Armani Privé: Reportage als sitzender Gast

Meistens, naja, eigentlich immer stehe ich bei den Modeschauen bei den Fotografen, um für diesen Blog exklusive Bilder zu schießen. Ich schleppe tagsüber eine rund 6-7 Kilo schwere Tasche voller Fotomaterial durch die Gegend, zwänge mich bei der Schau unter ein Stativ, sitze zusammengekauert auf dem Boden vor dem Laufsteg oder stehe mir eingequetscht zwischen zwei anderen Fotografen mit Achselgeruch die Beine in den Bauch. Das ist mein Alltag bei den Schauen. Gestern Abend, bei Armani Privé, aber war ich ein eingeladener Gast mit Sitzplatz. Und weil ich für eine große Zeitschrift unterwegs war, konnte ich schlecht mit Riesentasche und der großen Kamera aufkreuzen. Also habe ich nur die kleine Lumix meines Freundes mitgenommen. Und die konnte ich schon gleich bei der Anreise gebrauchen. Denn die Polizei hatte den ganzen Platz am Trocadéro und diverse Zugänge in der Metro weiträumig abgesperrt. Weiträumig, sage ich.
Selbst die Gäste kamen nicht mehr durch. Ich musste eifrig mit meiner Karte wedeln, bis der Polizist mich endlich durch die Absperrung 1 von 10 durchließ.
Ein Kampf und ein Krampf. Echt, das war einfach übertrieben, diese Polizeiaktion.
Endlich im Palais Chaillot gab es erstmal ein Glässchen Champagner. Ja, so kann man auch eine Haute Couture Schau beginnen. Dann schwemmte mich der Strom der alle in Armani gekleideten Haute Couture Kundinnen ins Innere. Als nicht-so-wichtiger Gast saß ich in der letzten Reihe, aber ich saß. Und von dort schaut dann der Blick auf den Laufsteg so aus:
Die Kleider konnte ich trotzdem ganz gut sehen. Ich fand die Kollektion sehr schön, auch moderner als sonst. Armani hat ja seinen Stil, den er konsequent durchzieht und das tat er auch gestern mit x Hosenanzügen und langen, schmalen Kleidern. Aber diesmal war alles noch viel figurbetonter und trotz der Klassik einen Touch jünger, fand ich wenigstens.
Gut zu sehen von einem Sitzplatz sind natürlich auch die anderen Gäste. Die mit den Perlenketten.
Ein passendes Armani-Accessoire, wie ich kurz danach auf dem Laufsteg entdeckte
Und in weiter Ferne konnte ich dann auch noch ein paar Promis sehen. In der Front Row sitzen Clotilde Courau, einer französische Schauspielerin, die so einen entmachteten italienischen Prinzen geheiratet hat. Ich hatte sie kaum erkannt mit ihren neuen blonden Haaren und dieser Löwenmähne. Dahinter versteckt sich - und nun genau hinsehen - Charlotte Gainsbourg. Dass Charlotte zur Armani-Show in Balenciaga aufläuft, finde ich ja mal wieder ultracool.
Ich weiß, sie ist schlecht zu erkennen, auch weil sie die Courau so vorbeugt. GRRRR!. Hier ist sie besser zu sehen. Naja, auch nicht wirklich. Spätestens an diesem Moment habe ich mich verdammt, dass ich nicht die große Kamera mitgenommen habe.
Ja und dann war alles vorbei und alle stürmten wieder raus. Und dort begann das gleiche Spiel wie vorher. Noch immer führte sich die Polizei auf, als ob Sarkozy seinem Ex-Gast Gaddafi den Eifelturm zeigen wollte. Selbst so wichtige und stets besonnene Personen wie Suzy Menkes wurden von dem Chaos auf der Straße verwirrt. Hier sucht sie ihren Chauffeur. Und ein anderer Chauffeur sucht seine Modejournalistin.
Ich verließ diese aufregende Welt so, wie ich gekommen war,  - mit der Metro.
Fotos: modepilot/parisoffice
Photo Credit: false

Kommentare

  • Lea sagt:

    vielen dank, dein bericht war unterhaltender als die ganze armani kollektion!
  • Runghi sagt:

    wie geil, dass man auch von Couture week was mit bekommen kann. 🙂