Der Parfum-Kritiker

Düsseldorf. Chandler Burr, Parfum-Kritiker der New York Times, ist zu Gast in unserer Stadt, denn an diesem Wochenende findet die sehr exklusive und erste Parfummesse "Sniffapalooza" im Malkasten statt. Mit hochwertigen Nischenparfums, Kunstwerken wie Burr sagen würde...
Burr, der eigentlich Wirtschaft, Politik, Japanisch und Chinesisch studierte, schrieb gerade einen Artikel über Tony Blair für U.S. News als er bei einer Zugfahrt einen Biophysiker trifft, der sich mit Gerüchen beschäftigt. Nach dreieinhalb Stunden entscheidet sich Burr, ein Buch zu schreiben: "The Emperor of Scent". Mit diesem Buch empfiehlt er sich der NY Times, doch er fordert mehr: Eine Kunstkritik, eine Kunstkritik über Parfums, denn gute Parfums seien eine Kunstform für die Nase wie Gemälde fürs Auge und Musik für die Ohren.
Im August 2006 wird Burr der erste Parfum Critic der New York Times. Wenn er, wie im Juni 2008 geschehen, dem Herrenduft Allure Homme Sport von Chanel nur einen von fünf Sternen verleiht, dann bekommt er einen Anruf von Jacques Polge, dem Chanel-Parfumeur, der ihm Recht gibt. Es sei eben ein rein kommerzieller Duft.
Burrs Bewertungskriterien: Wie entwickelt sich der Duft auf der Haut,  wie lange hält er an, wie verbreitet er sich (schafft er den Sprung von der Haut) und seine eigene Meinung.
Wenn Burr einen Duft für Müll erklärt, bevor er im amerikanischen Markt eingeführt wurde, dann hat die Parfummarke ein Problem. Dennoch: ein 5-Sterne-Duft (z.B. Ormonde Man by Ormonde Jayne) à la Burr ist nicht gleich Bestseller - zu fein seine Nase für den Durchschnittsamerikaner, der den von Burr so verhassten Ed-Hardy-Duft kauft.
Hier geht es zu seinen Parfumkritiken "Scent Notes": http://themoment.blogs.nytimes.com/tag/scent-notes/
Foto: modepilot/modejournalistin
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Kommentare

  • dafo sagt:

    Schöne, aufschlussreiche Hintergrundinformation! Macht den Modeblog für mich so noch interessanter! Danke!
  • Kathrin Bierling sagt:

    Noch etwas: Burr sagt, dass es nur einen einzigen Grund für die Unterscheidung von Herren- und Damenparfums gibt: Marketing. Würden Düfte nicht auch mit maskuliner Verpackung und entsprechender Werbung auf den Markt gebracht werden, würden Hetero-Männer keine kaufen, so Burr.
  • dafo sagt:

    bin beruhigt schon mit 18 keinen "Fehler" gemacht zu haben.