Der Modesammler – Balenciaga-Schau

Es ist eine kleine, feine Ausstelllung, die gestern Abend in Paris ihre Tore öffnete. Cristobal Balenciaga – Collectionneur de modes heißt sie und weil das Modemuseum Galliera noch immer im Umbau steckt, ist sie ausgelagert ins 13. Arrondissement, in die modernen, baustellenartigen Räumen des Docks – Cité de la Mode.

Irgendwie passt zu diesem unwirtlichen und zugigen Ort am Seineufer auch die ganze Ausstellungsform. Sehr modern werden die Roben, die zum Anlass seines 40. Todestages die Archive verlassen, in ihren ganz normalen Aufbewahrungsboxen gezeigt. Irgendwie passt das auch zur neueren Geschichte des Hauses, in dem Nicolas Ghesquière nicht müde wird, immer neue und fremde Materialien zu verwenden und das Hause beständig einer Modernisierung unterzieht, die zwar zurückblickt, aber vor allem nach vorne.

Auch wenn die Ausstellung Exponate zeigt aus dem vorletzten Jahrhundert, so ist sie in ihrer Machart doch absolut zeitgemäß. 70 Ausstellungsstücke werden präsentiert, teilweise in Schublade, in denen Zeichnungen und Fotografieen und einzelne Textilien liegen. Stoffbahnen, bestickt, Inspirationen, die Balenciaga sammelte, unvollendete Modelle.

Olivier Saillard, den ich kurz zur Pressebesichtigung sprach, meinte: „Normalerweise werden rund 10 Roben in so einer Archivbox bei uns archiviert. Hier besetzt nun eine Robe eine Box, aber das Ambiente bleibt bestehen.“

Die Ausstellung läuft bis zum 7. Oktober.

Fotos: parisoffice / Modepilot

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