Berlin: Schutzkleidung

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin und das sich einschleichende Gefühl, dass der Herbst und der Winter 2013/14 unter dem Motto „Schutz“ stehen… um das strapazierte Wort „Cocooning“ zu vermeiden. Anfang des Jahres schickte mir eine bekannte Horoskope-Erstellerin eine e-Mail mit dem Anhang „Unter welchem Stern steht 2013?“. Ich zitiere: „Mit Jupiter im Krebs (ab Ende Juni) werden Familie, Nähe und Geborgenheit noch wichtiger als sonst.“ Dann kommen auch die ersten Kollektionsteile der Herbst/Winterkollektion in die Läden, z.B. die jetzt in Berlin gesehenen Kokon-Mäntel von Hien Le, die kuscheligen Alcantara-Outfits für den Mann, die Kleider von Lena Hoschek aus den trachtigen Küchenstoffen (Vorhänge, Tischdecke, Servietten) meiner Großmutter oder die wattierten Kostüme von Leandro Cano. Oder die erste Kollektion des scheuen Berliner Designers Kostas Murkudis als Kreativchef für das Hamburger Label Closed, die ebenfalls gestern gezeigt wurde: Protektoren-Mode, die, ja, was denn eigentlich beschützen soll? Die Privatsphäre! Denn dahin ziehen wir uns zurück (Murkudis tat das gestern, indem er seinen Empfang mit einem Abendessen à deux ausklingen ließ). Letztes Zitat aus dem Horoskop 2013 für alle Sternzeichen: „Es kommt zu einer allgemeinen Emotionalisierung, das Subjektive, das Innen ist wichtiger als das Außen.“

Fotos: Modepilot/Modejournalistin

1 Kommentar zu “Berlin: Schutzkleidung”
  • schöne einschätzung und beitrag. und von der hübschen jacke (3. foto) würde ich mich auch sehr gerne beschützen lassen! 😉

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