Kai Kühne meldet sich zu Wort

"Get a life" hinterließ der deutsche Modedesigner beim modepilot-Beitrag über seine Modenschau in Berlin. Nun, das nahm ich mir zu Herzen und rief ihn in seinem New Yorker Atelier an. Wir diskutierten sämtliche seiner Schnitte und Passformen: Pencil Skirts würden auf dem Laufsteg nie gut rüber kommen, rechtfertigt er sich - geschenkt! Darum geht es gar nicht. Viel interessanter ist seine Ausführung über die Abwandlung herkömmlicher Schnitte - diese Lösung nennt er Steak-Arm:
Dass die Schulterpartie hier als nicht gut sitzend erscheint, läge an der Bewegung des Models. Egal. Fitting hin oder her. Was ich seiner Herangehensweise zu Gute halte, ist, dass er neue Wege der Schnitttechnik geht und nicht an Althergebrachten/ Immer-Funktionierendem festhält - siehe die Naht, die sich am Polster durch den Helligkeitsunterschied bemerkbar macht. Kühne möchte der Trägerin eine lässige Eleganz schenken, das tut er. Dass Roland Mouret eine Passform sondergleichen beherrscht, sieht er auch. Doch Kühne hat recht, wenn er sagt, dass man den Jüngeren eine Chance geben muss, wenn sie Neues riskieren. Genau das möchte ich hiermit tun und seinem Vorschlag nachkommen, alle Interessierte auf das Schauenvideo bei Youtube aufmerksam machen.
Kai Kühne, ich finde es großartig, dass Du Kritik (meine war besonders frech) ernst nimmst und ich freue mich auf Deine kommenden Kollektionen.
Foto: modejournalistin/modepilot
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Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare

  • Cr sagt:

    Ich finde die Kritik war vollkommen gerechtigt fertigt und sein Kommentar war durchaus unter der Gürtellinie. Was erwartet er denn? Das alle seine arbeit toll finden? Das wäre nicht nur langweilig sondern in diesem falle einfach inadäquat. Hut ab das du dir die Zeit und die Mühe genommen hast das zu klären! Ich hätte für solche Respektlosigkeit kein Verständniß!
    Wir hatten schon eine ähnliche Geschichte wo wir allerdings wegen eines Beitrages von dem Label Klagedrohungen bekommen haben.(weil wir ihre Pressebilder ohne ihr "einverständnis" verwendet hatten). Das sie eigenltich nur die Kritik abwenden wollten war mehr als durschaubar und nach der leeren Drohung kam auch nichts mehr.
  • mary sagt:

    also ich fand den kommentar auch mehr als merkwürdig und deinen nachfolgenden beitrag hier irgendwo zwischen gut, weil du dich mit kai kühne auseinander setzen willst, und der frage, ob hier das passiert was mir mal ein print-journalist prophezeite - das auch der online modejournalismus sich in zukunft nicht mehr traut kritisch zu sein, weil die nächste show-einladung auf dem spiel steht...
  • modejournalistin sagt:

    Danke für Euer Feedback!

    Kritisch zu sein, ist wichtig, darin sind wir uns einig. Als Modejournalistin sollte man fairer Weise auch den Designer selbst zu Wort kommen lassen. Kai Kühne suchte den Austausch und das finde ich gut - es zeigt, dass er sich Kritik stellt. Und das wiederum lässt hoffen...


  • Cr sagt:

    Man erlebt einfach als Blogger viel zu häufig das die Art und Weise wie der "austausch" gesucht wird einfach dem inhalt nicht angemeßen ist. Ich würde mich dermaßen schämen wenn ich Kai Kühne wäre....
  • mary sagt:

    "Kai Kühne suchte den Austausch" mit einem herablassenden Kommentar wie "Get a Life?"
  • Fräulein Rottenmeier sagt:

    was willst du denn? austausch? oder ich weiss nicht was genau?
    geht es bei einem desinger drum die interessantesten kleider zu designen oder den besten spruch zu sprechen,…?
    geschmaecker sind wohl verschieden, aber kommentiert ihr jetzt des kommentieren wegen oder wegen der sache(welche sache eigentlich??), verstehe die letzten kommentare gegenueber einem kritiktauglichen designer nicht wirklich,…..