Business, Fashion

Wird die Marke Galliano peu à peu demontiert?

. 2. Oktober 2012

Nun ist also bei Dior ein Nachfolger gefunden und wird gefeiert, schauen wir kurz mal auf das andere Erbe, das John Galliano hinterließ: die Marke Galliano.

Angesichts solcher unmotivierter Modelle kann man fast schon sagen, dass die Marke peu à peu demontiert wird. Womit ich zum Gerücht komme, das derzeit in Paris kursiert. In der Branche wird gemunkelt, dass die Ernennung von Raf Simons nur so lange dauerte, weil Galliano das Kündigungsschreiben nicht unterschreiben wollte. Nach 17 Jahren bei Dior akzeptierte er das nicht und ging vor Gericht, wo man sich schließlich mit einer  - wohl anzunehmenden – sehr großen Summe einigte.

Die hat er auch verdient. Wir dürfen alle nicht vergessen: Bevor Galliano kam, war Dior kaum noch einen Pfifferling wert. Er hat die Marke aus der Vergessenheit geholt und wieder zu dem gemacht, was sie einmal war. Könnte er dieses nun nicht auch bei Schiaparelli machen? Nein, heißt es von deren Seite, obwohl alle in der Branche sich einig sind, dass John Galliano der einzig richtige Designer für den Relaunch des alten Kultlabels wäre. Warum wird er es nicht? Dazu gibt es nun ein zweites Gerücht, das besagt, dass man angeblich alles tut, damit Galliano keinen Fuß mehr in die Branche bekommt. Angeblich gäbe es sogar Anrufe von höchsten Stellen, dass man ihn auch keinen Fall anstellen sollte.

Kommen wir zurück zu seinem Label, an dem er selbst noch eine kleine Minderheitsbeteiligung hält. Bill Gaytten macht da einen sehr mittelmäßigen Job. Bei Dior hatte er besser gearbeitet. Will man das Label mit schlechten Designs zu Grabe tragen?Fast mag man es meinen. Damit hätte dann John Galliano dann noch mal eines obendrauf bekommen. Seine Bestrafung für einen Fehltritt im betrunkenen Zustand und Überarbeitung, für den er sich entschuldigt hat, scheint irgendwie kein Ende nehmen zu wollen. Verstehe das, wer mag. Ich verstehe es nicht und ich warte sehnsüchtig auf ein Comeback. Ich kann auch nicht diese ganzen Kommentare verstehen à la “Galliano war so gestrig”. Denn der Engländer hat uns die Löcher in den Pullis gegeben (heute noch immer ein Topseller im Handel), die berühmte Bar-Jacke hat er in die Mode zurückgebracht, seine Bergstiefel-High Heels finden wir auch noch immer in den Schuhläden… Der Mann war nicht gestrig, sondern lange seiner Zeit voraus. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass er nun seit rund 2 Jahren, also 3 Saison nicht mehr designed hat. Seine letzte offizielle Show war Winter 11/12 (die Abschiedsshow ohne Verabschiedung des Designers), dann kam noch eine Pre-Fall im Juli 2011 in die Läden. Niemand kann sagen, was er in dieser Zeit wohl gemacht hätte. Jede Saison war Dior gut für eine Überraschung. Galliano erfand sich sehr oft neu. Als Bill Gaytten die Interimslösung füllen musste, setzte er klar auf die immer gut gehenden Klassiker. Das war richtig und das hat sich verkauft. Nun muss sich die Raf-Simons-Kollektion beweisen. Doch ich wünsche mir ein Comeback. Galliano müsste eigentlich genügend Geld in der Hinterhand haben, um einen Neustart zu wagen. Alleine, ohne große Konzerne. Ich hoffe, er tut es.

Fotos: Catwalkpictures


 

Kommentare

  1. Hoffe eigentlich auch auf ein Comeback, denke eigentlich nicht, dass die Marke so schnell platt gemacht wird.

  2. Gerade gestern habe ich darüber nachgedacht. Raf Simons hat für meinen Geschmack einfach das, was er bei Jil Sander gemacht hat, zu Dior getragen. Das ist ok, hat aber nichts mehr damit zu tun, wofür die Marke unter Galliano stand. Und ganz ehrlich: ich vermisse es einfach schrecklich. Der Exzess, das Kostümhafte, die Geschichte, der Witz? Am Ende seufzte ich nur noch in mich hinein: “Können sie ihn nicht einfach zurücknehmen?”

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