Yves Saint Laurent ist tot

Gestern abend starb der französische Designer Yves Saint Laurent. Er wurde 71 Jahre alt. Mit seinem Tod verlĂ€sst ein großer VisionĂ€r das Parkett der Mode. YSL, wie man ihn und auch sein Modehaus gerne abkĂŒrzte, war ein stiller Mann mit großen Ideen. Der in Algerien geborene Sohn aus gutem Hause kam mit 17 nach Paris, wo sein modisches Talent schnell entdeckt wurde. Obwohl er bei Dior lernte, war er fĂŒr die Nachfolge des berĂŒhmten Couturiers zu innovativ. Nach nur wenigen Saisons musste er das Zepter abgeben und grĂŒndete zusammen mit seinem Freund fĂŒrs Leben, Pierre BergĂ©, sein eigenes Modehaus.
BergĂ© kommentierte den Tod seines Freundes gestern tief bewegt im Radiosender France Info: "Coco Chanel gab den Frauen die Freiheit, Yves Saint Laurent gab ihnen die Macht. Coco Chanel symbolisiert die erste HĂ€lfte des 20. Jhdts., Yves Saint Laurent die zweite." Wie Recht BergĂ© hat. Man denke nur an den Safari-Anzug, den Aufschrei, als YSL im Winter 1966 Frauen in Smoking steckte, seine russische-Ballet-Kollektion aus dem Jahr 1976 – nicht zu vergessen sein Parfum Opium, das zu einer Beauty-Revolte fĂŒhrte und in den USA sogar verboten wurde. Hinter Yves Saint Laurents feiner und vornehmer Fassade steckte ein wagemĂŒtiger ModerevolutionĂ€r. Dessen Abschied 2002 vom Modeparkett tief bedauert wurde und mit dessen Abgang auch die Haute Couture YSL fĂŒr immer verschwand, was die eh schon gebeutelte Luxussparte in noch Ă€rgere BedrĂ€ngnis brachte.
Ich habe in meinen Beruf bis dato zwei Frauen kennen gelernt, die eng mit Yves Saint Laurent zusammenarbeiteten. Wenn sie von YSL sprachen, glitzerten ihre Augen. Worte wie "genial", "außergewöhnlich" und "wie froh, dass ich ihn kennenlernen durfte" schwirrten durch den Raum. Eine der Damen hatte den Kontakt verloren, weil sie danach mit Tom Ford zusammengearbeitet hatte und Yves ihr das ĂŒbel nahm. Ich erinnere mich genau, als sie wehmĂŒtig sagte: "Das war es nicht wert. Ich hĂ€tte mit YSL Abgang auch gehen sollen." Ich denke, an diesem heutigen Tag, wird sie es noch ein bisschen mehr bedauern.
Foto: AP
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Kommentare

  • milanoffice sagt:

    Ich bin sehr, sehr traurig. Das ist ein Riesen-Verlust fĂŒr die Mode.
  • Runghi sagt:

    SEHR SEHR TRAURIG! Einer der besten Designers 20. Jahrhundert!
  • Maria sagt:

    Ich finde es sehr traurig, dass es mittlerweile nurmehr Designer gibt, die sich durch ihre Persönlichkeit verkaufen und weniger durch ihre Arbeit. Die großen RevolutionĂ€re sind nun endgĂŒltig tot. YSL war der letzte....