Benetton politisch

Da kann man ja die Uhr nach stellen. Pünktlich zu den Olympischen Spielen in Peking schaltet Benetton diese Kampagne hier zum China-Tibet-Konflikt:
Kommentar einer Konzernsprecherin: „Wir wünschen uns eine freie Interpretation und treffen keine Aussage darüber, wer das Opfer ist. Das schiene uns angesichts der tausend Jahre alten Geschichte beider Länder und Völker auch vermessen. Es ist ein offenes Bild, ein Bild der Brüderlichkeit, das Vereinigung zeigt, wo es in der Realität leider noch viele Teilungslinien zwischen den Völkern und Ländern gibt.“ Jajaja...
Bin ich eigentlich die einzige, die diese Polit- und Sozial-Kampagnen in der Mode nerven? Kann das endlich aufhören? Kann man sich sozial engagieren, ohne daraus eine Marketing-Aktion zu machen? Und statt dessen mit Mode werben (und da steht Benetton in dieser Saison eigentlich ganz gutes Material zur Vefügung)
Fotos: Benetton
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Kommentare

  • oskar sagt:

    ich finde die inkonsequenz der hier zitierterten konzernsprecherin bemerkenswert und würde ja mal behaupten: entweder man beschäftigt sich mit einem politischen konflikt, entwickelt eine position und äußert die. oder man äußert sich eben gar nicht. benetton könnte sich auch in einem unambivalenteren umfeld als fashionlabel für eine bessere welt zu inszenieren versuchen. aber so funktioniert wohl die aufmerksamkeitsökonomie nicht. wenn es schon um die nivellierung realen leidens zu gunsten eigener markenpolitik geht, kann man es auch gleich so angehen wie herr hainer von adidas. der sieht sich als sponsor als das wahre opfer der, ähh, existenz von politik: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/schlechtes-gewissen-wieso-301766/
  • oskar sagt:

    oh: typos. pardon.
  • milanoffice sagt:

    Lieber Oskar, danke für Deinen Kommentar, der mir aus der Seele spricht. Ich hätte es auch konsequenter gefunden, wenn Benetton sich "für eine der beiden Seiten entschieden" hätte. Aber dann droht ja gleich chinesischer Boykott (siehe Sharon Stone und Dior - darüber hatten wir in einem älteren Post auch berichtet).

    Und zu Adidas/Hainer hatte ich mal ein ähnliches Interview im Spiegel gelesen: Das ist alles ein Witz. Ich hätte noch ein gewisses Verständnis, wenn die Konzerchefs einfach nur eine Ansage machen würden wie: "Ich leite ein Unternehmen, das muss Geld verdienen - und das ist der einzige Grund, warum wir Marketing jeder Art betreiben. Ganz einfach." Aber diese Ausweichmanöver machen einen sprachlos ...