Hussein Chalayan: trompe l'oeil

Während meiner Mitstreiterinnen in Frühlingsstimmung auf Männersuche gehen, arbeite ich unverdrossen die noch nicht vorgestellten Kollektion von den Pariser Schauen ab. Muss ja erledigt werden, sonst kommen Klagen. Heute also (nach Talbot Runhof) Hussein Chalayan.
Der arbeitet seit 2008 als Kreativdirektor für Puma, die im Gegenzug auch Anteile an seiner Firma erhalten haben.  Wer jemals mal eine Show von ihm gesehen hat (ich hatte das Glück vor rund 3 Jahren), weiß, dass diese Präsentation Kunsthappenings sind. Doch das war diesmal anders:
So, sah die Mode aus. Und da muss man schon ganz genau hingucken, um zu sehen, dass die auf den ersten Blick normale Mode gar nicht so normal ist. Alsoooo Zooooooom auf die Modelle und da sieht man, dass der vermeintliche Schal gar keiner ist.
Dass das vermeintlich nackte Dekolletee ein Art Panzer ist.
Dass die Stoffe außergewöhnlich sind.
Dass der Gürtel aus Holzstücken besteht.
Cool, aber dennoch: Im Vergleich mit seinen explodierenden Kleidern aus Luftkissen oder seinem Tisch-Rock als Holz ist das alles sehr normal. Ein Tribut an Puma oder ein Tribut an die Krise? Ich hätte mir schon eins oder zwei seiner super kreativen Modelle von einst gewünscht als Highlight der Show.
Fotos: Catwalkpictures
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