Der Laden in meinem Hinterhof

Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich in Paris mitten im Chinesen-Sentier wohne. Für alle, die nicht wissen sollten, was das Sentier ist. Mitten in Paris gibt es Straßenzüge voller Läden, wo nur Einzelhändler einkaufen können, um sich mit "schneller Ware" – wie man im Fachjargon sagt – einzudecken. Das sind schnell produzierte Klamotten, die von Indern, Chinesen und anderen schlecht bezahlten Nationalitäten in einfachsten Appartements genäht werden und dann meist im Erdgeschoss des gleichen Hauses zum Verkauf stehen. Die Modelle sind fast alle abgekupfert von anderen. Einen echten Designer hat hier im Viertel kaum jemand. Dementsprechend schaut das Zeugs auch aus. Eine Ansammlung von Scheußlichkeiten. Die Highlights dieser Uah-Bäh-Klamotten verkauft der Laden bei mir im Haus: Sachen für Erotikshops und Outfits für die Damen, die zwei Straßen weiter in Massen auf dem Gehsteig stehen.
Mein täglicher Gang zum Briefkasten ist deshalb immer amüsant, weil die Sachen in der Vitrine gegenüber entweder total daneben sind oder sich gerade irgendwelche Mädels im Treppenhaus in die frisch erstandenen Latexteile quetschen.
Doch lange Rede, kurzer Sinn: Heute also entdecke ich das hier. Ich meine die Hose, nicht das Oberteil:
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Also diese Hose ist doch mal absolut topaktuell. Gibt es in x Farben  – auch in Gold. Und dass das "in" ist beweisen die Kollektionsbilder von Es Orchestre.
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Ok, das letzte ist Leder. Aber in Latex sind sie auch noch in. Givenchy hatte auch welche. Ich bin nun versucht, bei er Chinesin im Hinterhof mal zu fragen, ob sie mir eine verkauft. Natürlich zum Einkaufspreis und Nachbarschaftspreis ;-)
Foto: Es Orchestre, modepilot/parisoffice
Photo Credit: false

Kommentare

  • Tina sagt:

    Latex-Leggings sind toll! Pass aber auf, dass Du sie nicht zu klein kaufst. Ich finde nämlich, sie sehen nur gut aus, wenn sie nicht ganz hauteng anliegen.
  • modejournalistin sagt:

    parisoffice, würde gern unsere Jahresversammlung 2009 auf November 2008 vorverlegen - will Dich in diesem Beinkondom sehen!
  • parisoffice sagt:

    Tina, erstmal Dank für diesen Rat.
    Und Modejournalistin, gerade hat die Chinesin den Laden zugemacht. Ich quatsche die mal die Tage und frage, was das Teil kostet. Leiste ich mir dann selbst zu Weihnachten. Für ein bisschen Erotik unter dem Tannenbaum.
  • milanoffice sagt:

    Aber nur, wenn Du die Dinger auch im Treppenhaus anprobierst. Sonst ist ja der Witz weg.
  • parisoffice sagt:

    Also, einen Vorteil muss ich als Nachbarin ja haben. Die werde ich mal gepflegt in der Wohnung anprobieren. Außerdem müsste ich die Chinesin mir die Leggings eigentlich schenken als Ausgleich für die ästhetischen Geschmacksverirrungen, die ich mir hier täglich ansehen muss.
  • milanoffice sagt:

    Wenigstens könnte Sie Dir ab und an mal ein Nasi Goreng vorbei bringen.
  • parisoffice sagt:

    Stimmt.
  • Trend Tregging « Modepilot sagt:

    [...] Trend Tregging Tregging? Noch nie gehört. Kein Wunder, ist ja auch ein komischer Trend und besagt eigentlich nichts weiter als dass Legging und Hose, auf englisch Trouser (das macht dann zusammen Tr(ouser)(L)egging), gekreuzt und ohne viel oben drüber angezogen wird. Schaut aus wie diese Latexhose, die ich hier vor ein paar Tagen vorgestellt habe.  [...]
  • erotikshop sagt:

    Also dieser Stadtteil war mir bisher noch nicht bekannt klingt aber nach einem sehr belebten fleckchen...
    @milanoffice es gibt sicherlich eine menge leckerer Gerichte die man da verzehren kann 😀
  • milanoffice sagt:

    ich mag auch ente süß-sauer