Der krasseste Job
Kathrin Bierling

Der krasseste Job

Im Haus der Kunst in München fand heute nicht nur die DLD Konferenz statt, sondern auch die Hermès-Ausstellungseröffnung, die ich ja schon angekündigt hatte. Heute Abend konnte ich mir also schon mal ganz genau anschauen, was die Kunsthandwerker aus Paris so alles drauf haben. Eines muss ich Euch schon mal verraten, weil ich eh nicht schlafen kann: Wie schafft diese Lady es, mit einem Skalpell die Seidenfasern aufzurauen, ohne jemals ein Loch ins Carré-Tuch zu schneidern?!

Um eine Teddy-kuschelige Oberfläche im Seidentuch zu schaffen, sitzen bei Hermès geschickte Frauen mit einem sehr scharfen Messer am bedruckten Stoff schneiden die obersten Fasern auf. So bekommt eine Palme wuschelige Blätter oder ein Äffchen weiches Fell. Nach dem Aufschneiden der Oberfläche, geht die Kunsthandwerkerin mit der Bürste drüber:Und, was, wenn sie aus Versehen mal ein Loch reinschneidet? Das passiere ihr nicht, sagt sie. Und, wenn, dann wäre das Tuch halt hin. Wieso ihr das nie passiert? Ihre Erklärung ist für mich schwer nachvollziehbar, aber man muss sie wohl hinnehmen: Sie hält einen Finger von unten dagegen und damit hält sie sich die oberste Schicht entgegen und hat ein Gefühl dafür, wieweit sie gehen kann. Das scheint mir zu fehlen.

Fotos: modepilot/modejournalistin

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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