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Fashionweek, Frauen

Die besten Shows zum Schluss: 2. Margiela

parisoffice. 12. März 2012

Beim Maison Martin Margiela muss ein bisschen auf alle gefasst sein: Eine Kollektion kann wie ein Theaterkostüm wirken. wie ein Kunsthappening oder einfach wie eine Mode-Kollektion. Letzteres war diese Saison der Fall und es gab einige Neuerungen. 1. Man konnte alle Modelgesichter sehen. Normalerweise hatte Margiela seinen Mannequins immer Strumpfhosen oder sonstige Kopfbe- und verdeckungen übergezogen.

Diesmal sah man, wer da läuft. Auch wenn man manchmal der Kragen arg hochgestellt war.

2. Kommen wir zur Kollektion. In Krisenzeiten ist oft Schluss mit lustig und so zeigte das Designteam von Margiela eine Eloge an die Schlichtheit und an den Hosenanzug. Purismus auf die Spitze getrieben und aufgemischt mit Margiela-Details von fehlenden Armen oder offenen Schultern oder zu hohen Kragen oder hinten offenen andersfarbigen Hosen. Uni dominierte in so strenger Form, dass es eine Freude war, wenn Tunika, Hose und Mantel der gleichen Farbe fröhnen. Lang und schmal wirkten die Silhouetten, streckende Mode für jeden Frauenkörper.

 

Wo es mal Röcke gab, sind sie ganz in diesem Sinne klassisch geformt, doch mit Details. Schiefe Öffnungen, mit Falten hinterlegt, oder Textilbänder hinter sich herziehend.

Vor allem die Mäntel haben es mir angetan. Die so streng wirken, dass sie am Ende zu allem passen.

Die Avantgarde, die Margiela aus macht, liegt im Detail und ist das Sahnehäubchen auf einer Basis aus Klassik, die Margiela gerne dekliniert.

Dies umzusetzen in reinstem Purismus und zwar bekannten, aber in guten Nuancen gewählten Farben, zeugt vom Verständnis des Designteams für die Zeichen der Zeit und ihrem Können, Margielas Ideen am Ende auch in eine tragbare und vor allem gut verkäufliche Kollektion zu transferieren. Das ist keine Signature-Kollektion und wohl auch keine, von der man noch 10 Jahre später reden wird, aber in meinen Augen ist dies eine Kollektion, die dem Hause gerecht wird, aber eben auch neue Margiela Fans gewinnen wird, denen das vorher zu abgehoben war.

Fotos: Parisoffice

 

Kommentare

  1. Tolle, kreative Ideen. Auch wenn es mir ein kleines Grinsen auf die Lippen gezaubert hat. Auf der Straße kann ich mir solche überzogenen Schnitte immer nicht vorstellen.

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