Ready-to-speak: Jeggings
Dienstag, 17. November 2009Modebegriffe, bei denen man sich fragt, warum da noch keiner früher drauf gekommen ist, sind richtig gut - wie die Wortneuschöpfung aus Jeans plus Leggings: Jeggings.Â
Modebegriffe, bei denen man sich fragt, warum da noch keiner früher drauf gekommen ist, sind richtig gut - wie die Wortneuschöpfung aus Jeans plus Leggings: Jeggings.Â
Für die Frühjahr/Sommer-Saison 2010 sollte ich wieder meinen Wortschatz auffrischen - Ihr wisst schon: für einen “gepflegten Fashiontalk”…
Bei den Schauen in New York, London, Mailand und Paris konnten wir beobachten, dass das “Peep”, das Guckloch, vom Schuh (”Peep-toes”) zum Oberkörper wandert: Peep-Zwerchfell, sozusagen. Wobei Stoff auch an Achseln, Schultern und anderen Körperteilen durch Abwesenheit glänzte. Â
Wie sagt man noch? Ende Februar, direkt nach der Burberry-Show für Herbst/Winter 2009/10 in Mailand, nannte ich sie noch “Pelzkrausen mit typischem Burberry-Karo-Futter”. Jetzt weiß ich es besser, jetzt hat Burberry ein knackiges Wort für den Tunnelschal gefunden: SNOOD. Das Wort ist nicht neu, Engländer benutzen es für Haarbänder, Haarnetze und eben Tunnelschals…
Snood aus Nerz. Von Burberry für Herbst/Winter 2009
Mehr deutsche Begriffe! Nach unserem Beitrag “Finde das deutsche Wort” ist klar: selbst eingefleischte Modeblog-Leser finden das Überhandnehmen von Aglizismen albern. Sie verlangen nach Alternativbegriffen. Plateau-sandals sind Plateau-Sandaletten - “Plattform-Sandalette” wäre zuviel des Guten. Doch was ist mit “Sling-backs”?
Obi - so nennt man den japanischen Wickelgürtel eines Kimonos. Obi-Gürtel ist das, was Marc Jacobs für Louis Vuitton zeigte: mehrfarbig, mehrlagig und mit einem Lederriemen zum Binden versehen, an dem Perlen und Federn aufgereiht sind - ein Highlight der Frühjahr/Sommermode 2009! Bunte Obi-Gürtel sahen wir bei vielen Sommerlaufstegen anderer Designer (Missoni, A.F. Vandervorst, Basso & Brooke), doch sie sind weniger überzeugend, weniger raffiniert in ihrer Formgebung. Sie sollten den Vergleich scheuen.
Er ist in aller Augen, doch auch in aller Munde? Der Wrist-bag (engl. = Handgelenktasche) läuft ganz selbstverständlich über die Sommerlaufstege von Yves Saint Laurent, Jil Sander, Burberry und Lanvin. Die deutsche Vanity Fair beschreibt den Trend in ihrer aktuellen Ausgabe als “Kombination aus Clutch und klassischer Herrentasche mit Armgelenkschlaufe”. Dabei gibt es längst einen Namen dafür: Wrist-bag.
Dreiteilige Seidenpyjamas zu hochhackigen Sandalen - so stellen sich italienische Luxuslabels das Cocktail-Outfit 2009 vor. Selbst die deutsche Vogue ist sich nicht zu schade, von einer “eleganten und mehr als ausgehtauglichen Schlafanzug-Interpretation” zu sprechen. Der Pyjama-Style ist ein Trend, der in seiner ganzen laissez-faire-Pracht allenfalls von Modekennern gewertschätzt werden dürfte. Bleibt nur abzuwarten, ob eine Modekennerin im Pyjama-Style zur kommenden Vogue-Cocktail-Party erscheint.