Der deutsche Morgen

Der war gestern, am Samstag. Dass ich nun darüber berichte und hier gleich Fotos zeige, ist sehr nett von mir. Denn die deutschen Modelabels sehen es eher nicht ein, deutsche Journalisten in Paris einzuladen. Außer Bless, bekam ich nur noch eine Standing Karte bei Wunderkind. Leider kam ich dadurch aber erst so spät in die heiligen Hallen, dass alle Fotografen-Plätze weg waren und ich hinten links am Vorhang, hinter einer Mauer von Köpfen den Hals recken musste, um überhaupt was mitzukriegen.
Deswegen also nun die Kollektion ohne Bild. Unsere deutsche Kollegin Modejournalistin kann sicherlich bald Bilder nachreichen. Dennoch will ich kurz die Schau zusammen fassen: Wolfgang Joop schwamm gegen den Strom. Er ist nicht nur der einzige Designer in Paris, der vor statt nach der Show Interviews gibt, er ist auch einer der wenigen, der seinen Gästen, was zu trinken anbietet (und auch zu essen, wenn man dank Platzkarte früh drin ist). Er war der einzige, der in Paris den Schwerpunkt auf Hosen und Hosenanzüge legte und eher weniger Röcke zeigte. Und er ist einer der wenigen, der Muster dem Uni-Trend vorzieht. Riesige Karos (Grau auf gebrochen Weiß) auf fließenden Stoffen zu Dreiviertel-Hosen und locker sitzenden Jacketts wehten auf flachen Schuhen über den Laufsteg.  Wie das ganz genau aussah, kommt eben dann, wenn Modejournalistin die Bilder hat.
Zu Talbot Runhof. Einen Schauentermin um 9.30 Uhr am Samstag ist vielen Franzosen zu früh. Genau deswegen profitierte ich davon, denn eine Freundin, die ausschlafen wollte, gab mir ihre Karte ab. Als ich mit 20 Minuten Verspätung fast schon zu spät war (wie war das mit der deutschen Pünktlichkeit gleich noch mal), wusste ich auch, warum ich leer ausgegangen war.
Ich bin dunkelhaarig. Im Publikum saßen so viele Blondinnen, dass es sich hier nur um eine deutsche Schau handeln konnte. Angeblich hatten sie aber als Promi die dunkelhaarige Gudrun Landgrebe eingeladen. Respekt für diesen Mut ;-) Und angeblich lief Boris Beckers neue Freundin über den Laufsteg. Ist sie das hier?
Ansonsten war die Kollektion wie die dazu ertönende Musik, die die gute Zeit der 50er wieder aufleben ließ. Sehr elegant, sehr feminin, sehr angezogen.
Eher aus dem Rahmen sprangen diese beiden Modelle:
Worauf ich jedoch wirklich hinweisen will, ist die gekonnte Faltenführung - vor allem bei den Ausschnitten und am Dekolltee. Das gefiel mir wahrlich gut.
Fotos: modepilot/parisoffice
Photo Credit: false

Kommentare

  • jessie sagt:

    Das ist nicht Bekcers Freundin. Die ist, ha, wer hätte es gedacht, blond...
  • parisoffice sagt:

    Danke für den Hinweis. Bei seinen häufigen Freundinnen-Wechseln komme ich eh nicht mehr mit. Ich dachte eben auch an Klischee: braun oder dunkelhaarig.
  • milanoffice sagt:

    Aber sieht die vermeintliche Sandy nicht aus wie die Herzsprung???
  • locker & leicht « Modepilot sagt:

    [...] für die Paris Fashion Week zum deutschen Designer Wolfgang Joop und seinem Label Wunderkind - Du hattest die Kollektion ja bereits beschrieben, weil Du vor Ort [...]
  • nina sagt:

    wie erwähnt ist die vorgeschlagene nicht beckers freundin - sondern die, die in der rubrik "völlig daneben - zu starke sonnenbankbräune" abgebildet ist.
  • Modepilot - Fashion, Mode, Style, Beauty, Models, Kleidung sagt:

    [...] am Ort des Geschehens, ging es auch schon los. Diesmal war ich nur 15 min. zu spät, aber wie schon das letze Mal traf ich auf deutsche Pünktlichkeit. Keine Zeit also, um nach Boris und seiner Neuen Ausschau zu halten oder sonstigen deutschen Promis, [...]