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Designer, Fashion, People

Label to watch / Mode aus Deutschland: Blænk

parisoffice. 18. Oktober 2011

Es mag komisch klingen, aber die Kollektion, die mir auf dieser Fashionweek am meisten gefiel, ist eine deutsche Kollektion. Nein, sorry, nicht von einem Label, das auf dem ordentlichen Schauenkalender stand, sondern von einem Newcomer-Label. Blænk nennt sich die Marke, deren erste Kollektion die beiden deutschen Designerinnen Silke Gelb und Nadine Möllenkamp in einer Pariser Galerie im Marais-Viertel abseits des Tohuwabohus der Fashionweek vorgestellt haben.

Rund ein Dutzend Modelle standen da einfach so im Raum rum. Eine Stylistin einer japanischen Schauspielerin wollte gleich mal alle kaufen. Dabei sind das noch Einzelstücke, bzw. Prototypen, die eine Mischung aus Prêt-à-Porter und Haute Couture darstellen. “Es ging bei dieser Kollektion vor allem darum, image pieces zu zeigen, um unseren Stil vorzustellen”, erklärt Silke Geib. Und Nadine Möllenkamp ergänzt: “Unsere Marke heißt Blænk, also die phonetische Schreibweise des englischen Wortes “leer”. Das soll bedeuten, dass es sich um ein noch unbeschriebenes Blatt handelt, etwas Neues, wo noch kein Stempel drauf ist.”

Die beiden Designerinnen – eine hat an der Esmod (Silke) in Paris studiert, die andere (Nadine) in Antwerpen – haben sich bei Viktor&Rolf kennengelernt und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Silke (die Dunkelhaarige, 38 Jahre) wohnt heute in Berlin, Nadine (35 Jahre) ist nach Amsterdam umgezogen. Die Zusammenarbeit klappt dennoch: “Wir legen die Silhouetten fest und dann haben wir beide in unseren Ateliers gearbeitet.”

Die gezeigten Stücke haben die beiden alle selbst genäht, die aufwendigen Gürtel und Schmuck-Dekorationen aus Plexiglass, die mit dem Stoffen eine Symbiose eingehen, wurden in Deutschland hergestellt, sind gelasert und dann am Körper gebogen. “Das war sehr aufwendig”, sagt Nadine. Bei den Stoffen haben die beiden in die vollen gegriffen. Silke: “Wir haben vor allem Chiffon, Seidencrêpe, Waschseide und Wollstoffe von Cerruti verwendet. Alles von italienischen Herstellern.”

Für die zweite Kollektion sehen die beiden ihre Position eher in der Prêt-à-Porter, denn in der Haute Couture. “Wir wollen aber eine internationale Ausrichtung erhalten. Wir haben beide einen internationalen Background.” Das Feedback auf die erste Kollektion war gut. Wer ein Kleid wollte, konnte bestellen. Die Preise liegen zwischen bei 450 Euro für eine Jacke und bei 800 Euro für einen Hosenanzug oder ein Seidenkleid. Silke: “Ich weiß, das ist teuer, aber es sind ja alles handgearbeitete Stücke.”

Die beiden bleiben sehr auf dem Boden und wollen erstmal klein weiter machen. Und vor allem das Made in Germany fortspinnen. “Wir sind aber auch offen für Investoren”, meint Silke.

Ich auf alle Fälle freue mich schon auf die zweite Kollektion. Ich kann mich noch gut an die Anfänge von Kaviar Gauche in Paris entsinnen und ich hoffe, dass diese beiden begabten Frauen Erfolg haben werden.

Fotos: parisoffice

 

Kommentare

  1. Pingback: Label to watch / Mode aus Deutschland: Blænk | Placedelamode

  2. Sehr lässig! Eine super Mischung zwischen entspanntem Glamour und einem Schuss dezenten Hippistyle. Die Kleider kann ich mir optisch gelungen aber nur an großen, schlanken Frauen vorstellen…schade!

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