Harper’s Bazaar: Start in Deutschland

Bei uns ist es seit Jahren ein ewiges Hin und Her, aber jetzt scheint es doch los zu gehen. Das schreibt zumindest die WWD – demnach sollen bis Ende des Jahres die Länderausgaben des Harper’s Bazaar in Deutschland, Frankreich und Japan endlich starten.

Als Chefredakteure angekündigt: Margit J. Mayer (bisher AD), Alexandra Senes (u.a. L’Officiel, Architectural Digest, Dozentin beim Chambre Syndicale) und Akiko Mori (Figaro, Elle). Im Herbst soll eine Vorabausgabe der deutschen Edition erscheinen, ab Frühjahr 2014 dann der monatliche Turnus, Japan ist regelmäßig ab Herbst 2013 angedacht, nur in Frankreich gibt es noch keinen genauen Zeitpunkt, wohl aber ein Launch in diesem Jahr (dafür geht aber ab Juni die französische Vanity Fair ins Rennen! Auch spannend!).

Ich kann es nach 20 Jahren des Wartens kaum glauben, aber wenn alles gut geht, halten wir bald die erste deutsche Harper’s in den Händen und die Vogue bekommt echte Konkurrenz! Wer hätte das gedacht? Zu Frau Mayer kann ich nicht viel sagen, da ich AD nie regelmäßig gelesen habe – hinter den Kulissen eilt ihr allerdings ein Ruf wie Donnerhall voraus.

Foto: Harper’s Bazaar UK, April 2008

Themenwoche weiße Bluse Vol. 8: die von MaxMara

Das war so nicht mit Parisoffice abgesprochen, aber ich hätte da auch noch einen Beitrag zum Thema “weiße Bluse”. Ich liebäugele schon seit einiger Zeit mit diesem Modell hier von MaxMara aus Popeline, im Vorbeigehen fotografiert im Frankfurter Laden. Die hat doch auch Jeden-Tag-Qualitäten, oder? Einziges Manko: keine langen Ärmel (mit richtigen Manschetten) zum Krempeln, sondern diese verkürzten Fledermäuse. Und, naja, kostet gleich schon wieder 300 Euro… aber wäre sicher was für die Ewigkeit.

Was ich allerdings immer ein Grundsatzproblem finde bei (weißen) Blusen: das Bügeln und schnelles Einsauen. Also, bei weißen Blusen kann man quasi die Zehnerkarte für die Reinigung gleich mit einplanen. Ich wollte das nur mal erwähnt haben.

Foto: Mainlandoffice/Modepilot

Today in L.A.

Heute gibt es zwei Shopping Tipps – neue Läden in Los Angeles, die ich sensationell finde. Einmal für Herren Altai (da mischt eine ehemalige Einkäuferin von Opening Ceremony mit):

Ein ganz hervorragendes Sortiment, schlichte Teile, die erst auf den zweiten Blick durchschlagen, sodass man sich gepflegt, aber dennoch stil- und modebewusst einkleiden kann. Im Angebot unter anderem Ami, Arc’teryx Veilance, Raf Simons, Want les Essentiels de la Vie, Christophe Lemaire,… ich würde behaupten, dass jeder Mann hier etwas findet. Und wenn keine Klamotten, dann Möbel oder Einrichtungsgegenstände, die ebenfalls verkauft und vom Inhaberpärchen selbst designt und im hauseigenen Studio im hinteren Teil des Ladens gefertigt werden (sich dort unbedingt die handgemachten Motorräder anschauen – echte Kunstwerke).
Altai, 5810 W. 3rd Street

Laden Nummer 2: Just One Eye. Gab es bis vor ein paar Monaten nur als Online Shop, dann wurde in Los Angeles in den ehemaligen Studios von Howard Hughes (s.o., drumherum gibt es nichts, das macht es um so spannender) sehr großzügig eröffnet.

Damen, Herren, Accessoires, Kunst und Möbel sind im Angebot. Ich konzentriere mich mal auf die Damen und hätte am liebsten jedes Teil gekauft. Meine Idee ist: das ganze Jahr über sparen und dann bei Just One Eye alles auf einmal nur für diese feinen Sachen auf den Kopf hauen. Ihr ahnt also schon, nicht ganz billig hier, es gibt kaum was unter 1.000 Dollar. Mein Favorit, dieser Ledermantel von Proenza Schouler mit gelasertem Lochmuster, liegt leider sogar über 5.500 Dollar… aber schön isser.

Abgesehen von Proenza gibt es exzellent Ausgewähltes von The Row, Alexandre Vauthier, Valentino, Mark Fast, Rodarte, Pieces d’Anarchives, Anthony Vaccarello, usw. – wirklich ein Fest für Modefans. Dazu läuft dann R’n'B und Pop, was wiederum das elitäre Angebot bricht. Und die Kundinnen kommen in Joggingklamotten. So ist das eben in Los Angeles. Relaaaaaaaaaxed!
Just One Eye, 7000 Romaine Street

Fotos: Mainlandoffice/Modepilot; Altai; Just One Eye

Today in L.A. – Reloaded

Selten hatte ich nach einem Urlaub solche Resozialisierungsschwierigkeiten wie gerade. Und das liegt nicht am Jetlag. L.A. ist und bleibt meine Lieblingsstadt und da fällt es mir schwer, den Weg zurück in die Normalität zu finden (denn normal ist das Leben da ja nicht gerade…). Jedenfalls bekommt Ihr in der nächsten Zeit ein paar Tipps von mir, was Shopping und Geldverschwendung unter Kaliforniens Sonne angeht, denn ich lege “Today in L.A.” neu auf. Heute starten wir mit dem Grundsätzlichen.

So einfach und doch so schwer: eine neue Sonnenbrille musste für L.A. her. Toll an Hollywood: Sonnenbrille kann dort drinnen wie draußen, nachts und sonst wann getragen werden, macht nichts und wirkt auch nicht bescheuert oder affektiert, denn genug andere machen es ja auch. Man könnte ja prominent sein oder es bald werden.
Meine Wahl fiel auf obiges Modell von Linda Farrow für The Row. Erworben in der Kathedrale of Cool: Opening Ceremony. Der Preis war lachhaft hoch, aber die Brille mit lederbezogenen Bügeln einfach zu gut.

Fotos: Mainlandoffice/Modepilot

Modepilot testet: Lancasters Sonnenmilch

Kann ja sein, dass jetzt langsam die Sonne in Deutschland raus kommt – aber wir wollten Sonnenschutz unter Extrembedingungen testen und haben wie immer keine Kosten und Mühen gescheut. Deswegen bin ich nach Los Angeles unter die heiße Sonne Kaliforniens gereist und probiere nun regelmäßig Lancasters Oil-Free Milky Spray Sublime Tan, LSF 30. Warum? Weil mein Hautarzt mir diese Pflege – und keine andere – empfohlen hat. Und das jemandem wie mir, der eigentlich immer vergisst Sonnenschutz aufzutragen und sich abends dann wundert….

Mein Fazit: riecht angenehm, zieht (weil ohne Öl) schnell ein, hinterlässt ein angenehmes Gefühl auf der Haut und schützt am Pool wirklich gut.
Den Cabrio-Test hat die Milch leider nur bedingt bestanden – da gab es nach einer halben Stunde Fahrt Sonnenbrand auf der Schulter.

Mit knapp 30 Euro nicht billig. Bei mir punktet wirklich am meisten das “Oil-Free”, aber ich wage zu behaupten, dass man etwas Vergleichbares auch in günstiger findet.

Fotos: Mainlandoffice/Modepilot

Überraschungspaket von Ugg Australia

Ich bin ja bekannterweise bekennende Ugg Boot Trägerin. Deswegen reichen meine Mitstreiterinnen auch alles an Pressematerial, das den Namen “Ugg Australia” trägt, gleich immer weiter an mich durch. Aber huch! Immer seltener begegnen mir dabei die typischen Lieblings-Fellstiefel, sondern gerade für Sommer ist mittlerweile alles dabei. Und weil ich gerade für den Kalifornien-Urlaub packe und dort die Teile nach wie vor zum Normalprogramm gehören, habe ich mir – fiktiv – mal alle Non-Lammfell-Modelle raus gesucht, die ich zum L.A.-Hippie-Look tragen würde:

1. Peep Toe Ankle Boot in Flechtoptik

2. Noch mehr Geflochtenes als Ankle Boots mit Plateau

3. Plateau Espandrilles

4. Lammfell-Puschen – erinnern ein bisschen an die von Céline, und ich würde sie auch nur am Pool tragen. Versprochen.

Fotos: Ugg Australia

Alsterperlen

Ich bin seit ein paar Wochen aus privaten Gründen sehr oft in Hamburg – und hatte fast verdrängt, wie toll es da ist! Und was soll ich sagen – auch das Shopping ist nicht von schlechten Eltern. Ich bin erst mal zu den üblichen Verdächtigen marschiert (s.o.) und habe u.a. bei Unger dieses Kleid von Carven mit Ajour-Stickerei…

…bei Linette das Stella McCartney Leotop…

…und bei Anita Hass die Tunika von Mes Demoiselles gekauft.

Auch bei Petra Teufel bin ich fündig geworden (u.a. Iro und Balenciaga), und jetzt muss ich erst mal wieder ein bisschen sparen. Bis es wieder an die Alster geht… Ich bin übrigens für jeden Hamburg-Geheimtipp sehr dankbar!
Und mal ganz am Rande: selten bin ich in Läden so nett bedient worden (auch ohne ursprüngliche Kaufabsichten).

Fotos: Mainlandoffice/Modepilot; Stella McCartney; Anita Hass; Unger

MM6 eröffnet in Paris

In Paris eröffnete der weltweit zweite Laden überhaupt von Martin Margielas Zweitlinie <6>. Der erste ging letztes Jahr in New York an den Start. Ich bin mir sicher, dass weitere folgen werden, denn seit Margiela im Besitz von Only the Brave ist (die Holding über Diesel, Marni, Viktor & Rolf,…) ist ja mehr Kapital da und es kann noch stärker in den Vertrieb investiert werden. Manchmal fand ich Margiela als unabhängige Firma charmanter…

MM6, 22 Place du Marché Saint Honoré, Paris

Fotos: Martin Margiela

Louis Vuittons Deutschlandaffäre

Das letzte Mal, dass Parisoffice sich hier so richtig aufgeregt hat, und ich meine: SO RICHTIG, war im Zusammenhang mit dem Umbau des neuen Louis Vuitton Ladens in München in der ehemaligen Residenzpost.
Das war 2011, und ihr Zorn galt noch mehr der Münchner Denkmalbehörde als dem französischen Täschner und deren angeheuertem Stararchitekten Peter Marino, da erstere wohl etwas merkwürdige Betonmauern zugelassen hatte.

Jetzt ist der Laden fertig, diese Woche war Eröffnung des “Maison Louis Vuitton”: 1.300m² Verkaufsfläche mit dem kompletten Markenportfolio, außerdem ein 450m² großer „Espace Culturel″ für wechselnde Ausstellungen.

„Die Eröffnung des ersten Maison in Deutschland demonstriert unser Vertrauen in die Zukunft des Hauses und dieses Marktes“, wird Louis Vuitton-Chef Michael Burke zitiert. Und dass LV mit Deutschland eine “Love Affair” habe… wie schön.

Mein oberflächlicher, weil nur Foto-Eindruck: ein bisschen fad. LV-Standard. Live kommt das vielleicht anders, und man ist sicher von der Auswahl angetan. Wer weiß.. Aber was sagt denn nun Parisoffice zum fertigen Laden? Oder Modejournalistin, die ja in München lebt? Die Damen, eine Bewertung bitte!

Fotos: Louis Vuitton

Reportage: das Gucci-Loafer-Drama

Schuhkauf-Irrsinn in der Endlosschleife. Ja, das sind Luxusprobleme, keine Frage. Aber um nichts anderes geht es ja bei Mode.
Also, meine beste Freundin versucht nun seit Monaten an die Gucci Loafer zu kommen – und es soll wohl einfach nicht sein. Dass Gucci sich hierbei als Kauf-Verhinderer herausstellt, konnte vorab auch keiner ahnen… Hier ihr Erfahrungsbericht:

“Es fing – wie meistens – ganz harmlos an: Ich sah im letzten Herbst in einer Zeitschrift eine Gucci-Anzeige mit Charlotte Casiraghi in weißer Bluse, schlichter Hose und Gucci-Loafern. Lässig wie alltagstauglich das Ganze, und ich wusste, ich brauche diese Schuhe. In Schwarz. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Dieser dämliche Anniversary-Schuh wird mich nicht nur 450 Euro, sondern auch noch ganz, ganz viel Zeit und Nerven kosten. Aber so weit war ich vor sechs Monaten noch nicht.

Hochmotiviert machte ich mich auf den Weg, zunächst in den Gucci Store auf Frankfurts Goethestraße. Das war im Dezember. Nein, diese Schuhe gäbe es erst im Januar. Ja, sie melden sich bei mir, wenn es so weit sei. Das kürbis-farbene Modell, das stand allerdings da. So konnte ich mich – wenn schon nicht für den richtigen Schuh, wenigstens für die richtige Größe entscheiden. Und ich freute mich wie verrückt auf dieses bequeme, weiche Schuhwerk, das ich im Januar, in schwarz und Größe 39,5 besitzen werden würde. Inzwischen ist fast Mai, so einige neue Schuhe sind auch inzwischen bei mir gelandet, nur auf dieses eine Paar warte ich noch immer. Warum? Das weiß ich auch nicht.

Niemand von Gucci rief im Januar an, stattdessen war Fashion Week in Berlin und ich sprang schnell zu Gucci in den Galeries Lafayettes – nein, diese Schuhe kommen erst noch. Wann? Die Verkäuferin wusste es nicht. Im Februar ging es für mich wieder nach Frankfurt und auch in besagte Filiale. Dort erfuhr ich, leider, leider werden diese Schuhe (in Schwarz) nur für den asiatischen Markt und die USA produziert. Im Dezember war von geografischer Limitierung nie die Rede gewesen.
Das hielt mich aber auch nicht davon ab, im März mein Glück noch einmal in Düsseldorf zu versuchen. Ergebnis: „Dieses Modell in Schwarz wird nur online verkauft.“ Hä?
Patent und modeverrückt oder vielleicht auch einfach nur blöd, jagte mich diese Aussage in Begleitung von Mainlandoffice eine Etage höher in Guccis Männerschuh-Abteilung – wie das ausging, wisst Ihr ja: Mainland shoppte Männerlatschen, für mich war keine passende Größe da.

Natürlich hatte ich immer wieder auf Gucci.com geguckt, aber ausgerechnet die schwarzen Loafer konnte man nicht anklicken, stattdessen nur die Bitte, sich an den Service zu wenden. Und dann, es war der 14. März, gab es ein Paar in 39,5. Online. Sofort landete es in meinen Körbchen. Dass es braun und nicht schwarz war, das war mir letztendlich egal, denn ich war diesen Loafern so nah wie noch nie. Dass ich mich mit dieser Bestellung allerdings auf eine Warteliste katapultiert hatte, war mir nicht klar – es war, wie gesagt, ein ganz normaler Bestellvorgang wie sonst auch, das Wort “Warteliste” tauchte erst in der „Einkaufsbestätigung“ auf. Ich zitiere: „Hiermit bestätigen wir, dass wir Ihre Bestellung erhalten haben und nachstehend finden Sie eine Bestellbestätigung für Ihre Unterlagen. Ihre Wartelisten-Bestellung wird voraussichtlich zwischen dem 01/04/2013 und 15/05/2013 verfügbar sein und versandt. Hinzu kommt die Zeit für die Lieferung.“ Gestern, am 24. April, schieb mir Elena, Mitarbeiterin beim Gucci-Online-Service, erneut eine Mail: „Dies ist eine kurze Mitteilung, um Sie über den aktuellen Stand Ihrer Online-Bestellung zu informieren. Wir haben Sie auf eine spezielle Warteliste gesetzt und können Ihnen versichern, dass wir unser Bestes tun, um Ihren Artikel so schnell wie möglich zu beschaffen. Es besteht jedoch gegenwärtig ein Warenrückstand online, als auch in unseren bundesweiten Stores. Das erwartete Versanddatum für diesen Artikel wird voraussichtlich zwischen dem 15/04/2013 und dem 30/05/2013 sein.

Jetzt frage ich mich: Was ist eine “spezielle Warteliste”? Wieso ein Warenrückstand online? Und wieso auf einmal auch in den Stores? Gab’s die denn nicht nur online? Und wieso bundesweit? Ist Gucci kein internationales Unternehmen mehr? Spätestens jetzt hätte jeder Vernünftige von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht und hätte es sein lassen. Ich aber nicht. Ich halte durch – allein um zu sehen, was passiert, wenn nichts passiert.
Noch ein interessantes Detail am Rande – ich habe gerade noch einmal auf der Gucci-Seite nach dem Stand der Dinge geguckt. Alles unverändert, den braunen Horsebit-Loafer kann man nach wie vor in allen Größen in seinen Warenkorb legen (nirgends ein Hinweis, dass es da eventuell zu einer kleinen Lieferverzögerung kommen könnte…), allerdings kostet er nicht mehr 450 Euro, sondern 485 Euro…”

Fotos: Gucci