Der krasseste Job
Im Haus der Kunst in München fand heute nicht nur die DLD Konferenz statt, sondern auch die Hermès-Ausstellungseröffnung, die ich ja schon angekündigt hatte. Heute Abend konnte ich mir also schon mal ganz genau anschauen, was die Kunsthandwerker aus Paris so alles drauf haben. Eines muss ich Euch schon mal verraten, weil ich eh nicht schlafen kann: Wie schafft diese Lady es, mit einem Skalpell die Seidenfasern aufzurauen, ohne jemals ein Loch ins Carré-Tuch zu schneidern?!
Um eine Teddy-kuschelige Oberfläche im Seidentuch zu schaffen, sitzen bei Hermès geschickte Frauen mit einem sehr scharfen Messer am bedruckten Stoff schneiden die obersten Fasern auf. So bekommt eine Palme wuschelige Blätter oder ein Äffchen weiches Fell. Nach dem Aufschneiden der Oberfläche, geht die Kunsthandwerkerin mit der Bürste drüber:
Und, was, wenn sie aus Versehen mal ein Loch reinschneidet? Das passiere ihr nicht, sagt sie. Und, wenn, dann wäre das Tuch halt hin. Wieso ihr das nie passiert? Ihre Erklärung ist für mich schwer nachvollziehbar, aber man muss sie wohl hinnehmen: Sie hält einen Finger von unten dagegen und damit hält sie sich die oberste Schicht entgegen und hat ein Gefühl dafür, wieweit sie gehen kann. Das scheint mir zu fehlen.
Fotos: modepilot/modejournalistin

Schön, dass Maschinen nicht jede Handwerkskunst aus der Welt schaffen können!
Danke für derartige Berichte.
das ist wirklich faszinierend und ich wünsche mir inständig, dass das Können immer wieder weiter gegeben wird und sich ausreichend und auch ambitionierter Nachwuchs findet! Wäre ja nicht das erste Kunsthandwerk, dass droht aus zu sterben.
Ja unglaublich.. da gabs doch mal einen Bericht im TV über die Handwerkerin ausserhalb von Paris, die für Chanel arbeiten...genauso kunstvoll und brilliant.