Tag der Übernahmen

Gestern gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: H&M hat die Mehrheitsbeteiligung an Cheap Monday. Ich finde das eher doof, weil das beweist, dass H&M alles schluckt, was ihnen gefährlich werden könnte, und weil unabhängige Labels mehr und mehr verschwinden. Komisch, denen stand das Wasser doch gar nicht bis zum Hals.
Nun zur guten Nachricht: Nach Skandalen, Streiks und Insolvenz hat sich endlich ein neuer Investor für Charles Jourdan gefunden. Der Abenteurer, der es nochmal mit der inzwischen recht abgewirtschafteten Firma probieren will, ist ein Investmentfonds aus Costa Rica. Zu hoffen bleibt, dass Finzurich das schafft, was die anderen nicht schafften, nämlich die ehemals tolle Marke zu neuen Höhen zu führen.
Fotos: Cheap Monday, www.artsbysu.com, Charles Jourdan
Photo Credit: false

Kommentare

  • Mary sagt:

    ich finde das irgendwie auch komisch - was hat h&m denn bisher so "gekauft"?
  • Parisoffice sagt:

    Ich meine das eher in Hinsicht auf Kontrolle der Produktionsstätten. H&M hat soweit ich weiß bis dato nichts anderes gekauft (außer Minifirmen, von denen wir nichts wissen), aber es könnte der Beginn einer Shoppingtour sein mit der Folge: Der Konzern wird immer größer und kann noch machtvoller die Preise der Fabrikanten festlegen. Die produzieren ja selbst gar nichts. Cheap Monday war so nettes "independent label" – echt schade.
  • Mary sagt:

    ich verstehe das schon und kann das aus sicht von h&m auch erzählen - was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist dass weekend 60% an h&m verkauft
    liisa von hel-looks erzählte mir grad vorhin, dass sie vor wengien jahren mal ein interview mit den gründern von cheap monday machte und das denen damals schon der ganze apparat (vertrieb, marketing, produktion...) irgendwie zuviel war...
    komisch allerdings, dass sie alle jetzt weiter dort arbeiten
    was wird passieren? ein h&m-cheap monday wirds wohl kaum geben - wohl eher werden die schnitte in die h&m linien einfließen
  • Mary sagt:

    ich meine natürlich nicht erzählen, sondern nachvollziehen...
  • Parisoffice sagt:

    Genau das befürchte ich auch: Die übernehmen die Schnitte.
    Wenn sie Glück haben, dann bringt H&M seine Handelspower mit ein und die machen mit Cheap-Monday ein schönes Corner- oder Shopsystem, damit es der Marke wenigstens etwas bringt. Aber wahrscheinlich geht selbst sowas nach hinten los, weil dann der Mythos von Cheap Monday verloren geht.
  • Mary sagt:

    aber wieso sollten sie das tun? cheap monday operiert im gleichen preissegment - wieso die konkurrenz fördern?
  • milanoffice sagt:

    ... ich würd eher sagen: konkurrenz kontrollieren.
  • Mary sagt:

    was aber auch nicht heißen würde ihre expansion zu fördern...oder doch?
  • milanoffice sagt:

    das würde ich mal abwarten. aber vielleicht will h&m sich ja auch zum multimodemarken-konzern im niedrigen bis mittleren presisegment entwickeln (quasi ppr für normalverdiener) und weekday/monki/cheap monday/sunday sun (und was noch alles dazu gehört) ist erst der anfang der einkaufstour ...
  • Für Modepilot-Stammleser « Modepilot sagt:

    [...] Ihr Euch noch an die Diskussion, die wir angesichts der Übernahme von Cheap Monday durch H&M hatten. Die Süddeutsche-Zeitung [...]
  • H&M in anders | Modepilot sagt:

    [...] H&M im letzten Jahr die schwedische Modefirma Fabric Scandinavien übernommen hat, ging nicht nur deren Cool-und-Günstig-Jeansmarke Cheap Monday in den Besitz des Riesen über, [...]