Neues Leben für Samaritaine?

Es war einmal ein Kaufhaus in Paris. Das machte einen Relaunch und alle fanden ihn toll. Doch dann kamen Kontrolleure von der Stadtbehörde und schüttelten die Köpfe. "In dieser Bruchbude wollt ihr Klamotten verkaufen? Das ist gefährlich", so der Tenor. Kurz danach musste das gerade wieder cool gewordenen Kaufhaus Samaritaine seine Türen schließen. Das war 2005. Den Mitarbeitern wurde gekündigt. Danach gab es Streit, zwischen den gefeuerten Mitarbeitern und dem Eigentümer, LVMH, und LVMH und der Stadtbehörde. Ein langwieriges Tauziehen begann, ohne das was voran ging. Doch nun meldet das Fachblatt TextilWirtschaft, dass Bewegung ins Spiel komme.
400 Mill. Euro will der Luxuskonzern LVMH in den Umbau von Samaritaine investieren. Ich zitiere: Der Luxusgüter-Konzern hat in der vergangenen Woche die Genehmigung der Stadtverwaltung von Paris für sein kürzlich vorgestelltes Sanierungsprojekt erhalten. Der Umbau in ein Gebäude mit Ladenkomplex, Büros, ein Luxus-Hotel sowie Sozialwohnungen ist den Forderungen der Stadt angepasst worden. In den von den Verantwortlichen der Stadt Paris abgesegneten Plänen wurden Büroräume zugunsten von mehr Sozialwohnungen gestrichen.
Diese o.g. Sozialwohnungen befinden sich mitten in der Stadt, haben Seine-Blick und sogar Eiffelturm-Blick. Doch das Beste: Abends geht auf der Fassade des Samaritaine die Sonne unter. Kurz: Eine bessere Lage gibt es kaum. Dort wird es nun Sozialwohnungen geben? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Doch dazu muss man wissen: Wer wohnt in Paris in Sozialwohnungen? Nein, falsch, natürlich keine Sozialhilfeempfänger. Die wohnen außerhalb von Paris in Sozialwohnungen. Innerhalb des Stadtkerns wohnen bestdotierte Beamte aus den höchsten Stufen der Behördenhierarchie in Sozialwohnungen. Die haben da so um die 600 qm für ein paar lausige Tausender Miete. Na, denen bleibt genügend Geld übrig um einzukaufen, denn immerhin soll der größte Bereich von Samaritaine wieder dem Kommerz zugeführt werden. Eröffnung: 2013.
Fotos: modepilot/parisoffice
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