Und noch einmal gehe ich dazwischen

Als in Ausland lebender Deutscher bekommt man ja gegen 17 Uhr die Mail von Spiegel Online. Sie ist der Kontakt zur Heimat. Diesen Artikel durfte oder besser musste ich heute hier lesen: "150 Jahre Frauenbewegung ‚Äď im Handstreich erledigt". Thema ist der Rausschmiss von Gisele aus Germanys next ...-Dingsda (√úbrigens, Milanoffice, ich warte sehns√ľchtig auf Deine Kommentare dazu. Wann kommen die denn endlich?). Also da mutma√üt die weibliche Autorin, dass Gisele nur wegen der Pfunde gehen musste. Und dann wird weeeeeeiiiiit der Bogen gespannt √ľber die fiese Heidi Klum zu Alice Schwarzer (Mann, die muss ja auch f√ľr alles herhalten). Also lest mal den Text und noch besser die Kommentare der Spiegel-Leser. Da stehen mir die Haare zu Berge. Was glauben die denn? Dass die Modebranche so eine ‚Äď ich zitiere - eine "Heiteitei"-Branche ist? Was f√ľr eine naive Vorstellung!¬†Kaum eine andere Branche ist h√§rter.
Und dann noch dieses Zitat: "Ja, der Kunde: Ihm wird im Klum-Universum selbst√§ndiges Denken willig zum Opfer gebracht. Nicht umsonst bl√§ut Heidi Klum, deren perfekte Zahnreihen heller strahlen als die Sonne Kaliforniens, ihren Kandidatinnen gebetsm√ľhlenartig ein, "der Kunde" habe immer recht - wenn "der Kunde" das Model beispielsweise als Bratpfanne ausstaffieren wolle, habe man eben eine Bratpfanne zu sein.¬†Gut 150 Jahre Frauenbewegung im Handstreich erledigt."
So, liebes Spiegel Online, nun mal zur√ľck in die Realit√§t: Wenn ein Bratpfannen-Kunde von einem Werbetreibenden ein Model als Bratpfanne will, dann wird der Werbetreibende begeistert klatschen und in Anbetracht der Millionen als Gage sagen: "Tolle Idee, Kunde!" Und? Sind dann pl√∂tzlich 150 Frauenbewegung vom Tisch gefegt? Oder tausend Jahre Herrenbewegung, wenn der Werbefritze ein Mann ist? Nein. Denn der Kunde ist in ALLEN Branchen K√∂nig. Die Medien buckeln vor jedem Anzeigenkunden, die Banken vor jedem Millionenanleger... Ich jedenfalls habe in meiner immerhin √ľber 20j√§hrigen Berufskarriere nicht einmal erlebt, dass man Zickereien akzeptiert h√§tte. Wer es heute schaffen will, muss die Z√§hne zusammenbei√üen. Das erz√§hlen alle, die Karriere gemacht haben. Gisele konnte das nicht. Aber das hat wei√ü Gott nichts mit der Frauenbewegung zu tun.
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Kommentare

  • jessie sagt:

    Ohhh, es fr√∂stelt mich! Einen solch unsinnigen Artikel lese ich nicht einmal bis zur H√§lfte. M√ľcke..Elefant.. wie war das noch gleich? √úberspitzter geht es jedenfalls nicht.
  • Maria sagt:

    Und das kommt vom Spiegel?? Ich bin schwer enttäuscht. Habe dessen Verfall nicht wirklich mitbekommen.
    Zur√ľck zum Thema: Das kann der/die Autorin des Artikels doch nicht wirklich ernst meinen? Heidi Klum bringt die Frauenbewegung zu Fall? Wie oberfl√§chlich kann man denn annehmen, dass ALLE Frauen GNT schauen und folglich ALLE Frauen genauso denken wie Heidi Klum und ihr Recht geben? Was f√ľr ein platter und oberfl√§chlicher Schluss!!
    Model zu sein ist ein Job. Wenn man nicht daf√ľr gebaut ist und extra abnehmen muss, sollte man es lieber sein lassen. Das verlangt zwar einen sehr sturen Kopf (den die meisten nicht haben), denn wenn der Auftrag winkt, wenn man 10 kg abnimmt, ist man doch gewillt auf Di√§t zu gehen. Eine Teufelsspirale. Ich habe es aber satt der Modeindustrie per se die Schuld in die Schuhe geschoben wird.

    Es w√§re interessanter wenn sie einen Artikel √ľber Ali Michael gebracht h√§tten, die sich dem Size Zero Wahn widersetzt hat und in einem Fernsehinterview k√ľrzlich ihre k√∂rperlichen Beschwerden w√§hrend ihrer Zeit als gefragtes Model √∂ffentlich machte. Seitdem wird sie fast kollektiv von der Modewelt gehasst.

    F√ľr mich ist sie ein positives Beispiel, dass sich ein erfolgreiches Model (mit 16!) fragt, ob bleibende k√∂rperliche Sch√§den angemessene Opfer f√ľr ihre Karriere sind.


    Und wie dumpf sind die √úberlegungen des/der Schreiberin: Die Staffel ist jetzt schon abgedreht. Also ein Zufall, dass die Ger√ľchte von Giseles Drogenvergangenheit mit ihrem Rausschmiss zusammenfallen. Aber soweit wurde hier wirklich nicht gedacht.
    Ein trauriges Beispiel f√ľr Pseudo-Journalismus. Und das im Spiegel.
  • milanoffice sagt:

    Ja Sorry, ich musste eine Runde aussetzen mit meinen Top Models. Und irgendwie bin ich auch gerade stärker im Carrie-Fieber ...
  • parisoffice sagt:

    Macht nichts, Milanoffice. Das mit Gisele stand ja wie gesagt in alle Gazetten. Und ich gebe Maria in allen Punkten Zustimmung.