On a gagné

OK, das hat alles gar nichts mit Mode zu tun, aber ich muss das hier loswerden. Der Film Entre les murs hat in Cannes gewonnen und das freut mich aus einem ganz einfachen Grund. Der Film spielt in meinem alten Viertel, wo ich immerhin 4,5 Jahre wohnte. Bravo für diese Entscheidung. Denn der Film schlägt eine Lanze für ein Paris voller Kulturen.
Auf das 20. Arrondissement schauen ja immer alle runter. Jahrelang musste ich die doofe Frage ertragen: "Das Zwanzigste? Wo ist das denn?" In Filmen wohnen normalerweise im 20. Arrondissement grundsätzlich die Banditen und Mörder. Nun wird der Alltag einer Klasse gezeigt mit Schülern aus allen Nationalitäten, so wie es eben ist im Vingtième, wo Schwarze und Araber und Franzosen zusammenleben. Europäische Ausländer verirren sich hier nur selten. Ich gehörte zu einen raren Spezies, mein deutscher Golf war das Ziel ettlicher Attacken. Aber ich liebe dieses Viertel trotzdem. Auch wenn es so gar nicht schick ist. Eh voila, nun macht das 20è von sich reden und zeigt die Realität einer Stadt, in der über 80 verschiedene Kulturen leben. Laut Le Monde ist der Film übrigens auch modisch interessant, zeigt er doch, wie sich die Jugend in diesen weniger begüterten Vierteln kleiden. Uff, so habe ich wenigstens noch den Dreh bekommen zu unseren Blog ;-)
Foto: AFP für Festival Cannes
Photo Credit: false

Kommentare

  • Maude sagt:

    Ich teile Deine Liebe zum Zwanzigsten Arrondissement. Habe ich doch da im allerschönsten Atelier gewohnt, das man sich vorstellen kann.
  • parisoffice sagt:

    Echt, wo? Ich wohnte zwischen Pelleport und St.Fargeau. Meinen Monoprix und meinen kambodschanischen Schuster vermisse ich noch immer.
  • Maude sagt:

    In der Rue des partants. Das Haus mit einer riesigen Fensterfront zur Strasse. Vielleicht weisst Du sogar welches?!
  • parisoffice sagt:

    Ja, dann verstehe ich auch das Wort Atelier. Die Straße mit 70 % Steigung. Die Gegend ist ja gerade zum neuen Bobo-Land ausgerufen worden. Bei mir sind peu à peu Familien ins Haus eingezogen. Als ich hinzog, war im ersten Erdgeschoss eine 95-jährige, im 1. Stock eine 89-jährige, im 2. Stock eine 75-jährige und im 3. Stock eine 85-jährige. Als ich auszog war nur noch die im 2. Stock da. Ich liebte die alten Damen, vor allen meine Nachbarin, meine wunderschöne Mademoiselle Richard. Seufz!
  • Maude sagt:

    Ach, Paris. Das waren wunderschöne Monate da.

    Meine Nachbarn waren zwei dänische Künstler, die mich aus meiner anfänglichen Einsamkeit befreit haben.

    Wo lebst Du denn jetzt?


  • parisoffice sagt:

    Im Zweiten, mitten im Chinesen-Sentier. Auch sehr lustig, aber ganz anders 😉