Nolita und kein Ende in Sicht

MagersuchtskampagneNachdem die italienische Werbeaufsicht die provokative Kampagne des Modelabels No-l-ita, geschossen von Starfotograf Oliviero Toscani verboten hat, will der Fotograf nun dagegen vor Gericht gehen. Und man fragt sich: Was soll das, Signore Toscani? Die Kampagne ist längst ausgelaufen, das Jeanslabel hat genau das bekommen, was es wollte, nämlich Aufmerksamkeit. Wenn auch mit sehr fraglichen Mitteln, denn krankhafte Anorexie wurde hier mit dem neuen Lieblingsthema der Medien, den dünnen Models, in einen Topf geworfen. Bereits das war nicht ganz sauber. Doch nun wird die Diskussion noch künstlich weitergeführt. Toscani will, wegen „moralischer und wirtschaftlicher Schäden“ gegen die Entscheidung vor Gericht gehen. Das ganze riecht für meine Verhältnisse ziemlich nach Geldmacherei. Gesetz den Fall, dass Toscani gewinnt. Wird er die finanzielle Entschädigung einem Heim gegen Magersucht zur Verfügung stellen? Toscani bezeichnet sich als Reporter, aber ein guter Reporter stellt die Dinge in einen richtigen Zusammenhang. Das Bild im Rahmen einer Reportage über einen Heim, wäre völlig in Ordnung gewesen. Doch hier jedoch wurde auf Kosten von Kranker Werbung für ein Jeanslabel gemacht.
Ich überlasse das Urteil dem Gericht und stelle ein Zitat Oliviero Toscani an den Schluss: „I take photographs which are bought by business men to sell their products. They do that and they also pay me. We are all servants to the major companies.“

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