Business, Fashion, News

Kurznachrichten aus der Mode

. 20. November 2012

Es hat sich so viel angesammelt, dass das nun dringend nötig ist, diese Rubrik in eine neue Folge geht.

Modepilot-Versus-Kane-Kurznachrichten aus der Mode

1. Zum Fall Christopher Kane: Ich hatte es gestern schon auf Facebook vermeldet: Er verlässt Versus. Angeblich steckt dahinter eine neue Strategie. Hier die Eckpunkte in Kürze: Digital ist neue Key Word, heißt es in der Pressemitteilung. Versus ist jung und die Jugend ist online. OK, dann her mit den Anzeigen. Können wir gebrauchen. Weiter: Donatella Versace will Kooperationen mit jungen Designen und Stylisten für Co-Brandings und Capsule-Kollektionen. Diese Koops werden die Arbeit von Kane ersetzen, der sich angeblich mehr der eigenen Linie widmen will. Oder eben zu Balenciaga geht. Die neuen Koops werden in Präsentationen während der Fashionweek gezeigt. Ein erster solcher Event ist für März in New York geplant. Viele Kollektionen sollen aber auch zwischen den Saisons raus kommen.

Zum Abschluss noch ein bisschen O-Ton: “This is a very exciting development for Versus, and I’m thrilled to be engaged in such a major shake-up of the fashion world’s rules”– said Donatella Versace. “I want to thank Christopher for his contribution to Versus over 6 seasons, during which I have been able to appreciate his extraordinary talent. Working with young talented people, and see them grow and develop as I have seen Christopher do over these years, is one of the most rewarding parts of my work. I wish him all the best for the development of his own line. He will always have my total support.”

So, Christopher und nun? Balenciaga? Denn dann doch?

Modepilot-Lacoste-Maus-Übernahme-Kurznachrichten aus der Mode

2. Kommen wir zu den Dramen bei Lacoste. Beim Label, das ENDLICH dank Felipe Oliveira Baptista die richtige Moderichtung eingeschlagen hat, geht es seit Wochen rund. Eine der Lacoste Erbinnen, nämlich Sophie, zog als Präsidentin in den Aufsichtsrat ein und seitdem ist bei Lacoste der Teufel los. Ihr eigener Vater war gegen ihre neue Position. Angeblich hätte es formale Unstimmigkeiten bei der Wahl gegeben. Papa Michel, Sohn des berühmten Tennisspielers René und Präsident der Marke, kündigte daraufhin an, die Familienanteile zu verkaufen. Dann ging es hin und her und alle stritten und Fazit ist nun: Ja, alles ist verkauft für 1 Mrd. Euro an die Schweizer Familie Maus. Der Gruppe Maus Frères gehört schon seit langem Devanlay, der Lizenznehmer von Lacoste, der die Herstellung der Textilbekleidung und der Taschen seit Jahrzehnten sichert. Die restlichen Anteile zu kaufen machte für die Gruppe deshalb Sinn und sie kommt zu einem schlauen Zeitpunkt, denn seit langem waren die Kollektion nicht mehr so gelungen wie jetzt. Das Krokodil ist “retour”! Und soll angeblich französisch bleiben, so die Schweizer. Das gleiche Spiel haben wir ja auch bei Chanel, seit Jahrzehnten eine Schweizer Firma mit Sitz in Frankreich.

Modepilot-Valentino-Homme-Kurznachrichten aus de

3. Valentino Homme zieht mit seiner Fashionshow um. Er zeigt ab März in Paris. Die Kollektion war bisher in Florenz gezeigt worden bei der Pitti Uomo und soll ausgebaut werden. Ich denke mal, der Schauenstandort hat praktische Gründe: Die Designer Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli sind eh in Paris wegen der Haute Couture und da die Herrenmodewoche und Haute Couture Schauen direkt aneinander hängen, müssen die nicht durch die Gegend reisen.

Modepilot-Cacharel-Kurznachrichten aus der Mode-Fashion-Blog

3. Aeffe ist ein Big Player in der Mode, der im Hintergrund agiert und viele Kollektionen herstellt. Doch gerade verliert das italienische Unternehmen Kunden: Nach Gaultier hat nun auch Cacharel den Produzenten verlassen. Bei Gaultier gibt es gute Gründe, denn Puig hat das Unternehmen gekauft, bei Cacharel ist es wie immer das gleiche Drama: Chaos in der Firma, wieder ist nach wenigen Monaten einen CEO weg, dann kündigt man Aeffe und dann warten wir ab, bis auch die Designer wieder ausgewechselt werden.

Modepilot-Fashions Night Out-Vogue-Kurznachrichten aus der Mode5. Faubourg St. Honoré will keine Vogue Fashions Night Out mehr haben. Nach dem Spektakel im September wurde Bilanz gezogen und die ist unbefriedigend. Zu wenig Käufer, zu hohe Kosten Nun geht die Fashions Night Out auf Suche, wo man künftig zeigen könnte. Im Marais und St. Germain des Près sind die Luxusläden aber Mangelware.

Fotos: Carwalkpictures, Vogue Cover

 


 

Kommentare

  1. Interessant, das mit der VFNO in Paris. Jetzt versteh ich auch, warum auf den Straßen kaum ein Durchkommen mehr war – irgendwo müssen die Leute ja sein, wenn sie nicht in den Geschäften sind und kaufen ;-) .
    Gibt es dazu eigentlich auch eine Quelle? Fände zusätzliche Infos dazu spannend :-) Danke schon mal, falls ihr was habt (ansonsten votiere ich fürs nächste Mal für den Bereich um Le Bon Marché und die Abschaffung dieser dämlichen Einladungskarte für die Pariser VFNO, die nicht mal en toute la France dem Heft beilag).

  2. Janna, da gibt es ein Händlerkomitee der Straße, die das votiert.
    Und: Um Le Bon Marche ist auch wenig Schickes drumherum.

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