Der langsame zweite Tod?

Ich hab's bef√ľrchtet: Beim Nachrichtenkanal AFP ist zu lesen, dass Marc Audibet bei Vionnet das Handtuch geworfen hat. Der Grund: Die Direktion k√∂nne nicht nicht die notwendigen finanziellen Mittel zur Verf√ľgung stellen. In den sechs Monaten als Designer w√§re er st√§ndig mit Bilanzproblemen konfrontiert worden. Audibet war nur rund eine Saison dabei, davor hatte auch schon die begabte griechische Designerin Sophia Kokosalaki das Unternehmen verlassen.
Das Modehaus von Mademoiselle Vionnet war einst, konkret in den 1930er-Jahren, wichtiger als Coco Canel. Es wurde 1939 wegen des Ausbruch des Krieges geschlossen und im July 2006 vom Geschäftsmann und seit 1988 Namensinhaber Guy de Lummen wiederbelebt als Luxusfirma mit Kleider, die zwischen Prêt-à-Porter und Haute-Couture angesiedelt sind und nur in den USA vertrieben wurden.
Dass die privaten Mittel der Familie de Lummen nicht reichen w√ľrden, gegen gro√üe Modegiganten wie LVMH oder PPR bestehen zu k√∂nnen, war klar, aber dass Vionnet so schnell nun wieder am Abgrund stehten sollte, finde ich mehr als bedauerlich. Man kann nur hoffen, dass die Familie bald einen Investor und nun auch einen neuen Designer findet.
Photo: PR Vionnet, Kollektion Sommer 2008
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Kommentare

  • Modepilot - Fashion, Mode, Style, Beauty, Models, Kleidung sagt:

    [...] es um Vionnet schlecht steht, hatten wir hier bereits im Januar 2008 vermeldet (hier geht es zum Artikel). Damals hatte der Designer Marc Audibet das Handtuch geworfen, nachdem schon Sophia Kokosalaki [...]