. Ich denke das "problem" mit fashionblogs ist, dass das jeder machen kann, es also kein studium benĂśtigt (bei mir wars auf jeden fall so) und deshalb unter den journalisten auch nicht so wirklich ernst genommen wird wie in anderen themenbereichen.
  • parisoffice sagt:

    @Frauenzimmer: Sorry, wenn ich dachte, dass ihr das wart auf der Liste. Dann habe ich mich getäuscht, aber ich habe schon Euch gemeint. Die anderen kenne ich gar nicht.

    @arg: Warum nicht? Ich finde, die Mädels von Les Mads machen einen super Job. Mir ging es auch weniger darum, nun einen bestimmten Kandidaten zu küren, sondern ich moniere, dass allgemein die Themen Mode, Lifestyle, Beauty, auch Gossip und selbst Kultur (jenseits von Film und Video, die nominiert sind) nicht in die Endauswahl kamen und statt dessen drei Fußball/Sport-Sites gewählt wurden. Da hätte eine genügt und statt dessen hätte es dann eine Site mit Kultur und eine mit Lifestyle geschafft. Das hätte ich ausgeglichener gefunden.


  • milanoffice sagt:

    Was habt Ihr denn alle gegen die Fußballseiten? Das ist ja nun mal auch Kulturgut, aber wie! (Dieser Kommentar ist nicht ironisch gemeint)
  • stoffe « Angelegenheiten sagt:

    [...] werden mal wieder vergeben. Man kann sich über einige der Nominierten freuen, kann man aber auch lassen. Nur soviel: Mir als pseudoelitärem Fuzzi mit popkulturellem Anstrich gefällt diese äußerst [...]
  • Mia sagt:

    Stylekingdom hat sich fĂźr diesen Preis nie beworben.
    Aber was hier in den Kommentaren Ăźber Mode und Fashion Blogs gesagt wurde, finde ich ein bisschen traurig.

    a) Mode ist länderübergreifend interessant. Dass der Grimme Fußballseiten nominiert, kann daran liegen, dass Männer in der Jury sitzen und keine Frauen, die Modethemen nehmen würden.

    Das hat gar nichts mit der LänderzugehÜrigkeit @ kathrynsky zu tun und die Diskussion ob Deutsche "Arbeiter" sind oder nicht finde ich da wirklich fehl am Platz.

    (Als ob Franzosen nicht auch "Arbeiter" wären und Mode und Kultur in Frankreich nur einer elitären Schicht zugänglich sind...)


    b) @ Jen

    Nicht nur Momentaufnahmen bestimmen die Mode.

    Frage einmal Menschen auf der Straße nach den Katastrophen der letzten Woche. Traurig was dabei herauskommt. Da brauche ich nach keiner "Halbwertszeit" von Fashion Blogs fragen. Die gibt es zu jedem Thema und heißt "zivilisiertes medial ausgebeutetes menschliches Gehirn".


    Ich finde diese Online-Preise mittlerweile lachhaft. Who cares?
    Mode ist eine kulturelle Momentaufnahme, die im hier und jetzt unbedeutend erscheinen mag, aber erst mit genßgend Abstand seine Bedeutung bekommt. Vielleicht wird aber wegen dieser Unbedeutsamkeit der Modejournalismus (in egal welcher Form) stets ins Lächerliche gezogen und als Randthema behandelt.
  • kathrynsky sagt:

    @mia ich finde es ßberlegenswert auf die Fragen und Sätze:

    "Warum wird in Deutschland Mode und Lifestyle nicht ernst genommen? Warum wird Mode hier immer nur belächelt? In Frankreich ist es Teil des Kulturguts.",

    diese beiden Länder zu vergleichen.

    Rein oberflächlich. Und ja, da finde ich kann man auch auf allgemeine Klisches zurßckgreifen,

    denn die Preisvergabe hat sich ja anscheinend nicht tiefer mit Themen beschäftigt.

    Denn dann hätten sie keine Fußball und auch keine Mode oder Fashionseiten nominiert....

    Ganz platt: Findest Du Carla Bruni nicht auch eleganter als Angela Merkel?

    Damit urteile ich doch nicht ßber deren Fähigleiten, denn die liegen bei beiden einfach in unterschiedlichen Bereichen.

    Ich wollte nicht tiefgrĂźndig werden,

    denn natĂźrlich gibt es elegante, schicke und tolle Frauen

    (und Männer, die sind ja nicht überall Fußballer)

    in ganz Europa und in jedem Teil der Welt, genauso wie Arbeiter....

    so wie bei den Bienen und Ameisen 😉


  • drikkes » Blog Archive » L:stoffe sagt:

    [...] werden mal wieder vergeben. Man kann sich über einige der Nominierten freuen, kann man aber auch lassen. Nur soviel: Mir als pseudoelitärem Fuzzi mit popkulturellem Anstrich gefällt diese äußerst [...]