Buy Vip und Gruner+Jahr

Shopping Community Portal schimpft sich Buy Vip, bei dem gerade der Verlag Gruner+Jahr eingestiegen ist. Na, das will ich genauer wissen, wofĂŒr die Hamburger in Zeiten von Einstellungsstopp und angekĂŒndigten Zeitschrifteneinstellungen noch Geld haben.
So sieht die Startseite aus bei Buy VIP. Schön, die macht mich schon mal an.
bild-12
Doch als ich dann mal kurz einen Blick auf die Klamotten werfen wollte - Essig. Weiter geht's nur, wer sich registriert. Und da frage ich mich: Warum sollte ich das? Ich sehe ja auch vorher ins Schaufenster, bevor ich einen neuen Laden betrete und vor allem meine Stammdaten irgendwo hinterlege. Beruhigen will mich auch nicht das Zitat aus der Pressemitteilung von G+J:
An den zeitlich und mengenmĂ€ĂŸig limitierten Kampagnen von BuyVIP kann nur teilnehmen, wer Mitglied der Community ist. Die geschlossene KĂ€ufergruppe kann Markenartikel zu stark reduzierten Preisen erstehen oder erhĂ€lt exklusiven Zugang zu Produktneuheiten. Über 350 Top-Marken wie Calvin Klein, Breil, Aigner, DKNY, Champion, Kenzo oder Fendi konnte BuyVIP bereits fĂŒr sich gewinnen.
Also, das könnten ja auch ganz öde und third seasons Ware sein. Und außer Fendi, Calvin Klein und DKNY (die beiden letzten haben auch ziemlich billige Lizenzprodukte auf dem Markt) interessiert mich bei dieser Aufstellung wenig. Hm. Dann diese Musik: Da erwarte ich eher mal blaue Cardigans, flache Lackschuhe als heiße modische Neuheiten.
Fazit: Ich will mich nicht registrieren. Das ist mal wieder so ein Deal, wo ich nicht so Recht weiß, was ich damit anfangen soll.
Foto: Screenshot
Photo Credit: false

Kommentare

  • modejournalistin sagt:

    Horror, solche Seiten! Da erscheint mir der aufwendige und nervenraubende Besuch eines Outlet-Centers schon sinnvoller...
  • roberto sagt:

    Ich war mal Mitglied, habe nie etwas gekauft, es gab nur Schrott und bin auch nicht mehr dabei.
    DarĂŒber hinaus kann ich bestĂ€tigen, dass es sich teils um Third-Season-Ware handelt und grĂ¶ĂŸtenteils sind die wirklichen Luxusmarken nur sehr rar. DarĂŒber hinaus gibt es zahlreiche Labels, die nichts mit Luxus im eigentlichen Sinne zu tun haben.
    Es ist jedenfalls nichts weiter als Geldmacherei unter der VortÀuschung, dass man mit der Ware up-to-date ist und sich im Luxussegment befindet.
  • parisoffice sagt:

    Roberto, danke. Das ist sehr interessant. So was hatte ich mir fast gedacht.
  • Patric sagt:

    hmmm... schon seltsam, wie solche Seiten von... sagen wir mal "Experten" zerrissen werden. Sind die 500.000 registierten User denn alles Idioten und wie kommt es nach nur zwei Jahren zu einem Umsatz von 15Mio Euro? Sicher ist da auch mal ein Third-Season-Teil dabei, aber ebenso gibt es gelegentlich aktuelle Ware. Luxusmarken verknappen ihr Ware so sehr, dass sie ihren Overstock lieber im Lager verrotten lassen, als ihn unter Preis zu verkaufen. Ich hab bei BuyVIP Diesel, RAF Raf Simons, JP Gaultier, 7 For all Mankind gesehen und das ist fĂŒr den "normalen" Fashion Victim alles andere als Schrott. Außerdem gab es darauf im Schnitt 50% Rabatt und da muss man sich dann schon entscheiden: Will ich sparen und trotzdem Marke? Oder will ich topaktuelle Ware?...fĂŒr letzteres sind dann BuyVIP, Vente Privee, Brands4Friends in der Tat nicht das Richtige.
  • Miss S. sagt:

    Interessantes Thema.

    Tatsache ist, und da muss ich Patric recht geben, dass Shopping Communities wie BuyVip oder auch B4F riesigen Anklang finden und die UmsÀtze sich sehen lassen können.

    Ich selbst habe zwar noch nie bei BuyVip oder auch B4F bestellt (wohne auch nicht in Deutschland), doch schaue ich immer wieder vorbei und muss sagen, dass mir das Angebot ganz gut gefÀllt. Sicher, nicht alles ist schön, und vieles ist auch nicht aktuell, doch ich laufe auch nicht jedem letzten Trend hinterher, sondern kaufe Sachen die zu mir & meinem Stil passen.


    Roberto schneidet einen guten Punkt an, denn man sollte trotz Angebot immer vergleichen, ob der angebotene Preis nicht anderswo doch gĂŒnstiger zu finden ist. Und mal im Ernst, wer meint sich mit Diesel oder einem Parfum von CK im Luxussegment zu befinden, den lĂ€sst man wohl auch besser in diesem Glauben 🙂
  • roberto sagt:

    500.000 registrierte User und ein Umsatz von 15 Millionen Euro zeugen mal wieder davon, dass Deutschland voll von MitlĂ€ufern ist, die im Aberglauben etwas ganz Besonderes zu sein auf solchen Plattformen einkaufen! Und es ist wirklich erstaunlich, dass ich noch nicht wußte, dass es bereits 500.000 VIP's in Deutschland gibt...
    Sorry, aber kann dieses Land mal aufhören immer so an Masse orientiert zu sein? »Deutschlands grĂ¶ĂŸter Direktversicherer«, »Deutschlands meist gewĂ€hlter Tarif«, »Bereits ĂŒber 6. Millionen verwirklichte TraumhĂ€user« bla bla bla. Gibt es noch so etwas wie Selbstreflexion...?

    Ich muss Dir recht geben Patric – diese 500.000 sind ĂŒberwiegend Idioten!

    BuyV!P hat das ein oder andere Teil, dass ohne Frage ein SchnĂ€ppchen sein kann und im Luxussegment einzuordnen ist, aber ich habe monatelang Durststrecken erlebt und war stĂ€ndig von Marken genervt mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Wenn ich schon an irgendwelche Calvin Klein DĂŒfte denke oder Tommy Hilfiger Zeugs – geschweige denn 7 For All Mankind (eine völlig ĂŒberflĂŒssige Marke, die an MĂ€nnern ohnehin nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen hat!), dann kommt's mir hoch und das muss ich nicht auch noch herbeirufen, indem ich mich bei BuyV!P registriere und stĂ€ndig mit Mails zugeklatscht werde, wo vielleicht alle paar Wochen mal ein RAF-Teil dabei ist.


    Das Unternehmen will Masse, bekommt Masse und verkauft Masse. Wie Du schon richtig sagst »Will ich sparen und trotzdem Marke?« – das ist das einfach strukturierte Denken der KĂ€ufer und Interessenten solcher Portale – frei dem Motto »Kaufen nur der Marke wegen und das doch aber bitte preiswert!«
  • Patric sagt:

    Robert, Deine Denke ist legitim, aber es ist ein Nischendenken. Klar braucht ein Land die Individualisten, aber wir brauchen auch den Kommerz bzw. die kommerziellen Marken. Es gibt genug kreative Labels die an Schönheit sterben. Man kann ja informierter, kreativer, individueller sein, aber deshalb brauch ich doch keinen zu verurteilen, der ein kommerzielles Produkt konsumiert oder verkauft. Bis Du als Marke wie z.Bsp. "7 for all mankind" mal so ein gut funktionierendes Produkt hast, musst Du als Unternehmen eine Menge richtig gemacht haben. Und dabei waren es die Fashion Victims, die 7 for all mankind vor 5 Jahren zum ersten Mal getragen haben... da war die Hose noch cool und jetzt ist sie eben kommerziell und ein Produkt fĂŒr (fast) alle modemĂ€ĂŸig normal orientieren.
    Und im Falle BuyVIPÂŽs muss man anerkennen, dass die Entwicklung seit der GrĂŒndung vor 2 Jahren erstaunlich gut war. Man kann ja kritisieren, aber man muss nicht alles schlechtreden.
    Ich meine: IndividualitĂ€t in allen Ehren, aber was fĂŒr ein Auto fĂ€hrst Du denn..? Wo bist Du versichert...? und was kommt bei Dir auf den Teller...? Auch Du, lieber Robert, wirst nicht in allen Dingen des Lebens etwas anderes, vermeidlich besseres konsumieren als die Anderen. In diesem Sinne.... ein schönes Wochenende!
  • susi sagt:

    die diskussion um stil und idividualitÀt hört mit der marke auf!
  • roberto sagt:

    Ja, Patrico ich muss Dir diesbezĂŒglich auch Recht zusprechen. Die Wirtschaft braucht den unreflektierten, kommerziellen Konsum zahlreicher MitbĂŒrger. Aus diesem Grunde dĂŒrfen diese Marken auch alle existieren, nur darf ich mich durchaus darĂŒber aufregen, dass so viele Menschen keinerlei Interesse daran hegen sich mit dem Produkt, seiner Geschichte und Idee auseinanderzusetzen und dann so etwas wie BuyV!P vor die Nase gesetzt bekommen und einfach drauf los konsumieren, weil sie glauben etwas Besonderes und AusgewĂ€hltes zu sein.
    Ich verurteile auch nicht den VerkĂ€ufer, sondern nur den Konsumenten. Den Erfolg gönne ich dem Unternehmen, denn es scheint ja marketing-technisch alles geklappt zu haben und wenn es genug Blöde zu geben scheint, die drauf reinfallen... Anfangs war BuyV!P noch ein kleines Unternehmen und es kam mir fast vor, als sei ein wenig Herzblut mit drin, doch jetzt wirkt es einfach nur noch groß und auf Masse fokussiert. Leider die Masse, die ĂŒberwiegend blind konsumiert.
    7 for all mankind gehört ebenso wie zahlreiche andere Marken zu denen, die keine wirkliche IdentitĂ€t haben. Man muss sich auch ebenso anstrengen um Unterschiede zwischen Ralph Lauren, Gant, Tommy Hilfiger zu finden... in den Standard-Kollektionen gibt es bis auf das Logo doch nur marginale Unterschiede. Warum sollte es mich ĂŒberhaupt interessieren von welcher der drei Marken ich mir ein Polo-Shirt kaufe? Im Endeffekt doch nur des Labels wegen und genau das sind auch die Konsumenten solcher Online-Portale.
    Aber ja, Daseinsberechtigung haben sie alle mehr oder weniger, doch es fehlt mir schlichtweg die Reflektion des Konsumenten. Keiner setzt sich mehr mit dem Produkt auseinander und reagiert nur noch auf primitives, wenn auch erfolgreiches, Marketing. Das ist einfach schade.

    Nein, ich werde nicht in allen Dingen des Lebens etwas anderes, vermeidlich besseres konsumieren als die Anderen, aber ich versuche es wenigstens.

    Damit auch Dir ein tolles Wochenende, Patrico!


    🙂
  • Ute sagt:

    Ich kaufe seit langer Zeit Dinge im Internet und gehöre zu den Menschen, die zunÀchst x Preisvergleiche in den Originalshops u. auf anderen Seiten anstreben, sofern es welche gibt, bevor ich etwas kaufe. Gerade bei Buyip bin ich bislang noch nicht auf die Nase gefallen u. es gibt dort zuweilen Produkte, die sogar noch Monate nach dem Kauf, selbst wenn sie im Originalshop heruntergesetzt werden, 30 - 50 Euro billiger sind. Ich finde es zwar schade, dass die Seite momenten verstÀrkt auf Mitgliederwerbung setzt, denn ich finde, das hat sie nicht nötig - aber dennoch hab ich bislang nur hochwertig verarbeitete Sachen, die nicht aus einer VorVorsaison waren, dort erstanden. Prinzipiell spricht doch auch nichts dagegen, sich auf solch einer Seite zu registrieren, um sich erstmal die Sachen anzusehen. Zum einen ist die Mitgliedschaft kostenlos u. zum anderen leben wir in einem Zeitalter, wo man sich nicht nur eine E-Mail Adresse halten muss oder zumindest eine anlegen kann, die eben genau solchen Testzwecken dient.
  • parisoffice sagt:

    Liebe Ute,

    Du magst mit allem Recht haben. Aber ich verwalte eh schon 3 e-Mail-Accounts und alle sind ĂŒberbordend voll. Ich habe wenig Lust, mich zu registrieren, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet. Muss ich ja bei Yoox oder net-a-porter auch nicht.


  • JĂ©rĂŽme sagt:

    So, erstmal "danke" parisoffice aus zwei grĂŒnden:

    1. erklĂ€rt es sich aufgrund der ĂŒberfĂŒllten e-mails, weshalb ich keine antwort erhielt. aber hier traut man sich ja ĂŒber job-angelegenheiten auch nicht zu schreiben.

    2. danke, dass du und ute nochmal einen kommentar hinterlassen habt. habe gerade alles durchgelesen und finde die diskussion super interessant. erst hab ich zwar gedacht: huch, was war denn da vom 6.-8. los? aber auf den zweiten blick handelt es sich um ein wirklich interessantes thema. darĂŒber solltet ihr nochmal schreiben "der luxus von heute - zertifizierung erforderlich?".


    Die herzlichsten GrĂŒĂŸe nach Paris ins Office und natĂŒrlich auch an den "C`est moche"-Kommentator (unbekannterweise)!