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Kurznachrichten aus der Mode

. 12. Oktober 2012

Es ist mal wieder viel passiert in den letzten Wochen. Hier unsere Schlaglichter auf die Modenews.

Gestern abend wurde bekannt: Carine Roitfeld, Ex-Vogue-France-Chefin, hat einen neuen Job. Im März fängt sie als “global fashion director” bei Harper’s Bazaar an. Ihr eigenes Magazin CR wird sie weiterführen. Das kommt ja auch nur zweimal im Jahr. Bei Harper’s Bazaar trifft sie auf ihren Freund Stephen Gan, der schon bei CR mitmachte und beim Bazaar der Artdirektor ist. Harper’s Bazaar, Hearst-Gruppe, ist eines der ältesten Modemagazine der Welt.

Maje und Sandro (und das Anhängsel Claudie Pierlot) stehen zum Verkauf. Na, das war ein kurzes Melken. Sandro und Majr, deren Firmenhistorie langsam als Beispiel für einen gelungenen Return-on-investment-Coup in die Lehrbücher der Wirtschaftstudenten eingehen könnte, soll angeblich schon wieder den Besitzer wechseln. Die beiden Schwestern, eine typische Sentier-Familie, hatten die Labels erst separat gegründet, dann stiegen Manager ein, die bauten das Ganze aus, Maje und Sandro hatten ihre Blütezeit, die Labels waren hot, hot, hot. Den Braten roch LVMH, stieg mehrheitlich ein unter den Namen L Capital und baute das Fillialnetz in Windeseile aus. Zur gleichen Zeit sank die Qualität der Produkte, der Preis der Modelle wurde stark angehoben. Maje und Sandro positionierten sich als neue Designerlabels im Einstiegpreislage, was sie vom Design und auch von den Preisen nicht sind, und machten nun Kasse dank einer sehr hohen Gewinnmarge. Die Cash-Cow wurde gemolken, rund zwei Jahre lang. Im Sinne des wirtschaftlichen Lebenszyklus einer Marke kann es nun nur noch nach unten gehen. LVMH hat verdient und alle anderen auch. Nun wird es abgestoßen. Mal sehen, wer kaufen will.

Chanel sichert sich das Savoir Faire von Causse.  Über diesen Deal ist in den letzten Wochen sehr viel geschrieben worden. Causse, einer der ältesten und der wenigen Handschuhfabrikaten die in der einst blühenden, französischen Handschuh-Hauptstadt Millau noch existieren, schlüpft unter das sichere Dach der Chanel “Ateliers d’art”. Damit ist der Fortbestand gesichert. Selbst in der Pressemitteilung von Chanel allerdings steckt ein Fehler. Causse ist nicht, wie vermeldet, der einzige noch aktive “Handschuhmacher” in Millau. Da gibt es noch ein paar andere, unter anderem Fabre, die sich nicht kaufen lassen wollten von einem der großen Firmen. Chanel und Hermès hatten bereits ihre Fühler auch nach Fabre ausgestreckt, die jedoch ihre Firma in der Familie halten wollten. Causse dagegen produziert seit Jahren fast ausschließlich Handschuhe für die Luxusunternehmen, die eigene Kollektion ist sehr gering und macht nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. Damit hatte sich das Unternehmen bereits seit Jahrzehnten das Auskommen gesichert. Der nun erfolgte Aufkauf ist eine logische Folge der vergangenen wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Um das Ganze ein bisschen besser zu verstehen, empfehle ich meinen Artikel über Fabre, der das Geschehen in Millaut und den Niedergang der Handschuhindustrie in Frankreich beleuchtet.

Fotos: parisoffice (1), Screenshots (2)


 

Kommentare

  1. Danke für die Kurzeinführung zum Thema Verkauf von Sandro und Co. – mir war das alles noch nicht bekannt, allerdings habe ich mich sehr gewundert, denn die Filialen stehen hier in der Schweiz fast an jeder Ecke und immer zusammen (mindestens Maje und Sanndro)
    es grüsst

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